Fußball: 3. Liga
Wie geht es weiter bei den zehn Preußen-Abgängen?

Münster -

Wieder gibt es einen großen Schnitt beim SC Preußen Münster. Im Sommer 2015 verließen zwölf Spieler den Club, jetzt, einen Spieltag vor dem Saisonabschluss stehen bereits zehn Abgänge fest, weitere könnten noch folgen. Einige wissen bereits, was nach der Zeit beim SCP folgt.

Montag, 09.05.2016, 13:49 Uhr aktualisiert: 09.05.2016, 17:49 Uhr
Zum Abschied von und aus Münster müssen Kevin Schöneberg (l.) und Marco Pischorn (r.) die Gegner jubeln lassen: Am vergangenen Samstag Meister Dresden, nächsten Samstag Aufsteiger Aue.
Zum Abschied von und aus Münster müssen Kevin Schöneberg (l.) und Marco Pischorn (r.) die Gegner jubeln lassen: Am vergangenen Samstag Meister Dresden, am nächsten Samstag dann Aue bei seiner Aufstiegsparty. Foto: Jürgen Peperhowe

Am Samstag vor dem Heimspiel gegen Dynamo Dresden (2:3) wurden beim SC Preußen zehn Spieler und Co-Trainer Babacar N’Diaye verabschiedet. Offen bleibt, ob Rechtsverteidiger Björn Kopplin verlängert. Auch die Torleute Max Schulze Niehues und Marco Aulbach haben aktuell kein Angebot des Drittligisten vorliegen, was sich aber in nahe Zukunft noch ändern könnte – wenn Ersatz für Niklas Lomb gefunden ist. Was machen die zukünftigen Ex-Preußen in der neuen Saison? Hier ein Überblick:

► Niklas Lomb: Einer der großen Gewinner beim SCP . Sein einjähriger Leihvertrag ist ausgelaufen, er kehrt als Nummer zwei zum Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen zurück und reiht sich direkt hinter Nationaltorwart Bernd Leno ein. „ Münster werde ich nie vergessen, eine geile Zeit“, sagt er. Den Wechsel hat der 22-Jährige nicht bereut, Lomb hat sich weiterentwickelt und war einer der Top-Torhüter der 3. Liga.

►   Marc Heitmeier : Kam als Zweitliga-Spieler vom FSV Frankfurt, dürfte dementsprechend hoch in der Gehaltshierarchie angesiedelt gewesen sein, was wohl beim neuen Spardiktat der Preußen ausschlaggebend war, dass kein neues Angebot erfolgte. Bislang wurde er mit keinem Club in Verbindung gebracht, Heitmeier dürfte keine Probleme haben, einen Verein in der 3. Liga zu finden.

►  Marco Pischorn : Wechselte im Januar 2014 nach Münster, kam von Zweitligist SV Sandhausen. Sollte bereits im Sommer 2015 abgeschoben werden, weil er die sportlichen Erwartungen nicht erfüllte, feierte dann aber in der noch laufenden Saison ein starkes Comeback. Finanziell dürfte die Lage wie bei Heitmeier sein, fast ein K.o.-Kriterium also. Auch er dürfte in der Liga problemlos unterkommen.

►  Kevin Schöneberg: Der gebürtige Kölner macht keinen Hehl daraus, dass er a) weiterspielen will, b) am liebsten in der 3. Liga oder Regionalliga in NRW unterkommen möchte und c) Viktoria Köln, hier führen die Ex-Preußen Stephan Küsters als Sportlicher Leiter und der zukünftige Trainer Marco Antwerpen die Regie, ein Thema werden könnte. Bereits vor eineinhalb Jahren soll Schöneberg in der Winterpause ein Angebot vorgelegen haben.

►  Felix Müller: Kam vom FSV Mainz 05 II, war in der Hinserie unangefochten und überzeugte, fand dann unter Trainer Horst Steffen kaum Berücksichtigung, rutschte aufs Abstellgleis. Bild brachte ihn mit den Würzburger Kickers in Verbindung.

►  Elie Laprevotte : Ist das der Sprung von der 3. Liga in die Bundesliga? Der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler kehrt nach dem Leihgeschäft mit Münster zum Aufsteiger SC Freiburg zurück, sein Vertrag läuft im Breisgau noch bis 2017.

►  Chris Philipps : Ist das der Sprung von der 3. Liga in die Ligue 1? In der Rückrunde war der luxemburgische Nationalspieler Stammkraft in der Mittelfeldzentrale, sein Leihvertrag endet, er kehrt zum FC Metz zurück – die Franzosen stehen als Dritter vor dem letzten Spieltag praktisch als Aufsteiger in die Erstklassigkeit fest.

►  Abdenour Amachaibou : Hat wohl zwei verlorene Jahre in Münster hinter sich mit 36 Drittliga-Partien und einem Tor. Im Sommer 2014 war er noch der Top-Transfer, als er mit 21 Scorerpunkten von Ligakonkurrent Jahn Regensburg kam, doch weder unter Ralf Loose noch unter Steffen wurde er ein entsprechender Faktor.

►  Rogier Krohne : Er hat seine Wohnung in Münster gekündigt und kehrt in die Niederlande zurück. „Ich habe noch keine Kontakte“, sagte er am Samstag, als er verletzt passen musste. Krohnes Weg dürfte in die Jupiler League, die zweite niederländische Klasse, führen. Der 29-Jährige spielte in Junioren-Jahren für den FC Groningen und FC Emmen.

►  Marcel Reichwein : „Es gibt mehrere Möglichkeiten“, sagte der Drittliga-Torschützenkönig von 2012. Heißester Anwärter ist aktuell Hansa Rostock. Der 30-Jährige nimmt aus der SCP-Zeit 66 Einsätze mit 18 Toren mit. Ein Wiedersehen mit den Preußen scheint so gut wie sicher – dann allerdings als Gegenspieler.

►  Co-Trainer Babacar N’Diaye : Der 42-Jährige, 2010 als Spieler gekommen, 2011 Mitglied der Meisterelf, 2012 die Karriere beendet und seitdem als Assistent von Pavel Dotchev, Ralf Loose und Horst Steffen im Einsatz, verlässt den SCP. Er hat noch keine neue Aufgabe. Sein erstes Ziel nach Saisonende: Er besucht seine Mutter im Senegal.

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