Fußball: 3. Liga
Preußen nach 0:2 gegen Aalen in der Krise

Münster -

Jetzt geht es für Preußen Münster wohl nur noch darum, die Saison irgendwie abzuwickeln. Nach dem 0:2 (0:2) ist das Aufstiegsrennen definitiv beendet, nur Platz vier ist ein verbliebenes Ziel. Wenn auch eher ein theoretisches nach dieser ganz schwachen Heimvorstellung.

Samstag, 19.03.2016, 16:16 Uhr aktualisiert: 19.03.2016, 17:53 Uhr
Fußball: 3. Liga : Preußen nach 0:2 gegen Aalen in der Krise
Auch Kapitän Amaury Bischoff konnte gegen den VfR Aalen nichts bewirken. Nach der 0:2-Niederlage sind alle Aufstiegshoffnungen nichts mehr als Wunschträume. Foto: Jürgen Peperhowe

So langsam wird es ungemütlich für die Preußen. Das belegen die Zahlen nach der 0:2 (0:2)-Heimniederlage gegen den VfR Aalen. Ein Punkt aus den jüngsten vier Spielen, ein Sieg aus den vergangenen acht Partien. Auch der Relegationsrang ist jetzt zehn Zähler entfernt, Rang vier nur noch in der Theorie erreichbar. Die Leistung am Samstag war in jeder Hinsicht desillusionierend. Einfach hilflos wirkte das Anrennen gegen die dicht gestaffelte Abwehr des Zweitliga-Absteigers, der nur dosiert, aber effektiv angriff. 

Entsprechend bedient waren die Protagonisten nach dem Abpfiff. "Eine Chance pro Halbzeit ist nicht unser Anspruch. Wir haben viele Dinge, angefangen beim Aufbau im Mittelfeld, nicht so gemacht, wie wir sie uns vorgenommen hatten. Vielleicht fehlte nach den letzten Ergebnissen auch die Überzeugung", betonte Trainer Horst Steffen. Abwehrchef Marco Pischorn sagte: "Ich bin maßlos enttäuscht. Vom Ergebnis, von unserer Leistung, von meiner Leistung."

Einzelkritik nach dem 0:2 der Preußen gegen Aalen

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  • Gute Noten gibt es nach dem 0:2 gegen den VfR Aalen nicht. Die Preußen-Spieler in der Einzelkritik:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Lomb (3):

    Preußens Bester - mal wieder. Bei den Toren machtlos.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Björn Kopplin (5):

    Produzierte nach vorne ein Fehlpassfestival und wurde nach 60 Minuten erlöst.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers (4):

    Spielte wieder einmal solide, bleibt aber durch  seinen ersten Drittligatreffer in Erinnerung: Ein Eigentor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marco Pischorn (3,5):

    Mitgefangen, mitgehangen: An ihm lag es nicht, auch wenn die Impulse nach vorne wieder ausblieben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Felix Müller (4,5):

    War auf der besseren der beiden Außenbahnen unterwegs, überzeugend war das dennoch nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe (4,5):

    Kein schöner Tag für ein Comeback, ging mit den Kollegen unter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Amaury Bischoff (4):

    Wollte viel, schaffte wenig. Das Bemühen war dem Franzosen anzumerken, konnte sein Team aber nicht auf Touren bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Chris Philipps (4,5):

    Auch Philipps hatte viele Ballkontakte. Mehr nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (5):

    Bleibt seiner Formkrise aus den letzten Wochen treu und blieb einmal mehr weit unter seinen Möglichkeiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mehmet Kara (5):

    45 Minuten auf dem Platz, 45 Minuten auf der Bank - in beiden Abschnitten war nichts von dem Techniker zu sehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcel Reichwein (5):

    Keine Chancen, keine Tore. 

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cihan Özkara (5):

    Hatte Mehmet Kara abgelöst und übernahm nicht nur dessen Position, sondern leider auch die Tagesform.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rogier Krohne (4,5):

    Der Joker sticht nicht mehr. Eine Halbzeit reichte dem Niederländer nicht, um sich in Szene zu setzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Schöneberg (4):

    Kam spät und versprühte rechts noch ein bisschen Gift und Galle. Dem Spiel half das nicht mehr auf die Beine.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Auch Felix Müller gab sich selbstkritisch: "Uns muss schon etwas mehr einfallen. Wir haben es dem Gegner bei den Toren auch noch viel zu leicht gemacht." Richtig angefressen war Keeper Niklas Lomb: "Das war ein gebrauchter Tag für uns. Es fehlt im Moment am Selbstvertrauen. Aber wir dürfen uns trotzdem vom 0:1 nicht so aus der Bahn werfen lassen."

Spieltagskommentar

Die Preußen offenbaren eine lange Mängelliste , meint Thomas Rellmann in seinem Kommentar zum Spiel.

...

Mittlerweile können zudem auch Klaustrophobiker wieder ins Preußenstadion kommen: Ganz so eng ist es auf den Tribünen nicht mehr, beim viertletzten Heimspiel der laufenden Spielzeit wollten noch 6330 Zuschauer das Spiel sehen. Und auch sie werden ihr Kommen möglicherweise bereut haben, denn der Spaßfaktor hielt sich in sehr, sehr bescheidenen Grenzen - es sei denn, man zählte zur bestens gelaunten Minderheit von Aalen-Fans. Etwa 50 Anhänger hatten den langen Weg nach Münster in Angriff genommen und sahen eine in allen Belangen überlegene VfR-Formation.

SCP-Trainer Horst Steffen hatte zuvor sowohl auf die aktuelle Verletztenmisere als auch auf die zuletzt gezeigten Leistungen reagiert: Adriano Grimaldi und Benjamin Schwarz fehlten mit einem gelben Schein, die Franzosen Stephane Tritz und Elie Laprevotte bekamen eine schöpferische Pause verordnet. Links hinten startete Felix Müller, einen Taktik-Strich davor Danilo Wiebe - erstmals in diesem Jahr. Marcel Reichwein ersetzte Grimaldi in der Sturmspitze, der wiedergenesene Amaury Bischoff übernahm wieder den Part von Schwarz. Gebracht hat es nichts.

Preußen Münster gegen VfR Aalen

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  • Große Enttäuschung bei den Preußen: Nach der 0:2-Niederlage gegen Aalen können alle Aufstiegshoffnungen begraben werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Mit einem Heimsieg wollten die Adlerträger den Anschluss an die Aufstiegsränge halten.

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  • Doch schon nach 22 Minuten steht es 0:1. Dominick Drexler trifft nach einem Konter.

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  • Die Gäste bejubeln die Führung.

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  • Fünfzehn Minuten später der nächste Nackenschlag: Unglücksrabe Lion Schweers traf ins eigene Tor.

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  • Horst Steffen blickt nach dem 0:2 sorgenvoll auf das Spiel seiner Mannschaft.

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  • Vor dem Pausenpfiff wurden die Gemüter hitzig: Mehmet Kara...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ...und Amaury Bischoff sahen die gelbe Karte.

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  • Björn Kopplin schaut sich die letzte halbe Stunde von der Bank aus an.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch wenn Kapitän Amaury Bischoff viel probierte, ein Tor gelang den Preußen nicht mehr.

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  • Aalens Trainer Peter Vollmann konte zufrieden sein. Sein Team nahm die drei Punkte mit nach Hause.

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  • Nach einem guten Start steckt der SC Preußen unter Horst Steffen in der Krise.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • „Das kann doch nicht wahr sein!“

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  • Auch Carsten Gockel gefiel offenbar nicht, was er zu sehen bekam.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder der Partie:

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußens Ex-Trainer Peter Vollmann ist mit dem Spiel seiner Elf zufrieden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der aktuelle SCP-Coach Horst Steffen nicht so...

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  • Philipp Hoffmann gegen Dennis Chessa

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marcel Reichwein gegen Markus Schwabel

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der Stürmer blieb ohne Torchance.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Außenverteidiger Felix Müller spielte nicht überzeigend.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ein enttäuschender Fußballnachmittag für Preußen Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen brachten tatsächlich fast eine ganze Halbzeit lang nicht einen echten Torschuss zustande, geschweige denn eine wirkliche Chance. Der Gast erwies sich als sattelfest, war aber auch kein Stück gefordert gegen eine völlig in sich zusammenstürzende Offensive der Gastgeber. Keine Impulse aus dem Mittelfeld, keine Flankenläufe, keine Robustheit im Strafraum. Da passte gar nichts. Stattdessen zwei dicke Aussetzer im Rückwärtsgang. Erst fehlte bei Dominick Drexlers Sololauf von der Mittellinie bis zum Torabschluss aus spitzem Winkel jede Absicherung, ja sogar der Geleitschutz (21.). Und beim 0:2 drückte Lion Schweers ohne größere Not oder Bedrängnis eine Drexler-Flanke ins eigene Netz (38.). Immerhin: In der zweiten Minute der Nachspielzeit musste VfR-Torwart einen Bischoff-Freistoß um den Pfosten lenken. Der Kapitän der Preußen hatte diesen aber zuvor ausgeführt, ehe er freigegeben war und dafür seine zehnte Gelbe Karte kassiert. Er fehlt in zwei Wochen in Rostock.

Liveticker

Nach der Pause kamen Cihan Özkara und Rogier Krohne für die enttäuschenden Reichwein und Mehmet Kara. Kevin Schöneberg durfte nach knapp einer Stunde für den abbauende Björn Kopplin ran. Der Effekt aller Wechsel? Nahezu null. Auch im zweiten Abschnitt fand der SCP nichtg mal ansatzweise ein Mittel gegen den geschickten Riegel des Clubs von der Ostalb. Das Bemühen wurde zwar größer, die Strafraumszenen aber blieben aus. Im Gegenteil. Münsters Keeper Niklas Lomb musste sogar noch zweimal gegen Maximilia Welzmüller (70.) und Drexler (74.) einen weiteren Gegentreffer verhindern. Fest steht seit diesem Nachmittag: Die Preußen stecken in der Krise.

Preußen Münster: Lomb - Kopplin (59. Schöneberg), Schweers, Pischorn, Müller - Bischoff, Philipps, Wiebe -- Hoffmann, Reichwein (46. Krohne), Kara (46. Özkara)

VfR Aalen:  Bernhardt - Schwabl, Menig, Neumann, Chessa - Müller - Welzmüller, Kotzke, Kartalis (87. Klauß) - Drexler (84. Morys) - Wegkamp (90.+2 Reisig)

Schiedsrichter: Justus Zorn

Tore: 0:1 Drexler (21.), 0:2 Schweers (38./ET)

Zuschauer: 6330

Gelb: Müller, Kara, Bischoff, Özkara, Philipps - Drexler

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