Fußball: 3. Liga
Preußen-Talent Scherder und der lange Weg zurück

Münster -

Er hat einen langen Weg hinter sich und einen ebenso langen vor sich: Nach seinem Kreuzbandriss hat Preußen Münsters Deckungsspieler Simon Scherder den Rasen aber längst wieder betreten. Mit jedem Tag kommt er seinem Ziel näher.

Dienstag, 17.11.2015, 01:50 Uhr aktualisiert: 17.11.2015, 07:35 Uhr
Keine Kompromisse: Simon Scherder (vorn) vor seinem Kreuzbandriss bei der Mission Zweikampf mit dem Mainzer Daniel Bohl.
Keine Kompromisse: Simon Scherder (vorn) vor seinem Kreuzbandriss bei der Mission Zweikampf mit dem Mainzer Daniel Bohl. Foto: Jürgen Peperhowe

Eigentlich war Simon Scherder auf dem Weg in die Startelf des SC Preußen Münster. Er, der seit 2006 bei den Adlerträgern kickt, alle Juniorenteams durchlief und nun mit 22 Jahren vor dem Durchbruch in der 3. Liga stand. Doch beim Testspiel in Kinderhaus Ende Juni zog sich der Abwehrspieler einen Kreuzbandriss zu. Eine Katastrophe für einen Fußballer.

„Erstmals seitdem ich vier Jahre alt war, habe ich solange kein Fußball spielen können“, blickte Scherder auf seine Verletzungszeit im Sommer zurück. Erst vor kurzem gab es ein für ihn wichtiges Signal: „Das war ein gutes Gefühl, endlich wieder Fußballschuhe anziehen zu dürfen und den Rasen zu spüren.“ Das hatte ihm gefehlt.

Dabei schien im Sommer alles gerichtet. Der SCP mistete sein Aufgebot aus, Platzhirsch Dominik Schmidt verabschiedete sich zu Holstein Kiel, auch beim letzten „Meisterspieler von 2011“, Patrick Kirsch, lief der Vertrag aus. Scherders Lehrzeit als dritte oder vierte Option hätte Geschichte sein sollen, zumal mit Marco Pischorn ein weiterer Verteidiger auf der Streichliste stand.

Hinten anstellen

Die Testbegegnung in Kinderhaus änderte alles, Scherder war raus, und das für Monate. Pischorn sprang in die Bresche. Und der junge Mann, der einst von Brukteria Dreierwalde zum SCP kam, weiß um die neue Situation: „Klar muss ich mich hinten anstellen.“ Aktuell arbeitet er mit den Physiotherapeuten Dennis Morschel und Matthias Haase seine Defizite auf, vorsichtig kommt der Ball ins Spiel, Scherder befindet sich auf einem guten Weg. Und er zollt seinem „Vertreter“ Pischorn Respekt: „Wir wussten ja, dass Marco das spielen kann. Und bei ihm sieht man auch, was mit Selbstvertrauen geht.“

3. Januar 2016 im Blick

Scherder verletzt, doch die Ausfallphase brachte der 22-Jährige schnell hinter sich. Die Zeit sei so schnell vergangen, sagt er, mittlerweile sieht man den Innenverteidiger regelmäßig wieder am Trainingsgelände. Dehnung und Streckung funktionieren wieder richtig gut, Schmerzen gibt es fast keine mehr. Dennoch ist das Mannschaftstraining, das Kernstück der täglichen Arbeit, noch ein Stück entfernt. Vielleicht klappt es bis zum 3. Januar 2016, dem Auftakt nach der Winterpause. „Vermutlich werde ich nicht wissen, wo links und rechts ist nach dieser ersten Einheit“, erwartet der Abwehrspieler noch viel Mühe und Arbeit. Dann dreht er sich um, diese letzte Laufeinheit ist vorbei, geht die Treppen zu den Umkleiden in den Katakomben des Preußenstadions hinunter und atmete plötzlich scharf durch: „Ist ja doch anstrengender als gedacht.“

Auf seinem langen, schmerzhaften Weg zurück ist Simon Scherder noch nicht auf der Ziellinie.

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