Fußball: 3. Liga
Preußen-Coach Loose verzichtet auf Personalpoker vor Derby

Münster -

Nach vier Siegen am Stück gibt es für Trainer Ralf Loose wenig Grund, seine Elf im Derby am Mittwoch beim VfL Osnabrück umzustellen. Sorge macht ihm, dass wohl wenig Stimmung aufkommen wird an der Bremer Brücke. Aber auch in Sachen Fan-Ausschluss beweist der Coach Galgenhumor.

Dienstag, 22.09.2015, 16:42 Uhr aktualisiert: 22.09.2015, 19:51 Uhr
Philipp Hoffmann muss noch um seinen Platz in der Startelf am Mittwoch bangen.
Philipp Hoffmann muss noch um seinen Platz in der Startelf am Mittwoch bangen. Foto: Jürgen Peperhowe

Warum auch, fragte sich Preußen-Trainer Ralf Loose vor dem Derby am Mittwoch. Warum soll er seine Mannschaft großflächig umbauen, nachdem sie zuletzt vier Siege am Stück eingefahren hat. „Bei Siegesserien ist das der erste Gedanke, die gleiche Mannschaft ins Rennen zu werfen“, sagte der Coach des Fußball-Drittligisten aus Münster vor dem mit Spannung erwarteten Auftritt am Mittwoch (18 Uhr) in der Nachbarschaft beim VfL Osnabrück .

Offensive Wunde

Die Antwort gab der 52-Jährige dann selbst: „Wenn wir selbstkritisch sind, dann haben wir gegen Fortuna Köln ein ordentliches und schwieriges Spiel gewonnen. Wir müssen aber noch konzentrierter und taktisch disziplinierter auftreten.“ Und natürlich legte Loose auch den Finger in die Wunde namens Offensive: „Die Bälle sind da, aber wir haben, was die Laufwege und die richtigen Entscheidungen betrifft, noch Defizite. Daran arbeiten wir.“

Ein Aufstellungspoker vor dem Derby? Am Ende dürfte es vermutlich nur um eine Position gehen, die im rechten offensiven Mittelfeld. Philipp Hoffmann oder Cihan Özkara wäre die zu lösende Aufgabenstellung. Alles andere ist mehr oder weniger fix. Einige Reservisten müssen sich gedulden, auf Sperren, Verletzungen oder Formkrisen warten. So ist das, wenn eine Mannschaft wie der SCP auf Rang zwei gehüpft ist und lange keine Federn mehr gelassen hat.

Kein Rabatz

Loose hat mehr Sorgen, was die Atmosphäre im Stadion betrifft. Keine Preußen-Anhänger da, die Rabatz für ihr Team machen. Keine Anfeuerung von den VfL-Fans, weil sie einen Stimmungs-Boykott durchziehen, 8000 Menschen die in aller Ruhe Fußball gucken werden? „Zum Derby gehören beide Fangruppen, beide Farben.“ Er befürchtet eine Art Geisterspiel, Stimmung gegen Null gehend. Auch deshalb ließ er die letzten beiden Übungseinheiten im Preußenstadion stattfinden, leere Arena und große Stille, zumindest am Dienstag waren aber einige SCP-Fans auf den Rängen zu finden.

„Das habe ich schon zwei, drei Mal erlebt. Das waren grausame Events, das hat nichts mit Profifußball zu tun, wenn man jedes Wort, das auf dem Platz fällt, hören kann.“ Loose hofft, dass das eine einmalige Geschichte bleibt, wobei das Rückspiel in Münster wiederum ohne Osnabrücker – Stand heute – stattfinden wird. Also flüchtet sich Loose in Galgenhumor und sieht zumindest eine Anreise im Stau nicht, denn: „Ohne unsere Fans wird die A1 wohl frei sein.“

Münster: Lomb – Kopplin, Pischorn, Heitmeier, Müller – Laprevotte, Bischoff, Schwarz – Hoffmann, Reichwein, Kara.

Wir wollen das nicht noch einmal in einer Saison erleben, dass ein Derby ohne Fans stattfinden muss.

SCP-Sportvorstand Carsten Gockel
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