Fußball: Film-Kritik
Mit Preußen-Beteiligung – „Derby-Dreieck" schlägt James Bond

Münster -

Der Film „Im Derby-Dreieck“ kommt in die Kinos. Er behandelt die Rivalität der Drittligisten Preußen Münster, Arminia Bielefeld und VfL Osnabrück in der Saison 2014/15. Unser Redaktionsmitglied Alexander Heflik hat eine Kritik geschrieben.

Donnerstag, 12.11.2015, 01:00 Uhr aktualisiert: 12.11.2015, 08:45 Uhr

Natürlich kann an dieser Stelle gesagt werden, dass der SC Preußen in den vergangenen Jahren das bessere Ende in den meisten Derbys für sich verbuchen konnte. Mancher Spieler trägt das wie eine Fahne vor sich her. Und ist es nicht mit am schönsten, wenn man sich selbst als „Derbysieger“ titulieren kann?

Aber Arminia Bielefeld hat den Sprung in die 2. Liga geschafft, dabei sogar nach langer Zeit wieder gegen Münster gewonnen. Der Aufstieg der Bielefelder dürfte wiederum weder dem SCP noch dem VfL Osnabrück gerade geschmeckt haben. Zwischen diesen drei Clubs, die jeweils keine 100 Kilometer voneinander entfernt liegen, ist die Rivalität besonders groß – obwohl, zu selten prallten die Vereine gemeinsam alle in einer Liga aufeinander.

Tiefer Einblick

Das war 2014/15 zumindest mal so. Filmemacher Milan Skrobanek nutzte den Moment, um die Dokumentation „Derby-Dreieck“ zu drehen. Es ist ein tiefer Einblick hinter die Kulisse. Skrobanek wählte drei Perspektiven, die der Fans und des Fan-Radios bei Preußen Münster , die der Pressestelle und der Vereinsverwaltung bei Arminia Bielefeld, und die von Trainer Maik Walpurgis und seinen Schützlingen in Osnabrück .

Alle drei Blickwinkel unterstreichen die Leidenschaft der Darsteller. Die Dynamik des Spiels, das Drama innerhalb einer Partie und in der Kabine wird an Walpurgis besonders sichtbar. Das sind rare Bilder aus dem Innersten eines Proficlubs. Welche Bedeutung Sieg und Niederlage haben, und zwar nicht nur am Spieltag, geben die Szenen und Interviews der handelnden Personen in Münster und Bielefeld wieder.

Euphorie prallt auf Schweigen, Sieger treffen auf Verlierer. Dieses Spiel, so ein Derby ist zwischen Osnabrück und Münster ist nicht weniger wichtig als Dortmund gegen Schalke, es berührt viele Menschen in der Region. Fußball halt.

Kein Zugang in Münster

Was der Dokumentation ein wenig fehlt, sind die intimen Kabinenbilder gerade von der Arminia und den Preußen, der Vergleich, inwieweit dort die Dinge anders angeschoben und interpretiert werden. Beim SCP wurde Skrobanek, der nun in Hamburg lebt, aber ein ausgezeichneter Zweitliga-Tischtennisspieler in Münster war, dieser Zugang nicht gestattet.

So oder so: Wenn ein Preußen-Fan sich an diesem Donnerstag – dann wird der Film um 19 Uhr im Cineplex in Münster gezeigt – entscheiden müsste zwischen „Spectre – James Bond“ und dem „Derby-Dreieck“, so dürfte die Entscheidung einfach sein. Fußball geht vor. Fast immer. Und wenn es um ein Derby geht sowieso.

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