Fußball: 3. Liga
Nullnummer der Preußen in Rostock

Rostock/Münster -

Das 0:0 des SC Preußen bei Hansa Rostock war nicht leicht einzuordnen. Den Negativtrend konnte Münster halbwegs stoppen, ein Befreiungsschlag war der Auftritt allerdings auch nicht. Der Abstand auf Platz vier hat sich auf acht Zähler vergrößert, der zur Abstiegszoine blieb bei sieben Zählern konstant.

Samstag, 02.04.2016, 16:18 Uhr aktualisiert: 02.04.2016, 18:06 Uhr
Fußball: 3. Liga : Nullnummer der Preußen in Rostock
Foto: Sebastian Sanders

Mit einer fast sündhaft prominent besetzten Reservebank und einer phasenweise sehr passablen Leistung machten die Preußen an der Ostsee ihre Schlagzeilen. Allerdings war auch viel Stückwerk zu verzeichnen. Oftmals blieben vielversprechende Ansätze einfach liegen, die bessere Anlage durfte schon Hansa für sich verbuchen.

Viel spricht nun dafür, dass die Saison für den SCP nun langsam ausklingt. Eine Überraschung gab es in der Preußen-Startelf. Während die genesenen Stürmer Adriano Grimaldi, Marcel Reichwein und Abdenour Amachaibou erstmal Reservisten waren, rückte Cihan Özkara für Mehmet Kara (fehlte aus privaten Gründen) auf die linke Offensivseite. Rogier Krohne begann im Zentrum. 

Hansa Rostock - Preußen Münster (32. Spieltag - Saison 2015/16)

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  • SCP-Coach Horst Steffen trägt ein T-Shirt mit einer Aufmunterung für seinen verletzten Abwehrspieler Simon Scherder. 

    Foto: Sebastian Sanders
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel im Ostseestadion...

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  • Foto: Alexander Heflik
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Hinten links vertrat Stéphane Tritz den angeschlagegen Felix Müller, im Mittelfeld erhielt Elie Laprevotte den Vorzug vor dem ebenfalls wieder einsatzfähigen Benjamin Schwarz und ersetzte Kapitän Amaury Bischoff (Gelbsperre).

Die erste Hälfte verlief ausgeglichen wie ereignisreich auf holprigem Boden und bei bester Stimmung. Die Gastgeber hatten durch Maximilian Ahlschwedes Versuche (2.) den besseren Start, dann hätte Özkara die Münsteraner gut und gerne in Führung bringen können. Nach Philipp Hoffmanns Anspiel war er völlig frei, brachte gegen Keeper Marcel Schuhen aber nur ein Schüsschen zustande (6.). Kurz darauf war er nach Laprevottes Pass erneut zu unentschlossen (9.). Hoffmann jagte später einen Abpraller aus 15 Metern nur knapp vorbei (25.). 

Lomb avancierte zum SCP-Retter

Die Hanseaten waren vor allem über die Außen gefährlich. Stephan Andrist, der mit Ahlschwede Tritz mächtig beschäftigte, und Ronny Garbuschewski machten viel Alarm, Rostock übernahm Mitte des Durchgangs das Kommando und hätte führen müssen. Doch nach Garbuschewski-Pass scheiterte Tobias Jänicke völlig alleine an SCP-Keeper Niklas Lomb, der einmal mehr seine Klasse bewies (31.).

Die Preußen, die die Partie vor der Pause wieder in den Griff bekamen, wechselten einmal in der Halbzeit. Der unglückliche Özkara ging, Grimaldi ersetzte ihn. Doch nach vorne ging im zweiten Abschnitt nicht mehr viel. Die durchaus vorhandenen Kontersituationen gegen immer mehr auf die Führung drängende Hausherren verpufften oft. Einzig ein Kopfball von Marco Pischorn nach Freistoß von Chris Philipps war nennenswert (55.), kurz zuvor hatten Dennis Erdmann auf der Gegenseite knapp das Gehäuse verfehlt (54.).

Rostocker Offensivdrang

Den Rostockern war anzumerken, dass sie mehr Selbstvertrauen mit sich führten und den Sieg noch dringender gebrauchten. Melvin Platje verpasste eine Jänicke-Hereingabe (64.) um Haaresbreite. Kurz darauf scheiterte der Flankengeber in bester Position am einmal mehr bombenstarken Lomb (67.), nachdem Laprevotte den Ball verloren hatte.

Hansa Rostock - Preußen Münster - Einzelkritik der SCP-Spieler

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  • Die Preußen-Spieler nach dem 0:0 bei Hansa Rostock in der Einzelkritik:

    Foto: Die Preußen-Spieler in der Einzelkritik:
  • Torwart Niklas Lomb, Note 2, bewahrte den SCP mit seinen Rettungstaten vor einem Gegentor.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, wirkte souverän und machte keine Fehler, starke Vorstellung.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, Note 3, agierte solide und hatte bei seinen Vorstößen mehrmals Pech, weil der Ball auf dem holprigen Spielfeld versprang.

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  • Innenverteidiger Marco Pischorn, Note  3,5, hatte gerade nach der Pause einige Probleme gerade  bei den Vorstößen von Tobias Jänicke.

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  • Linksverteidiger Stephane Tritz, Note 3,5, mit Licht und Schatten, bereitete mit einem Aussetzer vor der Pause fast die Führung der Hausherren vor, arbeitete sich aber nach dem Wechsel in die Begegnung rein.

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  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 3, räumte viele Dinge im Mittelfeld weg und überzeugte mit seinen defensiven Qualitäten.

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  • Mittelfeldspieler Chris Philipps, Note 2,5, war vor der Pause wirklich überzeugend, hatte viele gute Ideen. Baute nach der Pause kräftemäßig rapide ab, zwei Länderspieleinsätze für Luxemburg forderten offenbar Tribut.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Mittelfeldspieler Elie Laprevotte, Note 3, stabilisierte das Dreier-Mittelfeld über 90 Minuten, aber die offensiven Impulse lassen weiter auf sich warten.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, Note 3,5, mit wechselhaften Leistungen in ungewohnter Rolle hinter den beiden Spitzen.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Angreifer Cihan Özkara, Note 4,5,  vergab die größte Chance der Partie nach gerade einmal sechs Minuten ohne Selbstvertrauen. Fiel als einziger Preuße aus dem Kollektiv ab.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Angreifer Rogier Krohne, Note 3,5, strahlte zwar wenig Gefahr im Strafraum aus, war aber ansonsten aktiv und aggressiv in vielen Zweikämpfen, zeigte gute Szenen als Ballverteiler.

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  • Einwechselspieler Adriano Grimaldi, Note 3,5, hatte im Zusammenspiel mit Marcel Reichwein kurz vor Ende fast den Siegtreffer vorbereitet.

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  • Einwechselspieler Marcel Reichwein, keine Note, hatte Pech beim Abschluss kurz vor dem Ende, traf den Ball nicht richtig.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Einwechselspieler Benjamin Schwarz, keine Note, ersetzte den ausgelaugten Chris Philipps in der Mittelfeldzentrale und sorgte mit dafür, dass die Hansa-Offensive nach Wiederanpfiff eingedämmt werden konnte.

    Foto: Sebastian Sanders

Erst in der Schlussphase, als mit Reichwein (für Hoffmann) auch der dritte Mittelstürmer auf dem Rasen stand, kam der Gast noch mal zu einer Großgelegenheit: Tritz flankte klasse, Grimaldi legte gut ab, doch Reichwein traf den Ball nicht richtig, er rollte neben das Tor, zumal noch ein Abwehrbein dazwischen war (83.).

Reaktionen nach Abpfiff

Trainer Horst Steffen erklärte hinterher in seiner Analyse: "Die ersten 20, 30 Minuten waren sehr ordentlich, da hatten wir Chancen zur Führung. Später mussten wir mit dem Remis leben und viel Druck überstehen." Seine Spieler werteten die Vorstellung recht positiv.

"Eigentlich war das ein guter Auftritt, wir haben zusammen gekämpft und gearbeitet. Man hat das Herz der Mannschaft gesehen", sagte Youngster Lion Schweers. "Unser Chancenplus konnten wir leider nicht umsetzen. Trotzdem war der Auftritt ein Schritt nach vorne", so Aushilfskapitän Marco Pischorn. Und Danilo Wiebe meinte: "Wir hatten die Möglichkeiten, können mit dem Punkt aber leben."

Aufmunterung 

- Die SCP-Spieler liefen mit einer vorbildlichen Botschaft, die an Geburtstagskind Simon Scherder gerichtet war, ins Stadion ein. Auf ihren weißen Shirts stand "Kämpfen Simon" sowie die Nummer 15 des seit Samstag 23-Jährigen. Der beliebte Innenverteidiger hatte in der Vorwoche einen schweren Rückschlag bezüglich seiner Kreuzband-Verletzung erlitten, muss operiert werden und fehlt voraussichtlich noch mal ein halbes Jahr. 

Statistik

Die Aufstellungen:

Hansa Rostock: Schuhen - Ahlschwede, Henn, M. Hoffmann, Dorda - Erdmann - Andrist (78. Gottschling), Gardawski, Garbuschewski, Jänicke (83. Lukowicz) - Platje (74. Youssef)

Preußen Münster: Lomb - Kopplin, Pischorn, Schweers, Tritz - Wiebe, Philipps (69. Schwarz), Laprevotte - P. Hoffmann (80. Reichwein) - Krohne, Özkara (46. Grimaldi)

Schiedsrichter: Johannes Huber (Bogen)

Tore: -

Zuschauer: 12.700

Gelbe Karten: Krohne, Schweers

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