Fußball: 3. Liga
Preußen-Blicke gehen plötzlich nach unten

Münster -

Der Aufstiegszug ist abgefahren, dafür setzt sich plötzlich der Waggon in der Gegenrichtung in Bewegung. Der Abstand des SC Preußen zur Abstiegszone beträgt nur noch sieben Zähler. Und für die Regionalliga hätte Münster noch nicht einmal eine Lizenz beantragt.

Montag, 21.03.2016, 14:40 Uhr aktualisiert: 21.03.2016, 15:11 Uhr
Mehmet Kara (l.), hier im Tête-à-Tête mit Aalens Markus Schwabl, muss mit den Preußen mittlerweile eher nach unten als nach oben schauen.
Mehmet Kara (l.), hier im Tête-à-Tête mit Aalens Markus Schwabl, muss mit den Preußen mittlerweile eher nach unten als nach oben schauen. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Sonntagnachmittag bekam das Dilemma der Preußen plötzlich eine neue Note. Weil der Chemnitzer FC mit 2:0 in Erfurt gewann, verringerte sich der Abstand der Münsteraner auf die Abstiegsränge auf sieben Zähler. Der aktuelle achte Rang wirkt da fast schon trügerisch in einer traditionell sehr engen 3. Liga. Nun sollten vier bis fünf weitere Punkte in den verbleibenden sieben Runden genügen, um den Klassenerhalt zu manifestieren. In der Form von Samstag, als es bei der 0:2-Pleite gegen den VfR Aalen gerade mal eine echte Torchance gab, ist aber selbst diese Ausbeute nicht garantiert. Andererseits werden in der unteren Tabellenhälfte natürlich auch noch einige Teams schwächeln.

So schnell kann das also gehen – am Freitag schielte der SCP noch verlegen auf den Relegationsplatz, nun ist der Tabellenkeller weitaus näher. Mit einem Abstieg hat sich der Verein bisher noch überhaupt nicht beschäftigt (Stichwort Regionalliga-Lizenz). Droht, wenn jetzt alles schief läuft, sogar das Unvorstellbare, die Oberliga? „So weit werden wir nicht abrutschen, das wird nicht passieren“, sagt Sportvorstand Carsten Gockel. Er hat dennoch eine kritische Sicht auf die augenblickliche Verfassung. „Wir müssen wieder in die Spur kommen. Früher sind wir cool geblieben nach einem Rückstand, im Moment ist das anders. Da fehlt die Mentalität, die muss von innen kommen.“

Allein die Zahlen zeichnen derzeit ein düsteres Bild. Ein Punkt aus vier Spielen, ein Erfolg aus den jüngsten acht Partien – und nur vier Siege in den 20 Begegnungen seit Ende September. Im Prinzip begann die Abwärtsspirale schon im Herbst. Das spüren auch die Zuschauer, die nicht nur immer weniger werden, sondern auch vergleichsweise still (oder schockiert) die Pleite gegen Aalen verfolgten. „Vielleicht hatten sie noch das gute Spiel gegen Osnabrück zuvor im Kopf“, sagt Gockel. Oder aber sie waren einfach konsterniert.

Angesichts der problematischen Lage treten derzeit Gespräche über die Zukunft vieler Profis in den Hintergrund. Halten würde der Drittligist gern Philipp Hoffmann, bis Samstag in ordentlicher Form. „Er kommt inzwischen gut zur Geltung. Es gibt Signale, dass wir zusammenkommen“, sagt Gockel. Ein anderer Fall ist Simon Scherder, der nach Kreuzbandriss im Sommer und Rückschlag im Winter auf ein Comeback noch dieser Saison hoffen kann. „Er arbeitet vorbildlich, hatte vor seiner Verletzung ein Top-Niveau“, so der Sportvorstand. Das 22-jährige Eigengewächs (seit 2006 im Verein) weiß schon länger, dass der Club ihn unabhängig vom Genesungsprozess weiter binden würde.

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