Fußball: 3. Liga
Sorgenfalten statt Vorfreude beim SC Preußen

Münster -

Hochsicherheitsspiel im Preußenstadion. Der Fußball-Drittligist aus Münster erwartet den Tabellennachbarn 1. FC Magdeburg am Freitag um 19 Uhr. 22 Spieler stehen auf dem Feld, das Ordnungspersonal wird deutlich zahlreicher sein.

Donnerstag, 21.04.2016, 18:55 Uhr aktualisiert: 21.04.2016, 20:28 Uhr
Benjamin Schwarz (links) musste zuletzt in Kiel mit Achillessehnenproblemen raus, meldete sich im Laufe der Woche aber wieder fit und dürfte gegen Magdeburg wieder als Linksverteidiger auflaufen.
Benjamin Schwarz (links) musste zuletzt in Kiel mit Achillessehnenproblemen raus, meldete sich im Laufe der Woche aber wieder fit und dürfte gegen Magdeburg wieder als Linksverteidiger auflaufen. Foto: Jürgen Peperhowe

Es gab Zeiten, und die sind noch gar nicht so lange her, da waren Flutlichtspiele am Freitagabend ein absolutes Highlight im Preußen-Kalender. Wenn am Freitag (19 Uhr) der 1. FC Magdeburg an der Hammer Straße aufkreuzt, hält sich die Vorfreude in Grenzen, zumindest bei den Verantwortlichen. Das liegt nicht an der sportlichen Bedeutungslosigkeit der Partie zwischen dem Siebten und Sechsten, die Münsters Trainer Horst Steffen so ohnehin niemals stehen lassen würde. Nein, vielmehr deuten sich große Herausforderungen für die Sicherheitskräfte an. Nicht nur, dass erstmals nach dem Rauchtopf-Eklat vom Cottbus-Spiel vor zwei Wochen der Heimblock N gesperrt ist – aus Reihen der Gäste sickerte auch durch, dass durchaus mit Krawallen zu rechnen ist. Zumindest besagen das Infos der Fanbeauftragten aus Sachsen-Anhalt. Mit gut 1200 Auswärts-Anhängern (insgesamt 8000) ist zu rechnen.

"Hochrisikospiel der Klasse Rot plus"

„Eine solche Intensität in der Vorbereitung kannte ich bisher noch nicht“, sagt SCP-Sportvorstand Carsten Gockel. „Seit einer Woche gibt es hier kein anderes Thema als dieses Hochrisikospiel der Klasse Rot plus.“ Über 200 eigene Ordner bietet der Verein selbst auf, die Zuwegung ist durch die Blocksperre komplizierter. Seit Tagen wird das Stadion überwacht, um zu verhindern, dass sich Pyrotechnik vorab hinein schmuggeln lässt. „Im Moment haben wir einfach Sorgen, dass etwas passiert. Ich mache drei Kreuzzeichen, wenn das Spiel abgepfiffen und nichts vorgefallen ist“, sagt Gockel.

Steffen tut einem bei diesen Themen im Vorfeld fast leid, andererseits kann er sich nach drei gegentorlosen Spiel am Stück – der SCP hat nun 33 Treffer in 34 Begegnungen kassiert – in aller Ruhe auf einen erfolgreichen Ausgang der Saison fokussieren. Die Magdeburger hat der Coach im September mit den Stuttgarter Kickers noch mit 1:0 geschlagen – sein letzter Sieg mit den Schwaben. „Das Team ist so stark, wie es die Tabelle zeigt. Es spielt sehr körperbetont, ähnlich wie zuletzt Kiel, und extrem mannorientiert.“ In der Defensive ist der starke Aufsteiger mit Dreier- oder Viererkette sehr variabel.

Angriffslustige Preußen

Das gilt allerdings auch für die Preußen, jedoch eher im vorderen Bereich. Zuletzt zeigten sie sich stabil mit einer Mittelfeldraute, in der Regel favorisiert er eigentlich das 4-3-3. Als Dogma will er das System jedoch nicht verstanden wissen. „Ich habe immer viele Überlegungen während des Spiels, analysiere alles und will flexibel sein. Es geht darum, in welcher Anordnung wir die meisten Chancen kreieren“, sagt Steffen.

Da der angeschlagene Rogier Krohne am Donnerstag wieder trainierte, könnte er diesmal erneut zwei echte Stürmer aufbieten, jedoch scharrt dahinter Mehmet Kara mit den Hufen, der sich nach seiner privaten Auszeit wieder gut präsentiert. „Ihn kann ich mir auf vielen Positionen und in beiden Systemen vorstellen“, bekundet der 47-Jährige, der auf die verletzten Danilo Wiebe und Adriano Grimaldi verzichten muss.

Eine feste Größe bleibt auch Lion Schweers in der Innenverteidigung. Nach seinem Eigentor gegen Aalen (Steffen: „Es war kein Zufall, da war er nicht aufmerksam und insgesamt nicht so gut“) hielt er mit Nebenmann Marco Pischorn und den anderen Kollegen mal eben dreimal den Laden dicht. „Er hat sich gestrafft und konnte mit meiner Ansage umgehen“, so der Trainer über den 20-Jährigen.

Das Abwehrtalent wirkte beim 0:3 im Hinspiel, das nach gutem Start zum Beginn einer Krise wurde, noch nicht mit. Revanchegelüste hegen die Preußen zwar nicht. „Das war eine andere Saisonphase“, sagt Gockel. Der Wille, wieder als Sieger vom Platz zu gehen, scheint dennoch sehr ausgeprägt.

► Keeper Eric Behrens (U 19 RB Leipzig) stellte sich zuletzt vor, wird aber nicht verpflichtet. Weitere Trainingsgäste kommen.

►  SCP: Lomb – Kopplin, Pischorn, Schweers, Schwarz – Philipps – Laprevotte, Bischoff – Hoffmann – Krohne, Reichwein.

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