Fußball: 3. Liga
Besonnenheit statt Hysterie bei den Preußen vor Punktspiel gegen Wiesbaden

Münster -

Erhöhte Sensibilität und Aufmerksamkeit, aber keine zusätzliche Manpower – das ist aktuell die Sicherheitsmaxime vor dem Drittliga-Heimspiel der Preußen am Samstag gegen Wehen Wiesbaden. Die Länderspiel-Absage in Hannover soll möglichst keine direkten Auswirkungen haben.

Mittwoch, 18.11.2015, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.11.2015, 20:28 Uhr
Bereits am Montag fand im Preußenstadion das U-20-Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Polen statt – ohne erhöhten Sicherheitsaufwand, ohne Vorkommnisse.
Bereits am Montag fand im Preußenstadion das U-20-Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und Polen statt – ohne erhöhten Sicherheitsaufwand, ohne Vorkommnisse. Foto: Jürgen Peperhowe

Spätestens nach den Geschehnissen von Hannover am Dienstagabend ist die Terrorangst in Deutschland allgegenwärtig. Der Münsteraner fragt sich zumindest insgeheim, wo in der Stadt in nächster Zeit große Menschenmassen zusammenkommen und landet dabei schnell beim SC Preußen, der am Samstag sein Drittliga-Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden austrägt. Von Änderungen im Sicherheitskonzept oder gar Aktionismus sind Clubverantwortliche und Behörden allerdings weit entfernt.

Gespräche mit Gockel

„Solange es keine konkreten Hinweise gibt, und das ist nicht der Fall, sollten wir nicht in Hysterie verfallen“, sagt Polizeisprecher Roland Vorholt. „Vor dem abgesagten Länderspiel lag eine offenbare Gefahr vor. Davon kann hier bislang nicht die Rede sein. Nur fürs Auge werden wir unsere Kräfte nicht vor das Stadion stellen.“ Gespräche mit SCP-Sportvorstand Carsten Gockel gab es am Mittwoch, und auch in den kommenden Tagen wollen Verein und Beamte in Kontakt bleiben. Doch auch seitens des DFB erhielten die Clubs bislang keinerlei Signale, dass sie ihre Maßnahmen im Vorfeld verschärfen sollten. Vorholt betont gleichwohl: „Zur Tagesordnung gehen wir nicht über. Sobald etwas vorliegen sollte, werden wir selbstverständlich aktiv.“

Böckmann setzt auf Abstimmung

Eine ähnliche Sichtweise hat Roland Böckmann, der Sicherheitsbeauftragte der Preußen. „Gedanken machen wir uns nach den Ereignissen natürlich, die Abstimmung mit der Polizei wird dazu im Detail erfolgen. Aber niemand sollte jetzt durchdrehen. Die konkrete Lage gibt absolut keinen Anlass dazu.“

Gegen die Hessen werden aufgrund der DFB-Urteile vom vergangenen Freitag (Sperrung der Blöcke K, M und N) ohnehin maximal knapp 6700 Zuschauer ins Rund gelangen. Da auch seitens der Wiesbadener Fans kein großer Ansturm zu erwarten ist und diese in der Regel nur in zweistelliger Zahl Auswärtspartien besuchen, wird es so leer an der Hammer Straße sein wie selten in den Liga-Begegnungen der Vergangenheit.

Den besonnenen Umgang mit der speziellen Szenerie pflegen nicht nur die Münsteraner. Allgemein soll es im deutschen Profifußball keine Einschränkungen am Wochenende geben. Auch Verlegungen sind nicht geplant.

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