Mi., 26.08.2015

Fußball 3. Liga Fußball zum Abgewöhnen

Zumindest die Haltungsnoten stimmten bei Amaury Bischoff (2. von rechts): Die Preußen boten gegen Mainz eine grausige Vorstellung.

Zumindest die Haltungsnoten stimmten bei Amaury Bischoff (2. von rechts): Die Preußen boten gegen Mainz eine grausige Vorstellung. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

So einfach war es lange nicht mehr, beim SC Preußen Münster drei Punkte abzuholen. Eine desaströse Leistung lieferte der Fußball-Drittligist vor 7560 Zuschauern ab, das 0:1 (0:1) gegen den FSV Mainz 05 II an diesem Flutlichtabend, der normalerweise für Dramatik und Spannung sorgt, schmeichelte dabei noch den Hausherren.

Von Alexander Heflik

Am Ende waren die „ Loose raus“-Rufe nicht zu überhören, der Übungsleiter der Preußen geriet ins Fadenkreuz der ersten Manöverkritik von den Rängen.

Zu enttäuschend, viel zu schwach, einfach nur leblos agierten die Adlerträger. Im dritten Heimspiel gab es nach zwei Unentschieden nichts zu holen. Die bittere Realität an diesem Abend: Für einen Punkt oder gar den „Dreier“ kamen die Hausherren nicht infrage. Nach vier Partien ohne Niederlage war das eine Standortbestimmung, die niemandem schmecken konnte. Was war da nur los?

Den ersten Schreckmoment erlebten die Preußen, als sich Stammkraft Marc Heitmeier mit einem Magen-Darm-Infekt abmeldete. Der Luxemburger Chris Philipps kehrte deshalb in die Innenverteidigung zurück – und patzte nach nicht einmal zehn Minuten. Sein Stellungsspiel ermöglichte Julian Derstroff die Möglichkeit zum Schlenzer von der Strafraumgrenze zur Gäste-Führung. SCP-Keeper Niklas Lomb war machtlos.

Und sonst? Von Münster war das eine Halbzeit Fußball zum Abgewöhnen. Das Beste war noch, dass es zur Pause nur 0:1 stand. Der SCP lief völlig neben der Spur, den Gästen aus Mainz wurde es ganz leicht gemacht. Ein Lattentreffer von Patrick Pflücke (42.) hätte das verdiente 2:0 bedeuten können, drum herum sah man eine Reihe von fixen Angriffen, es brannte lichterloh in der Hälfte der Gastgeber, das war Konzeptfußball – allerdings ohne Durchschlagskraft. Die Preußen im Glück, nahezu jeder Spieler war an misslichen Situationen beteiligt. Linksverteidiger Felix Müller erwischte eine rabenschwarze erste Hälfte. Im Mittelfeld konnten Amaury Bischoff und Charles-Elie Laprevotte die Mainzer Angriffsmaschine zu keinem Moment stoppen. Vorne agierten Marcus Piossek und Abdenour Amachaibou lustlos und uninspiriert. Und so weiter und so fort.

Wann gab es das schon mal in der Ära von Coach Ralf Loose, dass Münsters Reservisten bereits nach 22 Minuten zum Warmmachen geschickt wurden, acht Minuten später kam Cihan Özkara für Amachaibou – es hätte auch vier, fünf andere im Preußen-Dress erwischen können. Auf den Punkt war der SC Preußen bei Anpfiff nicht fit, es war anders geplant. Ein Hoffnungsschimmer war da nur, dass Rogier Krohne nach 43 Minuten die erste und einzige Chance der Hausherren nach einem Freistoß von Bischoff hatte. Der knappe Rückstand zur Pause war – wirklich – ein Geschenk für den SCP.

Nach dem Wechsel änderte sich wenig. Das gefährliche Team, die schnellere Mannschaft blieb Mainz, alles hatte Hand und Fuß. Dem SCP fiel wenig bis gar nichts ein, die Mittelfeldzentrale blieb das Epizentrum aller Probleme, Coach Loose reagierte nicht und stellte nicht mehr entscheidend um. Eine Art Chance hatte dann Marcus Piossek nach 57 Minuten, aber sein Schuss wurde geblockt, wie auch der von Cihan Özkara (72.). So ging es dahin, einfallslose Preußen wussten nicht, was sie tun sollten. Was für ein qualvoller Abend, der dann auch noch mit der Roten Karte für Cihan Özkara (81. Minute) garniert wurde. Schiedsrichter Johannes Huber (Bogen) nahm den Hinweis seines Linienrichters ernst und schickte den Angreifer in die Kabine, es war der vierte Platzverweis für Münster im fünften Saisonspiel. Diese Niederlage tat ungemein weh.



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