Zahl der mit Corona-Virus-Infizierten im City-Wohnpark weitet sich aus
Bisher elf Personen positiv getestet

Gronau -

Dienstagabend waren es noch zwei Fälle, jetzt sind bereits elf Personen in der Caritas-Senioreneinrichtung City-Wohnpark positiv auf Covid 19 getestet worden. Und noch liegen nicht alle Ergebnisse vor.

Donnerstag, 02.04.2020, 20:16 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 09:05 Uhr
DRK-Teams rückten am Dienstagabend an, um Bewohner und Mitarbeiter im Pflegebereich des City-Wohnparks auf Corona zu testen.
DRK-Teams rückten am Dienstagabend an, um Bewohner und Mitarbeiter im Pflegebereich des City-Wohnparks auf Corona zu testen. Foto: Klaus Wiedau

Hiobsbotschaft aus dem Testlabor: Im City-Wohnpark haben sich – Stand Donnerstag 18 Uhr – insgesamt elf Personen (sechs Bewohner, fünf Mitarbeiter) mit dem Corona-Virus infiziert. Diese Zahl an bestätigten Fällen teilte die Caritas-Senioren-Einrichtung am Donnerstagabend mit. 14 Bewohner und zwölf Mitarbeiter bzw. Mitarbeiter­innen seien negativ getestet worden. Vier Mitarbeiter zeigen grippeähnliche Symptome.

„Der komplette Pflegebereich ist isoliert“, so Matthias Wittland, Vorstandsmitglied des Caritasverbandes im Dekanat Ahaus-Vreden, am Abend gegenüber den WN. Wichtig sei in diesem Zusammenhang aber der Hinweis, dass dies nicht das betreute Wohnen auf der Etage über dem Pflegebereich im Gebäudekomplex an der Neustraße betreffe. Wittland: „Die dort in Wohnungen lebenden Senioren werden nicht durch das Pflegepersonal der Einrichtung, sondern durch den ambulanten Pflegedienst betreut und versorgt.“

„Für die weiteren Maßnahmen im Pflegebereich sind wir in enger Abstimmung mit dem Kreis“, so Wittland weiter. Ein entsprechender Katalog soll bis Freitag vorliegen. Für den Caritasverband planen Matthias Wittland und Uwe Bröcker (Fachbereichsleiter Pflege) sowie die Leiterin des City-Wohnparks, Maria Rengers, aktuell die räumliche Trennung der infizierten Bewohner von den negativ getesteten Personen im Pflegebereich. Diese sollen dann jeweils durch feste Mitarbeiterteams versorgt werden, um eine weitere Ausbreitung, zu verhindern.

„Die Angehörigen der Bewohner wurden direkt abends telefonisch durch uns informiert“, erklärt Matthias Wittland weitere Schritte, die bereits erfolgt seien. In der Regel hätten diese sehr verständnisvoll reagiert. „Selbstverständlich wird hier der Kontakt weiter aufrechterhalten und die Angehörigen erfahren auch die Ergebnisse der Testung.“ Der Kreis, so Wittland, werde zudem die Testungen in einer, sowie in zwei Wochen wiederholen.

Ob geklärt werden kann, wie die Infektion in die Einrichtung – für die seit dem 13. März ein Betretungsverbot gilt – gelangte, ist nach Angaben der Einrichtung derzeit unklar. Matthias Wittland: „Bei den positiv bestätigten Fällen – sowohl bei Mitarbeitern als auch bei den Bewohnern – gibt es Fälle, die keinerlei Symptome zeigen bzw. bei denen die Symptome bereits im Abklingen sind.“ Das lasse die Vermutung zu, das die Infektion bereits vor dem 13. März erfolgt sein könnte.

Die ersten beiden Coronainfektionen – bei einer über 80 Jahre alten Bewohnerin und einer Mitarbeiterin aus dem Pflegebereich – waren (wie berichtet) am Dienstag dieser Woche bekannt geworden. Zudem zeigten auch an jenem Tag bereits Bewohner Grippesymptome. „Die haben sich seit Dienstag nicht akut verschlechtert“, so Wittland. „Zum Glück liegen auch bei den anderen Betroffenen die Symptome im normalen Bereich. „Hätten wir keine Corona-Krise, würden wir von einem normalen Grippeverlauf sprechen.“ Alle positiv getesteten Bewohner sind nach seinen Angaben etwa 80 Jahre alt oder älter.

Die infizierten Mitarbeiter befinden sich laut Wittland aktuell mit ihren Familien in häuslicher Isolation. Ob es für sie weitergehende Maßnahmen geben wird, soll in Abstimmung mit dem Kreis Borken entschieden werden.

Noch am Dienstagabend waren vor dem Hintergrund der ersten beiden Fälle insgesamt 62 Bewohner und Mitarbeiter in der Einrichtung einem Corona-Test unterzogen worden (WN berichteten). Jetzt sollen auch alle anderen Mitarbeiter getestet werden. Unmittelbar seien am Dienstag auch die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Schutzkleidung und Masken ausgerüstet worden. Deren Beschaffung für einen längeren Versorgungszeitraum gestalte sich allerdings schwierig, wie die Einrichtung betont. Der Kreis habe für die kommenden Tage Masken und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Aber auch von anderen Einrichtungen – etwa einem befreundetet Caritasverband, dem Deutsche Roten Kreuz, der Landwirtschaftskammer, Geschäftsleuten und weiteren Spendern – sei bisher Hilfe gekommen.

Der Kreis Borken meldete am Donnerstag (Stand: 16.30 Uhr) für Gronau 27 Infizierte (am Tag zuvor waren es 18). Die Zahl der Gesundeten wird mit 15 (12) angegeben, es gibt einen Toten.

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