Noch kein flächendeckendes Angebot
Holpriger Start bei Gratistests

Münster/Düsseldorf -

Mit einem kostenlosen Corona-Freitest pro Woche ein bisschen Bewegungsspielraum zurückerobern - danach sehnen sich viele Bürger. Doch der Start der neuen Test-Ära fällt am Montag in NRW holprig aus.

Montag, 08.03.2021, 17:40 Uhr aktualisiert: 08.03.2021, 18:12 Uhr
Wo kann man sich kostenlos auf Corona testen lassen? Am Sonntag hat das Land eine Allgemeinverfügung zur „vorläufigen Beauftragung zur Durchführung von Bürgertestungen“ veröffentlicht.
Wo kann man sich kostenlos auf Corona testen lassen? Am Sonntag hat das Land eine Allgemeinverfügung zur „vorläufigen Beauftragung zur Durchführung von Bürgertestungen“ veröffentlicht. Foto: dpa

Der Start kostenloser Corona-Schnelltests für alle Bürger ist vielerorts nur schleppend angelaufen. So gab es am Montag in NRW nur wenige Apotheken, die solche Gratis-Tests schon anboten. Auch in vielen Arztpraxen waren ersten Meldungen zufolge noch nicht die nötigen Mengen vorhanden, um schon jetzt flächendeckend kostenlose Tests anzubieten.

Das NRW-Gesundheitsministerium erließ am Montag eine Allgemeinverfügung. Demnach werden Ärzte, Apotheken, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen mit der Durchführung der Tests beauftragt. Auch Zahnärzte sowie kommunale, private und von den kassenärztlichen Vereinigungen betriebene Testzentren sollen sich möglichst an den „Bürger-Testungen“ beteiligen.

Mindestanforderungen für Teststellen

Alle seit Montag erbrachten Tests sowie die Zahl der positiven Ergebnisse seien tagesbezogen den Gesundheitsbehörden zu melden. Zudem werden Mindestanforderungen für die Teststellen aufgelistet. 

Die Teststellen müssen an mindestens 20 Wochenstunden zur Verfügung stehen und auch Nachmittags- und Wochenendöffnungszeiten anbieten. Auch „Drive-In“ könne angeboten werden. Als Testpersonal seien nachweislich fachkundige Personen mit einer medizinischen Ausbildung einzusetzen oder andere fachkundige, besonders geschulte Personen - etwa Krankenpfleger.

Die NRW-Allgemeinverfügung gilt, bis die eigentlich zuständigen örtlichen Gesundheitsbehörden selbst Aufträge für die Tests erteilen - „längstens aber bis einschließlich zum 15. März 2021“. Infrage kämen prinzipiell alle, die bereits vor dem 8. März Antigen-Tests für Patienten angeboten hätten, die zur Durchführung der Tests „bereit und in der Lage“ seien und die personellen und räumlichen Mindestanforderungen erfüllen.

Bund und Länder hatten das Angebot – ein kostenloser Test pro Woche ab 8. März, vorgenommen von geschultem Personal – vereinbart, der Bund übernimmt die Kosten. 

Viele offene Fragen verzögern den Start

Wegen vieler noch offener Fragen boten zum Start am Montag nur wenige Apotheken in NRW schon kostenlose Corona-Schnelltests für alle Bürger an. 

Der Apothekerverband Westfalen-Lippe erklärte am Montag, dass nur in wenigen Einzelfällen Apotheken bereits kostenlose Schnelltests anbieten könnten. Den Apotheken seien die Hände gebunden, weil sie noch auf die erforderliche Beauftragung durch die Kommunen warten, heißt es.

Der Hausärzteverband Westfalen-Lippe wies darauf hin, dass nicht nur Apo­theken, sondern auch Arztpraxen selbst entscheiden können, ob sie Tests durchführen. Da die kostenlosen Schnelltests erst seit Montag angeboten werden, „können wir noch nicht sagen, wie es in den Praxen läuft“, sagte Anke Richter-Scheer, Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Derweil laufen die Vorbereitungen für die Gratis-Schnelltests in Schulen an, auch wenn die Details noch nicht geklärt sind.

Selbsttests schnell vergriffen

Seit Samstag sind auch die ersten Corona-Selbsttests im Handel erhältlich. Bei Aldi waren nur wenige Tests erhältlich, bei Lidl (online) waren sie ebenfalls schnell vergriffen. In dieser Woche sollen weitere Tests geliefert werden, teilte Aldi mit. Auch Drogerien starten den Verkauf.

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