Fußball: 3. Liga
Ordentlicher Preußen-Auftritt in Rostock – nicht mehr, nicht weniger

Rostock -

Keine Tore in Rostock, dennoch gab es Grund zu einer gewissen Zufriedenheit beim SC Preußen Münster nach dem 0:0. Mit dem Abstiegskampf dürfte der Drittligist nichts zu tun bekommen, aber sechs Spieltage vor dem Saisonende ist das letzte Ziel mit Rang vier kaum noch zu erreichen.

Montag, 04.04.2016, 10:00 Uhr aktualisiert: 04.04.2016, 10:22 Uhr
Alles geklärt: Die Preußen mit Marco Pischorn (von links), Rogier Krohne, Lion Schweers sowie Danilo Wiebe, Philipp Hoffmann und Chris Philipps fangen den Rostocker Dennis Erdmann bei einem Freistoß ab,
Alles geklärt: Die Preußen mit Marco Pischorn (von links), Rogier Krohne, Lion Schweers sowie Danilo Wiebe, Philipp Hoffmann und Chris Philipps fangen den Rostocker Dennis Erdmann bei einem Freistoß ab. Foto: Sebastian Sanders

Immerhin konnte der SC Preußen Münster dem überaus negativen Trend aus dem März für den Augenblick die Stirn bieten. Und ein klar formuliertes Ziel wurde dabei auch erreicht: Die Elf von Trainer Horst Steffen kassierte beim Gastspiel vor 12 700 Zuschauern gegen Hansa Rostock tatsächlich kein Gegentor. Allerdings, und das sollte das Manko in dieser Begegnung des 32. Spieltages sein, trafen die Adlerträger nicht ins gegnerische Gehäuse. Also, 0:0, Punkt 42 war in der Tasche, der Drittligist hüpfte sogar auf Rang sieben vor, doch von großer Begeisterung waren dann alle Beteiligten weit entfernt.

Vielleicht auch deshalb, weil das letzte verbliebene Saisonziel mit Rang vier und der damit verbundenen Qualifikation für die Hauptrunde im DFB-Pokal in noch weitere entfernte Distanz rückte. Münsters Punktgewinn glänzte noch weniger, weil der Rangvierte SGS Großaspach mit 1:0 beim VfR Aalen gewann – und nun acht Zähler Vorsprung vor dem SCP hat. Ein dickes Brett. Den Blick nach unten will Steffen sowieso nicht wirklich riskieren, dafür ist er zu selbstbewusst, denn: „Ich bin von der Qualität unserer Mannschaft überzeugt, den einen noch nötigen Sieg werden wir holen. Doch wir wollen in den letzten sechs Spielen Gas geben, oben schwächeln noch viele.“ Abgehakt hat er die Serie 2015/16 nicht.

 

Hansa Rostock - Preußen Münster - Einzelkritik der SCP-Spieler

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  • Die Preußen-Spieler nach dem 0:0 bei Hansa Rostock in der Einzelkritik:

    Foto: Die Preußen-Spieler in der Einzelkritik:
  • Torwart Niklas Lomb, Note 2, bewahrte den SCP mit seinen Rettungstaten vor einem Gegentor.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, wirkte souverän und machte keine Fehler, starke Vorstellung.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Rechtsverteidiger Björn Kopplin, Note 3, agierte solide und hatte bei seinen Vorstößen mehrmals Pech, weil der Ball auf dem holprigen Spielfeld versprang.

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  • Innenverteidiger Marco Pischorn, Note  3,5, hatte gerade nach der Pause einige Probleme gerade  bei den Vorstößen von Tobias Jänicke.

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  • Linksverteidiger Stephane Tritz, Note 3,5, mit Licht und Schatten, bereitete mit einem Aussetzer vor der Pause fast die Führung der Hausherren vor, arbeitete sich aber nach dem Wechsel in die Begegnung rein.

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  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 3, räumte viele Dinge im Mittelfeld weg und überzeugte mit seinen defensiven Qualitäten.

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  • Mittelfeldspieler Chris Philipps, Note 2,5, war vor der Pause wirklich überzeugend, hatte viele gute Ideen. Baute nach der Pause kräftemäßig rapide ab, zwei Länderspieleinsätze für Luxemburg forderten offenbar Tribut.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Mittelfeldspieler Elie Laprevotte, Note 3, stabilisierte das Dreier-Mittelfeld über 90 Minuten, aber die offensiven Impulse lassen weiter auf sich warten.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, Note 3,5, mit wechselhaften Leistungen in ungewohnter Rolle hinter den beiden Spitzen.

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  • Angreifer Cihan Özkara, Note 4,5,  vergab die größte Chance der Partie nach gerade einmal sechs Minuten ohne Selbstvertrauen. Fiel als einziger Preuße aus dem Kollektiv ab.

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  • Angreifer Rogier Krohne, Note 3,5, strahlte zwar wenig Gefahr im Strafraum aus, war aber ansonsten aktiv und aggressiv in vielen Zweikämpfen, zeigte gute Szenen als Ballverteiler.

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  • Einwechselspieler Adriano Grimaldi, Note 3,5, hatte im Zusammenspiel mit Marcel Reichwein kurz vor Ende fast den Siegtreffer vorbereitet.

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  • Einwechselspieler Marcel Reichwein, keine Note, hatte Pech beim Abschluss kurz vor dem Ende, traf den Ball nicht richtig.

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  • Einwechselspieler Benjamin Schwarz, keine Note, ersetzte den ausgelaugten Chris Philipps in der Mittelfeldzentrale und sorgte mit dafür, dass die Hansa-Offensive nach Wiederanpfiff eingedämmt werden konnte.

    Foto: Sebastian Sanders

 

Prominente Reservisten

Selten hatte der SCP eine solch prominente Reservebank wie in Rostock. Da waren mit Marc Heitmeier, Marcel Reichwein, Benjamin Schwarz, Adriano Grimaldi, Kevin Schöneberg und Abdenour Amachaibou sechs Akteure zu finden, die alle Stammplatzansprüche haben oder schon Stammspieler waren. Reichwein, Schwarz und Grimaldi waren nach wenigen Trainingseinheiten und auskurierten Verletzungen zu sehr „Wackelkandidaten“ für einen 90-Minuten-Einsatz. Heitmeier hat seinen Platz im Moment an Lion Schweers verloren.

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Dennoch, der SCP befindet sich zwischen Baum und Borke, das Schreckensszenario einer Niederlage bei den abstiegsgefährdeten Rostockern wurde abgewendet, die Formkurve zeigte leicht zitternd etwas nach oben. Vielleicht hätte der SCP sogar einen Sieg mit auf die Heimreise nehmen können, doch Cihan Özkara (6.) ließ ganz früh eine Riesenchance leichtfertig liegen. Nach dem Wechsel waren ein Schuss von Benjamin Schwarz (76.) sowie ein Abschluss des eingewechselten Marcel Reichwein (82.) dermaßen exklusiv, dass die Gäste eigentlich hätten gewinnen können.

Ein einziges Tor hätte in dieser von beiden Seiten diszipliniert geführten und von Taktik getriebenen Partie wohl alles entschieden. „Beim Schuss von Schwarz habe ich schon gejubelt“, schnupperte Münsters Übungsleiter Steffen in der Schlussphase förmlich am Sieg, doch Hansas vielbeinige Abwehr blockte den vielversprechenden Ball. Ein schmeichelhafter Unterton wäre bei einem Preußen-Sieg geblieben. Denn auch Rostock steigerte sich, drängelte und drückte in der Mitte der Partie. Münsters Schlussmann Niklas Lomb verhinderte mit Glanzparaden gegen Tobias Jänicke (31.) und Dennis Erdmann (55.) den Rückstand.

Shirt für Scherder

Münsters Langzeitverletzter, Simon Scherder, wurde am Samstag 23 Jahre alt. Er ist der Pechvogel bei den Preußen in dieser Saison, zog sich im Juli 2015 einen Kreuzbandriss zu, stieg zwei Mal seit Januar wieder ins Training ein – und muss nun erneut am linken Knie operiert werden. Die Dauer der Pause ist unbestimmt. Die Medienabteilung der Preußen um Marcel Weskamp und Arthur Ril ließ sich deshalb etwas Besonderes einfallen, sie stellte mit Hilfe eines Sponsor-Partners 25 Shirts für das Warmmachen her. „Kämpfen Simon 15“ stand auf den weißen Shirts, auch eine Anlehnung an die Rückennummer des Innenverteidigers, der seit 2006 beim SCP ist. „Die Idee ist uns am Donnerstag gekommen, der Mannschaftsrat war sofort Feuer und Flamme“, sagte Weskamp. „Er hat unser Mitgefühl. Und es dokumentiert, dass die Mannschaft eine Einheit ist. Die Aktion finde ich richtig gut“, fügte Trainer Horst Steffen an, der während der Partie am Seitenrand in eben jenem „Scherder-Shirt“ die Mannschaft coachte.

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„Am Ende war es eine gerechte Punkteteilung“, befand Steffen, Rostocks Coach Christian Brand stimmte zu 100 Prozent zu – und hatte sonst nicht viel eigenes zur Spielanalyse beizutragen. Schiedlich, fast friedlich ging man auseinander, man hatte sich gegenseitig nicht wirklich wehgetan. Was den kämpferischen Auftritt sowie die Organisation der Defensive seiner Mannschaft betraf, so durfte Steffen zufrieden sein, das passte schon. Auch waren es deutlich mehr passable Offensivaktionen als in den letzten Partien, die die Preußen auf den Weg brachten. Am Ende fehlte die Durchschlagskraft, die drei raren herausragenden Einschussmöglichkeiten blieben ungenutzt, der Weg aus der Ergebniskrise, der Weg aus dem sportlichen Tief dürfte ein längerer werden. Die Nullnummer im Ostseestadion war eine der ordentlichen Art, nicht mehr und nicht weniger.

Hansa Rostock - Preußen Münster (32. Spieltag - Saison 2015/16)

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  • SCP-Coach Horst Steffen trägt ein T-Shirt mit einer Aufmunterung für seinen verletzten Abwehrspieler Simon Scherder. 

    Foto: Sebastian Sanders
  • Es folgen weitere Impressionen vom Spiel im Ostseestadion...

    Foto: Sebastian Sanders
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  • Foto: Alexander Heflik
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