Geschichte des E-Papers
Von e wie echt zu e wie elektronisch

Diese Begriffe haben sich im Alltagswortschatz etabliert: E-Mail, E-Book, E-Paper. Letzteres steht, als Abkürzung aus dem Englischen, für „Electronic Paper“. Die Wortbildung „elektronisches Papier“ mag zunächst widersprüchlich klingen, hat sich aber eingebürgert für die elektronische Version eines Printmediums, das in unterschiedlichen Formaten online bereitgestellt wird. 

Montag, 22.06.2020, 13:01 Uhr aktualisiert: 24.06.2020, 14:23 Uhr
Geschichte des E-Papers: Von e wie echt zu e wie elektronisch
Foto: Illustration Nolte/Hammer

Bis zur Idee und der Verbreitung des E-Papers gingen Jahre ins Land. Das „Journalistikon“ als Wörterbuch der Journalistik (Herbert von Halem Verlag, Köln) erzählt diese kleine Geschichte: Weit vor der Erfindung des World Wide Web Anfang der 1990er Jahre experimentierten erste Anbieter in den USA mit kostenpflichtigen elektronischen Zeitungen. 1980 machte etwa die Tageszeitung The Columbus Dispatch über Compuserve ihre Inhalte verfügbar – die Online-Nutzung kostete fünf US-Dollar pro Stunde, zusätzlich zur Nutzungsgebühr des Online-Dienstes. 

2001 erste E-Paper in Deutschland

2001 stellten erste deutsche Tageszeitungen ihre Druckerzeugnisse als digitalisierte, originalgetreue 1:1-Version für die Leserinnen und Leser parat. Den Vorreitern folgen viele Verlage. Aber das dauerte. 2004 gab es bundesweit erst 30 Titel anzuklicken. 2010 wurden in Deutschland rund 95.000 Exemplare verkauft – neun Jahre später betrug die digitale Gesamtauflage knapp 1,66 Millionen Exemplare. 

Etwa drei Viertel (77 Prozent) der Jüngeren halten diese Form derZeitungslektüre für sinnvoll. In der Gesamtbevölkerung beträgt der Anteil 59 Prozent.

ZMG-Studie

Akzeptanz und Nutzung steigen

Die Akzeptanz und die Nutzung des E-Papers steigen deutlich. Zwar wollen drei Viertel der Zeitungsabonnenten noch immer am liebsten echtes Papier in Händen halten, aber nutzen in Ergänzung dazu auch die Vorteile, die die elektronische Fassung bietet – beispielsweise im Urlaub. Bei den Jüngeren ist die elektronische Variante deutlicher Favorit: Laut aktueller Umfrage der ZMG Zeitungsmarktforschung im Auftrag des Bundesverbandes Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) halten es gut drei Viertel (77 Prozent) der 14- bis 29-Jährigen für sinnvoll, die Zeitung als E-Paper zu lesen. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bei 59 Prozent. 

Auch Nicht-Leser sind neugierig: Ein Drittel signalisierte in den Interviews der Umfrage ein grundsätzliches Interesse an der E-Paper-Nutzung – auch hier sind es vor allem die Jüngeren, die Bereitschaft zeigen, online zu lesen.

Illustration Einstellung zum ePaper MZ
Foto: Illustration Nolte/Hammer

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