Fußball: 3. Liga
Für die Preußen geht es im Derby gegen Osnabrück um alles

Münster -

Bis auf drei Punkte kann Preußen Münster mit einem Sieg im Derby an den VfL Osnabrück heranrücken. Dann, aber auch wohl nur dann, ginge vielleicht doch noch was im Aufstiegsrennen. Personelle Änderungen im Vergleich zum 1:2 in Köln am Dienstag sind dafür absehbar.

Freitag, 04.03.2016, 18:08 Uhr aktualisiert: 04.03.2016, 19:53 Uhr
Aufregung garantiert: So war es auch beim letzten Aufeinandertreffen. Amaury Bischoff fällt „ehrfurchtsvoll“ nach einem „Schubserchen“ von Tobias Willers (r.).
Aufregung garantiert: So war es auch beim letzten Aufeinandertreffen. Amaury Bischoff fällt „ehrfurchtsvoll“ nach einem „Schubserchen“ von Tobias Willers (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Niemand sollte sagen, dass Preußen-Trainer Horst Steffen schon klein beigegeben hat, was ambitionierte Ziele für diese Saison betrifft. Mehrfach hatte der Fußball-Drittligist dabei nach der Winterpause die Chance, ganz oben in der Tabelle anzupacken, anzugreifen, der Konkurrenz die Zähne zu zeigen. Beim Nachbarschaftsderby am Sonntag (14 Uhr) im eigenen Stadion gegen den VfL Osnabrück gibt es wieder so eine Partie, die den Preußen im Falle eines Sieges so etwas wie eine neue Perspektive verspricht. Aber nur dann, wenn dieses „Endspiel“ gegen die Lila-Weißen gewonnen wird.

Das ist und bleibt eines der wichtigsten und schönsten Spiele in der Saison.

SCP-Sportvorstand Carsten Gockel

 

 

Steffen weiß darum, und er weiß, dass gegen Halle (0:1), Würzburg (0:3) und Fortuna Köln (1:2) zuletzt in der Wochenmitte in der Summe neun Zähler liegengelassen wurden. Das bereitet Schmerzen, der übliche Preußen-Blues war prompt zu fühlen. Das wird mal wieder nix mit dem Aufstiegsrennen. Oder?

Der SCP erinnert mich an meine Anfangszeit in Stuttgart. Da hat es auch gedauert, bis alles stabil war.

SCP-Trainer Horst Steffen

Erstmal Bittsteller

Mal hier oder da ein Sieg, und der SCP könnte gegen Osnabrück mit einem Erfolg richtig Druck auf den VfL, auf Aue, auf Magdeburg oder Großaspach ausüben. So aber sind die Preußen zunächst einmal Bittsteller in diesem Derby, eher droht der Fall ins Mittelfeld. Fast schon demütig wird also auf einen Sieg gehofft, dann auf die anderen Plätze geschaut mit der Frage, ob jetzt noch was geht nach oben. Ganz schön viel Konjunktiv.

„Unter den Umständen sind wir mit dem Vorverkauf und möglicherweise 11 000 Zuschauern zufrieden“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel, erstmals würde die 10.000er Marke bei den Zuschauern in dieser Saison fallen. Doch „ausverkauft“ beim Derby ist was anderes.

1000 Euro Strafe

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat dem SC Preußen Münster nach Anklageerhebung durch den Kontrollausschuss wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe in Höhe von 1000 Euro belegt. Der Vorfall ereignete sich am 28. November 2015 in Dresden. Im münsterischen Zuschauerblock wurde ein Plakat mit beleidigendem Inhalt gegenüber dem DFB gezeig. Das Banner wurde zu Spielbeginn ausgepackt, dann auf Aufforderung der Sicherheitskräfte eingerollt. Weil es dann in der zweiten Halbzeit erneut gezeigt wurde, folgte nun die 1000-Euro-Strafe.

...

Sportlich kann der SCP aus dem Vollen schöpfen, weil eigentlich alle Spieler fit sind. Das Problem für Steffen ist ein anderes, er kann seine erste Formation nicht identifizieren. „Die Partie in Köln war mittelmäßig. Mit dem 1:1 haben wir eine Reaktion gezeigt, und gut war, dass wir dann gewinnen wollten“, erklärt er, weiß aber auch, dass der Schuss mit der 1:2-Niederlage mal richtig nach hinten losging. Und, was der Wahrheit des Auftritts im Südstadion nahe kommt: „Ein paar Jungs haben ordentlich gespielt, ein paar weniger.“ Der seit Donnerstag 47-Jährige, der die Reste seines Kuchenbuffets am Freitag in die Spieltags-Pressekonferenz rüberrettete, rügte namentlich einige der Altvorderen: „Von Cello, Memo, Marco und Heiti erwarte ich mehr. Sie sind so erfahren, das will ich auch auf dem Platz sehen.“ Gemeint waren Reichwein, Kara, Pischorn und Heitmeier.

Ein Sieg am Sonntag – und wir sind wieder ganz groß in der Verlosung.

SCP-Aufsichtsratschef Thomas Bäumer

Über die Startelf verlor Steffen jedenfalls wenige Worte. Adriano Grimaldi, der Ex-Osnabrücker, dürfte erste Wahl sein. Linksverteidiger Felix Müller drängt zudem ins Team, Benjamin Schwarz im Mittelfeld auch. Möglicherweise übernimmt Charles Elie Laprevotte die wichtige zentrale Mittelfeldrolle von Chris Philipps. Es gibt eine Reihe von Planstellen in der Preußen-Elf, die noch zu besetzen sind. Doch am Ende gilt: Wie der SCP das Derby gewinnt, das dürften dem Heimpublikum einerlei sein.

►  Münster: Lomb – Kopp­lin, Pischorn, Heitmeier, Müller – Schwarz, Laprevotte, Bischoff – Hoffmann, Grimaldi, Amachaibou.

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