15. Spieltag der 2. Liga
Patzer und Überraschungen: Terodde rettet HSV die Spitze

Keine Siege für die Favoriten, überraschende Punktgewinne für die Abstiegskandidaten. Der HSV bleibt Spitzenreiter in der 2. Liga.

Sonntag, 10.01.2021, 10:57 Uhr aktualisiert: 10.01.2021, 11:00 Uhr
Simon Terodde vom HSV (r) nach dem Spiel beim Handschlag mit Tim Handwerker (6) vom FC Nürnberg.
Simon Terodde vom HSV (r) nach dem Spiel beim Handschlag mit Tim Handwerker (6) vom FC Nürnberg. Foto: Daniel Karmann

Düsseldorf (dpa) - Siegesserie gestoppt, Tabellenführung verteidigt. Der Hamburger SV bleibt dank Torjäger Simon Terodde und der Patzer der unmittelbaren Verfolger an der Zweitligaspitze, doch die Konkurrenz rückt von hinten nach.

Selbst der Tabellenfünfte Fortuna Düsseldorf kann am Montag mit einem Sieg bei Eintracht Braunschweig bis auf einen Punkt an den HSV heranrücken. Daher war das 1:1 beim 1. FC Nürnberg auch eine verpasste Chance, den Vorsprung auszubauen.

«Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen, darauf haben wir uns in der Halbzeitpause nochmal eingeschworen. Aber nach 90 Minuten muss man sagen, dass es ein gerechtes Unentschieden war», sagte Terodde, der seinem Team mit seinem 16. Saisontreffer immerhin den Punkt rettete.

HSV-Trainer Daniel Thioune erkannte zwar die Schwächen in seinem Team, war aber mit dem Remis nach zuvor vier Siegen am Stück zufrieden. «Trotz des vielen Ballbesitzes war das Spiel heute aber nicht so zwingend wie in den letzten Wochen. Genau das hat uns heute gefehlt, um als Sieger vom Platz zu gehen. Am Ende werden wir sehen, wie wertvoll dieser Punkt noch sein kann», sagte der Coach.

Holstein Kiel (29 Punkte) und Greuther Fürth (27) hätten die Hamburger (30) an der Spitze ablösen können, vergaben diese Chancen aber gegen starke Gastgeber. Erstaunlich gut präsentierte sich der mittlerweile 13 Spiele sieglose Tabellenvorletzte FC St. Pauli und machte den Kielern beim 1:1 das Leben schwerer als erwartet. «Das Spiel war sehr, sehr umkämpft», sagte Kiels Coach Ole Werner. Joshua Mees rettete den Gästen nach 0:1-Rückstand durch Omar Marmoush das Unentschieden.

Trotz einer 2:1-Führung beim Karlsruher SC mussten sich die zuvor 14 Auswärtsspiele unbesiegten Fürther beim Karlsruher SC am Freitagabend noch mit 2:3 geschlagen geben. «Da müssen wir uns ganz klar an die eigene Nase packen. Wir hatten selbst genug Möglichkeiten. Und wenn du dann drei Gegentore kriegst in Karlsruhe, dann hast du es am Ende vielleicht auch nicht verdient, etwas mitzunehmen», sagte der Fürther Rechtsverteidiger Marco Meyerhöfer.

Im Tabellenkeller überraschte nicht nur St. Pauli mit einem unerwarteten Punktgewinn. Schlusslicht Würzburger Kickers schaffte mit dem 3:2 beim VfL Osnabrück den zweiten Saisonsieg und ging auswärts erstmals in dieser Saison nicht als Verlierer vom Platz. Marvin Pieringer, einer von fünf neu verpflichteten Spielern, steuerte zwei Treffer bei. Schon beim 1:1 gegen St. Pauli erzielte der vom SC Freiburg ausgeliehene 21-Jährige einen Treffer. «So einen Start habe ich mir natürlich nicht erträumt, bin aber natürlich froh, dass es läuft. Auf dem Spiel von heute bauen wir nun auf», sagte er.

© dpa-infocom, dpa:210110-99-963589/2

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