Corona-Hotspot
Größerer Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter in Emsdetten

Kreis Steinfurt/ Emsdetten/Hamm -

Mindestens 26 Beschäftigte eines mittleren Betriebs der Fleischverarbeitung im Kreis Steinfurt sind nach Angaben der Verwaltung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Schwerpunkt des Geschehens liegt in Emsdetten. Derweil steigen die Infektionszahlen in Hamm weiter.

Donnerstag, 24.09.2020, 07:25 Uhr aktualisiert: 24.09.2020, 10:11 Uhr
Eine Mikroskopaufnahme zeigt das Coronavirus.
In einem fleischverarbeitenden Betrieb in Emsdetten ist es zu einem Corona-Ausbruch gekommen. Foto: Wilfried Gerharz

Bei einem Fleischverarbeiter in Emsdetten ist das Coronavirus ausgebrochen. Insgesamt 26 Beschäftigte des „mittelgroßen Betriebes“ sind positiv getestet worden, mehrere hundert sind in Quarantäne. Das teilten der Krisenstab des Kreises Steinfurt unter Leitung von Kreisdirektor Martin Sommer, Emsdettens Bürgermeister Georg Moenikes und Vertreter des betroffenen Unternehmens am Mittwochnachmittag in einer Pressekonferenz mit.

Sommer: Lokalen „Lockdown“ unbedingt verhindern

Der Ausbruch ereignete sich unter Arbeitern der Firma Allfrisch, die zur Sprehe-Gruppe gehört. Das Unternehmen ist auf die Verarbeitung von Geflügel spezialisiert und hat seinen Sitz an der Hollefeldstraße. Infiziert seien hauptsächlich Leiharbeiter aus Bulgarien und Ungarn, hieß es. Besonders problematisch ist nach Aussage des Krisenstabs-Leiters Martin Sommer, dass die Fleischzerleger in 13 unterschiedlichen Kommunen des Kreises Steinfurt wohnen, darüber hinaus noch in fünf Städten und Gemeinden außerhalb des Kreisgebietes. Am Freitag soll es nun einen groß angelegten Corona-Massentest geben. Dazu habe der Kreis 25 zusätzliche Mitarbeiter abgeordnet, sagte Kreisdirektor Martin Sommer. Oberstes Ziel müsse es nun sein, einen lokalen „Lockdown“ unbedingt zu verhindern.

Private Vermischung der Infizierten „erheblich“

Die Arbeiter seien am Montag getestet worden, in der Nacht zu Mittwoch habe die Kreisverwaltung das Ergebnis erhalten. Auf den Kreis und den Krisenstab komme nun eine „ganz gewaltige Arbeit“ zu, sagte Gesundheitsdezernent Tilman Fuchs. Die private Vermischung der Infizierten sei „erheblich“, es habe Kontakte im Familien- und Freundeskreis gebeben. „Es hat Reisen diverser Art gegeben.“ Eine großflächige Quarantäne soll nun weitere Infektionsketten unterbrechen.

20.000 Puten pro Tag

Am Donnerstagmorgen ist eine Begehung des Betriebes gemeinsam mit der Bezirksregierung Münster geplant. Aktuell sei der Putenzerleger noch nicht stillgelegt, der Betrieb aber extrem eingeschränkt. Insgesamt arbeiten nach Angaben des Krisenstabs 300 Mitarbeiter in den Unternehmen, davon 200 in der Zerlegung. Pro Tag werden dort im Drei-Schicht-Betrieb 20.000 Puten zerlegt. Werksleiter Klemens Biermann sagte, das Unternehmen habe „alles getan, um so etwas zu vermeiden.“ So habe es etwa ein klares Hygienekonzept gegeben.

Hohe Fallzahlen in Hamm

In der Stadt Hamm mit den bundesweit höchsten Corona-Neuinfektionszahlen klettert der Wert unterdessen weiter. Am Mittwoch wurden 94,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen verzeichnet. Am Dienstag hatte die 182.000-Einwohner-Stadt bei dieser zentralen sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz noch 87,1 genannt.

Laut Robert Koch-Institut lag Hamm deutschlandweit an der Spitze. Seit Mittwoch dürfen sich in Hamm zum Schutz gegen die Pandemie im öffentlichen Raum nur noch fünf Personen oder Personen aus zwei Haushalten gemeinsam aufhalten. Schüler und Lehrer in weiterführenden Schulen müssen auch im Unterricht einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Als Auslöser der Corona-Welle gilt eine Großhochzeit und damit verbundene Feste in Werl, Dortmund Hamm.

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