Fußball: 3. Liga
Preußen-Verteidiger Pischorn ist wieder eine feste Größe

Marco Pischorn kam in eineinhalb Jahre beim SCP nur auf 17 Einsätze und wurde schon als Transferflop bezeichnet. Nach 14 Einsätzen in der laufenden Saison ist der 29 Jahre alte Innenverteidiger aus der Abwehr nicht mehr wegzudenken und gehört zu den Besten der 3. Liga.

Mittwoch, 04.11.2015, 14:03 Uhr aktualisiert: 04.11.2015, 22:03 Uhr
Eine Bank in der Luft: Marco Pischorn spielt in dieser Saison eine glänzende Rolle in der SCP-Innenverteidigung – genau wie seine Nebenleute und Torhüter Niklas Lomb. Zwölf Gegentreffer in 15 Partien bedeuten eine starke Quote. Nur zwei Drittligisten sind besser.
Eine Bank in der Luft: Marco Pischorn spielt in dieser Saison eine glänzende Rolle in der SCP-Innenverteidigung – genau wie seine Nebenleute und Torhüter Niklas Lomb. Zwölf Gegentreffer in 15 Partien bedeuten eine starke Quote. Nur zwei Drittligisten sind besser. Foto: Jürgen Peperhowe

Außergewöhnlich verläuft die Zeit für Marco Pischorn beim SC Preußen Münster. Und vielleicht muss man noch früher anfangen als im Januar 2014, damals unterschrieb er beim SCP einen neuen Kontrakt, um die ganze Dimension, dieses Auf und Ab zu beschreiben. Es war der 21. April 2012, als Marco Pischorn mit seinen Teamkollegen im Schlepptau die Pressekonferenz im Souterrain der Haupttribüne des Preußenstadions stürmte. Gerd Dais , damals Trainer des SV Sandhausen, sprach über den 2:1-Sieg in Münster und den damit perfekten Aufstieg in die 2. Bundesliga. Pischorn war einer der Türme der erfolgreichen Aufstiegsschlachten zur 3. Liga, ein Innenverteidiger mit 36 Einsätzen und sieben (!) Toren. Unter anderem gemeinsam mit dem Münsteraner Ole Kittner und dem früheren Altenberger Marcel Kandziora beim SVS war Partystimmung angesagt, Dais hatte genug geredet, Sandhausen war endlich Zweitligist.

Erinnerung an Sandhausen

„Mich erinnert unsere Mannschaft schon an Sandhausen. Die Art, wie wir spielen, hinten passiert nicht viel, und vorne machen wir immer ein Bude“, zieht der 29-jährige Verteidiger einen durchaus gewagten Quervergleich. Um gleich wieder geerdet daher zu kommen: „Natürlich müssen wir weiter tiefstapeln.“ Pischorn sucht und findet den Mix aus durchaus gewachsenem Selbstvertrauen und Bescheidenheit. Wenn einer die Dinge hier einzuordnen weiß, dann er. „Pischorn reloaded“, der Abwehrspieler hat alle Systeme wieder in Schwung gebracht. Als aus Sandhausen nach Münster wechselte, er war links liegengelassen worden von Coach Alois Schwartz, sollte er gleich zur festen Größe werden. Anfangs passte es noch, dann erlebte er in Münster eine Saison 2014/15 zum Abhaken. In diesem Sommer war er einer der Streichkandidaten. 17 Einsätze in eineinhalb Jahren war dürftig. „Ich kannte ihn aus Stuttgart und Sandhausen und habe mich gewundert, dass er seine Leistung nicht abrufen konnte“, befand Trainer Ralf Loose, für den Pischorn nur das x-te Rad am Wagen war. Null Chance auf einen Startelfplatz. „Das war nicht einfach, Marco hat sich immer 100 Prozent korrekt verhalten, Spieler mit so einem Charakter hätte man gerne noch mehr“, rätselt auch Sportchef Carsten Gockel bei der Entwicklung des Spielers.

Basische Ernährung

Zwei, drei Dinge spülten den Blondschopf wieder nach oben. Er blieb dran, gab gut gelaunt nie klein bei, verringerte sein Kampfgewicht dank „basischer Ernährung“ von knapp 95 auf derzeit meist 85 bis 86 Kilogramm, aß wenig Fleisch, kaum Gluten, keine Süßigkeiten. Und, auch das gibt er unumwunden zu: „Ich hatte auch das Glück, dass sich Simon Scherder leider das Kreuzband gerissen hat.“ Der umstrittene Platzhirsch Dominik Schmidt war weg, Scherder fiel lange aus, und Neuzugang Chris Philipps handelte sich früh am zweiten Spieltag eine Sperre ein, Pischorn kehrte zurück.

Aktuell wird der 29-Jährige zu den Top-Verteidigern gezählt, in der Kicker-Rangliste liegt er mit einem Notenschnitt von 2,68 direkt hinter Michael Hefele von Spitzenreiter Dynamo Dresden. Dritter ist Pischorns Teamkollege Marc Heitmeier mit 2,71. „Ich kann das nicht wirklich erklären, warum es jetzt läuft“, sagt er. Der 52-jährige Coach Loose dürfte froh sein, dass Pischorn die Preußen nicht verließ. Vor allem auch, weil er nach der der Geburt von Greta am Montag, dem dritten Kind (nach Paul und Frieda) im Hause Pischron, teamintern in der Pflicht steht, so Loose: „Es gibt eine Faustregel bei der Geburt eines Kindes, wir erwarten ein sehr großes Buffet in der Kabine.“

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