Fußball: 3. Liga
Hoffmann-Pech trübt Preußen-Siegerlaune

Münster -

Der 2:0-Sieg der Preußen beim SV Wehen Wiesbaden war am Samstagmorgen nicht einmal mehr die Hälfte wert. Philipp Hoffmann erhielt da seine Diagnose: Patellasehnenriss, neun Monate Pause. Ins Spiel kam für ihn Youngster Lennart Stoll. Er sammelte ein paar Pluspunkte.

Sonntag, 01.05.2016, 20:17 Uhr
Das Ergebnis war top, doch die Verletzung von Torschütze Philipp Hoffmann verdarb den Adlerträgern mehr als nur ein wenig die Siegesfreude beim 2:0 beim SV Wehen-Wiesbaden.
Das Ergebnis war top, doch die Verletzung von Torschütze Philipp Hoffmann verdarb den Adlerträgern mehr als nur ein wenig die Siegesfreude beim 2:0 beim SV Wehen-Wiesbaden. Foto: Sebastian Sanders

Nach dem Schlusspfiff regierte noch ein Hauch von Freude im Preußen-Lager. Endlich mal wieder ein Auswärtssieg, das 2:0 beim SV Wehen Wiesbaden entsprang einer guten Kollektivleistung. Elie Laprevotte feierte in der Schlussminute sein Siegtor sogar durch ein Tänzchen mit Stéphane Tritz. Doch in die Euphorie mischte sich schon in diesen Momenten die Angst um Philipp Hoffmann.

Am Samstagmorgen bestätigten sich die schlimmen Befürchtungen. Der 23-Jährige hatte bei seinem Tor zum 1:0 einen Patellasehnenriss erlitten. Ihm war auch die linke Kniescheibe herausgesprungen, die ließ sich aber schnell zurückschieben. Im Wiesbadener Krankenhaus gab es noch keine Diagnose. Sportvorstand Carsten Gockel brachte Hoffmann direkt nach Abpfiff ins Clemens-Hospital nach Münster, wo zwölf Stunden später Mannschaftsarzt Prof. Horst Rieger bestätigte, was viele befürchtet hatten. Dem Offensivmann, eingeplant als einer der Eckpfeiler für die neue Saison, droht eine neunmonatige Pause. „Er war quasi gesetzt“, sagte Gockel. „Das ist ein schwerer Schlag ins Kontor.“ Auf die Planungen hat der lange Ausfall natürlich direkte Auswirkungen. Der SCP, der auch Simon Scherder (Kreuzband-OP) länger ersetzen muss und noch ein Fragezeichen hinter dem fast ein Jahr pausierenden Jesse Weißenfels sieht, wird in der Offensive eine weitere Stelle ausschreiben müssen, zumindest bis zur Rückkehr ins Teamtraining zahlt die Krankenkasse das Spielergehalt.

Vielleicht gelingt es ja Lennart Stoll, vermehrt auf sich aufmerksam machen. Der Youngster feierte in Hessen für Hoffmann sein Debüt. Anfangs lief das Eigengewächs noch neben der Musik her, war aber stets anspielbereit und durchgehend unterwegs. Später gelangen ihm die Aktionen, sogar ein Tor (49.) war im Bereich des Möglichen. „Ich hatte zu Beginn ein paar Probleme, aber es war trotzdem super. Ich habe mich riesig gefreut und versucht, die Trainingsleistungen zu bestätigen“, sagte Stoll. Coach Horst Steffen sah noch etwas Steigerungspotenzial, honorierte aber das Bemühen des Talents. Dass er ihn zwei Minuten vor Schluss wieder vom Feld nahm, hatte eher taktische Gründe. „Seine Premiere wird er nicht vergessen, auch weil er gleich wieder ausgewechselt wurde. Lennart hat sich eingebracht, zum Sieg beigetragen, so wollte ich das sehen. Auch wenn der eine oder andere Abschluss noch dazukommen kann.“

Der Trainer hatte mit Erfolg auf eine Raute und damit Überzahl und Ballsicherheit im Mittelfeld gesetzt, stellte erst in der zweiten Halbzeit auf ein 4-3-3 um. „Rundum zufrieden bin ich nicht. Wir können das Spiel besser kontrollieren, haben es zu lange dem Gegner überlassen. Aber das erste Tor ist schön herausgespielt. Und das von mir geforderte Fußballerherz haben alle gezeigt“, so der 47-Jährige.►  Transfergerangel? Die Preußen planen eigentlich fest mit dem 18 Jahre alten Angreifer Tobias Warschewski, der zum Drittliga-Kader gehören soll und zeitgleich weiter für die U 19 kicken könnte. Er hat ein Angebot vorliegen vom SC Preußen. Allerdings soll nun auch Schalke 04, der Deutsche Meister bei den A-Junioren, Interesse am siebenfachen Torschützen in der A-Junioren-Bundesliga West bekundet haben. Ausgang offen.

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