Vereine gehen neue Wege
Sport zu den Menschen bringen

Sporteln im Freien. Auch die Vereine mussten während der Corona-Krise umdenken. Mit "mal etwas anderen Konzepten" versuchten sie so viele Menschen wie möglich zum Sport zu motivieren.

Sonntag, 04.10.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 04.10.2020, 12:14 Uhr
Vereine gehen neue Wege: Sport zu den Menschen bringen
Passender Abstand und begrenzte Teilnehmerzahl – „Sport im Park“ hat sich als ideales Konzept in Zeiten von Corona erwiesen. Foto: Stadtsportbund Münster

Das Konzept von „Sport im Park“ gab es schon vor Corona. Ein glücklicher Umstand, konnten die Vereine doch so in der Krise Menschen in Bewegung bringen.

Sport im Freien

„Es war schon immer eine unserer Aufgaben, Sport in den öffentlichen Raum zu bringen und somit zu mehr oder vielleicht auch mal zu alternativer Bewegung zu motivieren“, betont Gabi Völker-Honscheid vom Stadtsportbund Münster. Ziel war es von jeher, die Vereine zu motivieren, ihre Angebote transparent zu machen und Neugierde zu wecken. Das Konzept erwies sich als erfolgreich – raus an die frische Luft und gemeinsam sporteln. Pilates am Aasee zum Beispiel. „Wir mussten das Rad nicht neu erfinden und haben das Konzept auch für Münster sehr gerne aufgegriffen. Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit für Sport draußen im Park?“, macht Gabi Völker-Honscheid deutlich.

Die Vorteile liegen auf der Hand – Abstand lässt sich leicht einhalten, durch Anmeldungen bleibt die Gruppengröße überschaubar. Eigens für „Sport im Park“ wurde eine App entwickelt, in der nach Registrierung genau abgelesen werden konnte, welches Angebot bereits ausgebucht ist und wo noch Plätze verfügbar sind.

1800 Teilnehmer in sieben Wochen

Sieben Wochen lief in diesem Jahr der Aktionszeitraum. Circa 2500 Accounts wurden mittels der APP registriert, die Kursleiter konnten dann in den Gruppen rund 1800 Teilnehmer allein in Münster zählen. Nicht ausgeschlossen, dass daraus weitere kleine Gruppen erwachsen, die sich auch künftig draußen treffen.

Für viele Vereine hat das Konzept einen weiteren schönen Nebeneffekt – häufig steht diesen gerade in den Schulferien keine geeignete Halle zur Verfügung. Die Kurse einfach nach draußen zu verlagern löst das Problem auf einfach Weise.

Übungen auch von zu Hause

Auch für Menschen, die in Zeiten von Corona lieber nicht das Haus verlassen möchten oder den Sport in der Gruppe noch meiden, haben die Vereine sich etwas überlegt. „Einige Kursleiter haben Videotutorials mit Übungen aufgenommen, die zu Hause nachgemacht werden können“, nennt Gabi Völker-Honscheid ein Beispiel. „Natürlich kann das den zwischenmenschlichen Kontakt nicht völlig ersetzen, aber es ist zumindest eine reizvolle Möglichkeit, die Menschen zu sehen, die man kennt.“ Und nach Corona? „Wir wollen die jetzt angestoßene Digitalisierung durchaus beibehalten“, betont Gabi Völker-Honscheid. So könnten Videostreams zum Beispiel ein Angebot für Menschen sein, die sich nicht gut genug fühlen, um zum Sport zu gehen, aber nicht darauf verzichten wollen.

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