Fußball: 3. Liga
Preußen-Gegner Hansa Rostock mit verschiedenen Problemfeldern

Münster -

Eine wechselhafte Geschichte lieferte Traditionsclub Hansa Rostock in den vergangenen Jahren. Das Nordlicht, am Samstag Gastgeber der Preußen, hatte nicht nur mit einem sportlichen Absturz zu kämpfen, sondern immer wieder auch mit finanziellen Problemen und Fehltritten der Fans.

Donnerstag, 31.03.2016, 13:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2016, 14:33 Uhr
Szene aus dem Hinspiel: Rostocks Matthias Henn (r.) gegen Marcel Reichwein.
Szene aus dem Hinspiel: Rostocks Matthias Henn (r.) gegen Marcel Reichwein. Foto: Jürgen Peperhowe

eigentlich fahren die Preußen gerne an die Ostsee, am liebsten zu Hansa Rostock. Drei Mal gastierte der SCP als Fußball-Drittligist in den vergangenen Jahren im Ostsee-Stadion, drei Mal siegte der SCP – mit 2:0 (Saison 2012/13), mit 4:2 (2013/14) und wieder mit 2:0 (2014/15). Das Hinspiel in Münster endete mit einem 1:1 und einem Skandal in der Kurve. Wegen massiv eingesetzter Pyrotechnik stand die Partie kurz vor dem Abbruch.

Der frühere Erstligist aus dem Norden kämpft ums nackte Überleben, sportlich wie auch wirtschaftlich. Weiterhin liegt der Schuldenberg im zweistelligen Euro-Bereich. In der Liga ist die Mannschaft unter Trainer Christian Brand aber gefestigter, verlor nur eines der jüngsten fünf Spiele. Mit 36 Pluspunkten auf Rang 14 findet sich Hansa zwei Zähler über dem Strich wieder.

Hansa, heute ein Verein mit über 10 000 Mitgliedern, war 1991 der letzte Meister der DDR-Oberliga. Aber auch in der Bundesliga etablierte sich der Club, eine Dekade (1995 bis 2005) war der Verein stets im Oberhaus mit von der Partie, wurde 1996 und 1998 jeweils Sechster. Rostocker Spielkunst war angesagt zu dieser Zeit, der Kicker befragte über 200 Profis, die das Hansa-Ballgeschiebe als „schönsten Fußball der Saison 1997/98“ auswählten. Ein Außenseiter mischte die Bundesliga mit Verve auf. Doch mit dem Abstieg begann auch der Niedergang des Clubs. Vor knapp vier Jahren stand der Verein vor dem Konkurs. Da passte das Abrutschen in die 3. Liga ins Bild.

Schlimmer noch, ein Teil der Anhängerschaft zerstörte das Image vom bundesweit beliebten Club. Immer und immer wieder bestrafte der DFB den Verein, zuletzt gab es für sieben Zwischenfalle in fünf Drittliga-Partien eine Geldstrafe über 16 000 Euro, zudem das für die Fanszene schmerzhafte Verbote von Choreografien sowie Zaunfahnen. Peinlich aber war der Auftritt von einigen Hansa-Fans nach dem 2:0-Sieg beim FC Mecklenburg-Schwerin im Halbfinale des Landespokals am Wochenende. Sie fanden sich in Schwerin auf dem Marktplatz ein und schrien „Sieg Heil“. Der Einzug ins Finale gegen FC Schönberg und die Chance auf den DFB-Pokal rückten in den Hintergrund, zumal auch noch Menschen verletzt wurden.

► Weiter auf die Rückkehr auf den Fußballplatz wartet Ex-Preuße Tommy Grupe (Saison 2012/13). Der Defensivspezialist zog sich im Spätsommer einen zweiten Kreuzbandriss im linken Knie zu. Seitdem pausiert er, sein Vertrag läuft aus, er absolvierte 56 Drittligapartien (3 Tore) für Rostock.

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