Fußball: Junioren-Bundesliga
Der Weckruf ist bei den Jungadlern angekommen

Münster -

Die A-Junioren des SC Preußen Münster sind unberechenbar, das macht sie zu einem ganz gefährlichen Gegner. Schwer zu schlagen für die Topteams, schwer einzuschätzen aber auch für den eigenen Trainer, der zuletzt wieder die B-Seite seiner Truppe zu sehen bekam. Die Folge: Abstiegskampf in der Bundesliga.

Freitag, 29.04.2016, 16:40 Uhr aktualisiert: 29.04.2016, 17:40 Uhr
Maximilian Wüst (l.) und die U 19 des SC Preußen wollen den Rettungsanker werfen. Gerne bereits am Sonntag gegen den 1. FC Köln.
Maximilian Wüst (l.) und die U 19 des SC Preußen wollen den Rettungsanker werfen. Gerne bereits am Sonntag gegen den 1. FC Köln. Foto: Wilfried Hiegemann

Das 0:1 vor Wochenfrist beim 1. FC Mönchengladbach war der Weckruf. „Jetzt sind die Jungs wachgerüttelt“, unterstreicht Cihan Tasdelen den Effekt. Der Trainer der U-19-Junioren des SC Preußen Münster gesteht vor den verbleibenden 180 Minuten in der A-Junioren-Bundesliga dennoch seine Sorge: „Ich hoffe nur, dass es nicht zu spät war.“ Denn bei seinem Team geht vor dem Heimspiel am Sonntag (11 Uhr, Preußenstadion) gegen den 1. FC Köln und am kommenden Samstag beim Kellernachbarn Wuppertaler SV die Angst wieder um. Die Preußen (23 Zähler) biegen mit drei Punkten Vorsprung vor dem WSV (20) und dem 1. FC Mönchengladbach (ebenfalls 20), der auf dem ersten Abstiegsrang rangiert, auf die Zielgerade.

Dabei schien das Abstiegsgespenst längst vertrieben. Schon acht Zähler hatten die Jungadler nach dem 5:1 gegen Borussia Mönchengladbach am 28. Februar zwischen sich und die Kellertreppe gelegt. Das wenig später folgende 0:0 gegen Bayer Leverkusen sowie das anschließende 1:1 gegen Schalke 04 verursachte dann aber eine Fehleinschätzung. „Die Jungs waren sich bestimmt schon zu sicher. Ich konnte sie nicht mehr erreichen“, unterstreicht Tasdelen die Einschätzung. Punktgewinne lösten die erneute Zitterphase aus.

Allerdings haben die Unentschieden gegen den Bundesliga-Nachwuchs auch gezeigt, dass die Preußen mithalten können. Was wiederum die Zuversicht steigert. „Wir wollen verhindern, dass die Partie in Wuppertal zu einem Alles-oder-Nichts-Spiel wird“, hofft Tasdelen. Zu schlecht sind die Erinnerungen an die besonderen Umstände im Bergischen Land. „Wir wollen da kein Endspiel“, bekräftigt der Coach.

Schon ein Remis am Sonntag gegen den 1. FC Köln könnte, bei Patzern der Konkurrenz, vorzeitig für Entwarnung sorgen. Allerdings wartet zuvor Großes im Preußenstadion. Denn da die U 23 der Rheinländer am Wochenende ohne Einsatz bleibt, können die in der Regionalliga eingesetzten U-19-Talente in Münster mitwirken. Allen voran Jannik Mauser, mit 18 Treffern Top-Torjäger der Liga, aber auch Salih Özcan, Szymon Walczak und Jens Bauer, die bereits mit Profiverträgen ausgestattet sind.

Derweil musste Tasdelen mit Ennig (nach Nasenbeinbruch nun Oberschenkelprobleme), Jannik Balz (Leiste), Nico Wolters (Magen-Darm-Infekt) und Kapitän Orkun Koymali (Kniebeschwerden) einige Hiobsbotschaften verarbeiten.

„Wir müssen auf den Moment warten, können nichts erzwingen“, hält Tasdelen nichts von mentalem Druck. Er hofft, dass Maximilian Wüst, Tobias Warschewski und die Offensive die Ladehemmung beheben kann. Wachgerüttelt ist die U 19 der Preußen ja inzwischen ohne Frage.

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