2. Liga
Nervenstarke Bochumer nach Spektakel auf Aufstiegskurs

Auf jede Pleite lässt Spitzenreiter Bochum einen Sieg folgen. So auch in einem verrückten Spiel gegen Hannover. Die Westfalen streben mit Macht der Bundesliga entgegen. Aber auch Heidenheim, Düsseldorf und sogar St. Pauli mischen im Aufstiegsrennen mit.

Sonntag, 18.04.2021, 16:24 Uhr aktualisiert: 18.04.2021, 16:26 Uhr
Bochums Anthony Losilla (M) und Hannovers Jaka Bijol (r) kämpfen um den Ball, links sieht Bochums Armel Bella-Kotchap zu.
Bochums Anthony Losilla (M) und Hannovers Jaka Bijol (r) kämpfen um den Ball, links sieht Bochums Armel Bella-Kotchap zu. Foto: Roland Weihrauch

Düsseldorf (dpa) - Der VfL Bochum hat in einem völlig verrückten Spiel Nervenstärke bewiesen und auf dem Weg zurück in die Fußball-Bundesliga einen möglicherweise entscheidenden Schritt gemacht.

Eine Woche nach dem 0:3 in Paderborn feierte der Zweitliga-Spitzenreiter dank des Treffers von Robert Tesche (90.+2 Minute) in der Nachspielzeit und nach einem Wechselbad der Gefühle einen 4:3 (2:1)-Erfolg gegen Hannover 96. Bochum hat nun 57 Punkte auf dem Konto und sich auf die Verfolger SpVgg Greuther Fürth (51) auf Rang zwei und Hamburger SV (50) auf Rang drei vorerst deutlich Luft verschafft.

In den vergangenen drei Jahren haben 57, 58 und 60 Punkte bereits zum direkten Aufstieg gereicht, der VfL hat die Erstliga-Rückkehr nach elfjähriger Abstinenz vor den letzten fünf Spielen also dicht vor Augen. «Ich freue mich natürlich extrem. Das 3:3 war natürlich absolut bitter. Alle Köpfe waren schon am Boden, und am Ende hatten wir das Glück», sagte Tesche zu seinem Siegtor und ergänzte mit Blick auf das Aufstiegsrennen: «Die drei Punkte helfen uns enorm.»

Mitmischen könnte hinter dem Top-Trio aber auch noch der 1. FC Heidenheim, der nach dem 3:0 (2:0) bei Jahn Regensburg 48 Zähler auf dem Konto hat. Auch Fortuna Düsseldorf nach dem 3:0 (1:0) beim VfL Osnabrück mit 46 und der FC St. Pauli (4:0 gegen Würzburg) als bestes Rückrundenteam mit 44 Punkten sind nicht abzuschreiben.

Die Tabelle gibt allerdings wegen der Quarantänen bei Holstein Kiel, beim Karlsruher SC und beim SV Sandhausen ein schiefes Bild wieder. Der HSV tritt in der kommenden englischen Woche am Donnerstag zum Nachholspiel in Sandhausen an. Besonders betroffen vom Nachholprogramm mit drei Spielen Rückstand ist Aufstiegsaspirant Kiel (46), der beginnend mit dem Spiel am kommenden Samstag in Osnabrück bis zum Saisonende am 23. Mai neun Partien absolvieren muss, darunter das Pokal-Halbfinale bei Borussia Dortmund (1. Mai). «Na klar, wenn ab jetzt bei unseren Konkurrenten alle Spiele ausfallen, wir dürfen weiterspielen und dann wird die Saison abgebrochen, dann haben wir noch eine Chance», sagte St. Paulis Trainer Timo Schultz zur unwirklichen Situation.

Bochum und Hannover lieferten einen Fußball-Krimi. Der Favorit geriet gegen die zuvor in sieben Spielen sieglosen Hannoveraner durch 96-Kapitän Dominik Kaiser in Rückstand (22. Minute). Doch Bochum schlug davon unbeeindruckt durch die Tore von Tesche (29.), Holtmann (38.) und Simon Zoller (62.) zurück. Doch der zwei Minuten zuvor eingewechselte Marvin Ducksch (67.) sorgte für den Anschluss der Gäste.

Und dann begann das große Zittern, Bochums Keeper Manuel Riemann rettete danach mehrmals. Doch gegen den abgefälschten Flachschuss von Hannovers Philipp Ochs in der letzten Minute war Riemann machtlos. Bochum zeigte dann aber die Qualitäten einer Spitzenmannschaft. Das Team von Trainer Thomas Reis warf alles nach vorne - und Tesche traf in der zweiten Minute der Nachspielzeit erneut per Kopf und wieder nach einer Ecke.

Klarer machten es Heidenheim und Düsseldorf. Der letztjährige Dritte Heidenheim rückte durch die Tore von Denis Thomalla (11.), Patrick Mainka (36.) und Tim Kleindienst (80./Foulelfmeter) auf Rang vier vor. Und die Fortuna gewann dank Kristoffer Peterson (37.), David Kownacki (50., Foulelfmeter) und Marcel Sobottka (67.) beim Tabellen-16. Osnabrück, der die zwölfte Heimpleite in Folge kassierte. «Wir wollen solange wie möglich oben dran bleiben», sagte Düsseldorfs Torschütze Sobottka.

© dpa-infocom, dpa:210418-99-253065/3

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