Wie sich die AHA-Regeln auf Kinder auswirken
Lieber Maske als Lockdown

Leben mit Maske. Für die meisten Menschen ist das Tragen von Mund-und-Nasen-Bedeckungen, in den letzten Monaten, schon normal geworden. Aber wie wirkt sich diese Maßnahme auf Kinder aus? Kinder- und Jugendmediziner Pedro Andreo Garcia berichtet.

Donnerstag, 01.10.2020, 08:22 Uhr aktualisiert: 01.10.2020, 08:48 Uhr
Für die meisten Kinder in Münster ist es kein Problem, eine Maske tragen zu müssen.
Für die meisten Kinder in Münster ist es kein Problem, eine Maske tragen zu müssen. Foto: colourbox.de

Es gibt gute Nachrichten! Das Tragen der Masken sowie das Abstand halten voneinander, beeinträchtigt die Kinder weniger, als Eltern es oft befürchten. „Das läuft relativ problemlos“, berichtet Pedro Andreo Garcia. Er ist niedergelassener Kinder- und Jugendmediziner in Münster. „Das jedenfalls sind die jetz­igen Erfahrungen.“ Für eine endgültige Bewertung sei es jedoch noch zu früh.

In den Praxen sollen die Kinder ab fünf Jahren eine Maske tragen, die Eltern sowieso. Wichtig sei unter anderem eine gute Kommunikation mit den Kindern. „Je nachdem, wie positiv die Eltern mit dem Tragen der Maske und dem Abstand halten umgehen, ist es auch für den Nachwuchs kein Pro-blem“, berichtet Pedro Andreo Garcia. Ganz im Gegenteil: „Umso kleiner die Kinder sind, desto stolzer sind sie, wie die Erwachsenen Maske tragen zu dürfen.“

Lieber Maske als Lockdown

Anders sehe es nach Angaben des Facharztes bei den Jugendlichen aus. „Sie fühlen sich eingeschränkt und berichten von Atemproblemen, Schwindel und anderen so genannten Ablehnungsbeschwerden.“ Befrage man die Eltern in Münster, wie sich die Kinder im Umgang mit der Maske verhalten, treffe man laut Andreo Garcia nicht auf allzu viele Probleme. Im Unterschied dazu hat der Lockdown sehr wohl bei vielen Familien zu einer deutlich größeren Belastung und psychosomatischen Beschwerden geführt.

Es gab mehr Streit und das Wohlempfinden war geringer, berichtet der Kinder- und Jugendarzt. Dies zeige eine Studie aus Hamburg, für die 1000 Kinder nach ihrer psychischen Gesundheit während des Lockdowns befragt wurden. „Nicht rauszukönnen, stark eingeschränkt zu sein, hat den Kindern und Eltern mehr ausgemacht, als eine Maske zu tragen“, sagt Andreo Garcia, der über das Praxisnetz der Kinder- und Jugendärzte in Münster (www.paednetz-muenster.de) mit seinen Kollegen vor Ort vernetzt ist. „Durch die Maske und das Abstand halten haben wir derzeit mehr Alltagsmöglichkeiten. Damit können wir diese Zeit vernünftig überstehen und Schlimmeres wie einen erneuten Lockdown verhindern.“ Dafür tragen auch Kinder gerne eine Maske und halten Abstand.

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