Facebook-Nutzer berichten
Coronavirus: Wie sich der Alltag verändert

Münsterland -

Solche Einschnitte in das alltägliche Leben hat es in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland noch nie gegeben. Die Corona-Pandemie hat ungeahnte Ausmaße angenommen. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, wie sich schon jetzt ihr Alltag verändert hat.

Dienstag, 17.03.2020, 15:22 Uhr aktualisiert: 17.03.2020, 17:39 Uhr
Facebook-Nutzer berichten: Coronavirus: Wie sich der Alltag verändert
Schulen geschlossen, Veranstaltungen abgesagt: Das Coronavirus hat den Alltag der Münsterländer fest im Griff. Foto: colourbox.de

Vor besonders große Herausforderungen werden aktuell Familien mit Kindern gestellt, die schulfrei haben, aber noch betreut werden müssen. "Ich bin Gärtnerin und alleinerziehende Mutter. Meine Tochter gehört mit ihrer Grunderkrankung zu der Risikogruppe", berichtet Hasret Ekren auf Facebook. Ihr Chef habe sie für eine Woche freigestellt. "Aber was mach ich danach?", fragt sie. Sie gehöre schließlich nicht einer systemrelevanten Berufsgruppe  an. Somit habe sie aktuell keinen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind. Unterstützung durch Familienangehörige bekommt sie auch nicht.

Überstunden im Lebensmittel-Einzelhandel

Etwas besser hat es da Veronika Albrecht-Schipper aus Everswinkel. Vormittags sei sie zuhause, ihrer Arbeit als Reinigungskraft müsse sie erst abends nachkommen. Dann sei ihr Mann von der Arbeit aber wieder zurück. So sei die Betreuung der vier Kinder gesichert. "Vormittags werden Schulaufgaben erledigt, später geht es raus in den Garten", schreibt sie.

Mehr statt weniger arbeiten muss aktuell Malin Rebecca. Sie berichtet, dass sie aktuell Überstunden machen müsse, da sie im Lebensmittel-Einzelhandel arbeite. Weil dort ältere Kollegen zurzeit ausfallen und aufgrund des zunehmenden Andrangs mehr Personal benötigt würde, müsse sie zusätzliche Stunden arbeiten. Es gäbe auch neue Hygienemaßnahmen und Maßnahmen im Umgang mit Kunden, schreibt sie.

Während Vanessa Wicht aus Warendorf als Reinigungskraft in einem Privathaushalt bis jetzt normal weiter arbeiten kann, haben andere ihre Tätigkeiten nach Hause verlegt. Homeoffice heißt für viele das Gebot der Stunde.

Homeoffice bei vielen nicht möglich

Das ist aber bei vielen nicht möglich. Ralf Germer zum Beispiel berichtet: "Ich arbeite im Zierpflanzenbau, wir machen seit heute Schichtarbeit. Wir können die Pflanzen ja nicht vertrocknen lassen. Schichtarbeit ist die einzige Möglichkeit, damit bei Befall (von Corona) der Betrieb nicht zu gemacht wird."

Auch Christiane Fasecki kann ihre Arbeit nicht einfach ruhen lassen oder von zuhause arbeiten: "Ich bin OP-Schwester. Da ist es mit Homeoffice schwierig", schreibt die Ahlenerin auf der WN-Facebookseite .

Große Kritik äußert Nadine Nowack. Die Münsteranerin arbeitet in einer Zahnarztpraxis. Viele Patienten kämen noch zur Zahnreinigung. "Weil das ja auch jetzt so wichtig ist und alle Zeit haben." Damit sei sie der großen Gefahr ausgeliefert, sich und damit auch andere zu infizieren, schreibt Nowack. Aktuell sei auch kein ausreichender Schutz vorhanden, da zum Beispiel Atemmasken nicht mehr geliefert werden könnten.

Maßnahmen der NRW-Landesregierung

1/13
  • Die Bundesregierung und die Länder haben sich am Sonntag (22. März) auf weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geeinigt. Die Einschränkungen gelten zunächst bis zum 20. April.

    Foto: dpa
  • Schulen und Kitas geschlossen

    Bereits seit Montag (16.3.) sind die Schulen in NRW geschlossen. Die Lehrer blieben im Dienst, zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten etwa oder um digitale Unterrichtsformen durchzuführen.

    Ebenso dürfen Kinder bis zum schulpflichtigen Alter seit Montag nicht mehr in Kitas gebracht werden. Kinder sollten nicht bei Großeltern untergebracht werden.

    Für die Kinder des Personals, das zur Bewältigung der Krise notwendig sei, gibt es besondere Betreuungsangebote.

    Foto: Caroline Seidel
  • Geschäfte und Läden werden geschlossen.

    In Nordrhein-Westfalen sind seit Mittwoch (18.3.) alle Geschäfte und Läden geschlossen, die nicht der täglichen Grundversorgung dienen. Supermärkte, Wochenmärkte, Apotheken, Drogerien, Baumärkte, Großmärkte, Lieferdienste, Apotheken, Zeitschriftenhandel und Friseure zum Beispiel bleiben auf. Lebensmittel dürfen sonntags verkauft werden. Aber alle großen Supermarktketten wollen vorerst bei ihren Öffnungszeiten bleiben und nicht sonntags öffnen.

    Foto: dpa
  • Spielplätze

    Alle Spiel- und Bolzplätze sind gesperrt. "Bitte jetzt nicht auf irgendwelche Wiesen ausweichen", mahnte NRW-Familienminister Stamp.

    Foto: dpa
  • Gastronomie

    Restaurants,Bars, Cafés, Kneipen und Amüsier-Etablissements müssen ganz schließen. Nur Lieferung oder Abholung sind noch möglich.

    Foto: dpa
  • Tourismus

    Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Reisebusreisen sind verboten.

    Foto: dpa
  • ÖPNV wird eingeschränkt:

    Der öffentliche Personennahverkehr in NRW wird wegen der Corona-Krise eingeschränkt. Bahn und Busse fahren vielerorts nur noch nach dem Ferien-Fahrplan. Es wird empfohlen, nur noch in dringenden Fällen den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Fahrkarten-Kontrollen werden nicht mehr durchgeführt.

    Die Stadtwerke Münster bitten  alle Fahrgäste, in den Stadtbussen bis auf Weiteres nur die hinteren Türen für den Ein- und Ausstieg zu nutzen. Die erste Tür direkt bei der Fahrerin oder beim Fahrer bleibt vorsorglich geschlossen, im Bus werden keine Tickets mehr verkauft.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Freizeit

    Per Erlass der Landesregierung sind Veranstaltungen grundsätzlich untersagt, dazu gehören auch alle Konzerte oder Aufführungen.

    Kultureinrichtungen wie Ausstellungen und Kinos sind geschlossen. Auch Tier- und Freizeitparks müssen den Betrieb einstellen, gleiches gilt für Sportanlagen.

    Foto: Matthias Ahlke2
  • Sportbetrieb eingestellt

    Keine Spiele, kein Training. Auch Fitnessstudios und Schwimmbäder dürfen nicht mehr öffnen. Der Sport in NRW steht komplett still.

    Foto: imago-images
  • Gottesdienste abgesagt:

    Es dürfen ab sofort keine Gottesdienste mehr abgehalten werden. Alle religiösen Veranstaltungen müssen bis auf Weiteres abgesagt werden.

    Foto: Oliver Werner
  • Sommersemester-Start an NRW-Hochschulen verschoben:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus wird auch der Start des Sommersemesters an den nordrhein-westfälischen Hochschulen vorerst bis zum 20. April, dem Ende der Osterferien, verschoben.

    Ursprünglich sollte das Sommersemester an den Fachhochschulen am 23. März und an den Universitäten am 6. April beginnen.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • Operationen verschieben:

    Alle nicht zwingend nötigen Operationen in NRW sollen wegen der Coronakrise auf absehbare Zeit verschoben werden. Das sagte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). 

    Foto: Georg Wendt
  • Keine Besuche mehr in Pflege- und Altenheimen in NRW:

    Wegen der Ausbreitung des Coronavirus dürfen Alten- und Pflegeheime in NRW grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Besuche seien nur in dringenden Ausnahmefällen möglich, sagte Ministerpräsident Armin Laschet bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf.

    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7331615?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2841802%2F7330709%2F
Nachrichten-Ticker