Fußball: 3. Liga
Kommentar: Preußen im gepflegten Mittelmaß

Münster -

Die Hinrunde war nicht attraktiv, aber erfolgreich. Für die Rückserie galt in etwa das Gegenteil. Die Preußen haben eine Saison im Mittelmaß hinter sich. An dem, was nach der Sommerpause passiert, muss sich Trainer Horst Steffen messen lassen, schreibt Redaktionsmitglied Alexander Heflik im Kommentar.

Dienstag, 17.05.2016, 07:00 Uhr aktualisiert: 17.05.2016, 07:08 Uhr
Horst Steffen 
Horst Steffen  Foto: Jürgen Peperhowe

Blickt man zurück in den Sommer 2015, dann kann heute keiner wirklich überrascht über den neunten Rang des SC Preußen Münster sein. Es wurde von einer Übergangs­saison gesprochen, jenseits von Auf- und Abstieg. Dieses Synonym für gepflegtes Mittelmaß wurde erreicht. Glücklich macht das keinen, bitte nicht als Erfolg bewerten, aber es ist real.

Wäre da nicht die Hinserie gewesen, in der die Preußen unter Coach Ralf Loose wochenlang mit Ergebnisfußball – wenig attraktiv, aber erfolgreich – auf Platz zwei standen. Aber die Konkurrenz schlief nicht, Münster wurde Stück für Stück seziert, im Herbst bereits rutschte das Team in die sportliche Krise, lebte nur noch vom „Punktespeck“. Der Mannschaftsrat murrte und suchte das Gespräch mit dem Trainer Loose, um Dinge ins Lot zu rücken. Es war zu spät, Loose musste gehen.

Der Verein holte Horst Steffen, der mit dem SCP laufintensiven Fußball mit „hoher Verteidigung“ liefern wollte. Doch diese Mannschaft konnte nicht sofort zu einer selbst­bewussten und kraft­strotzenden Pressing­maschine umgebaut werden. Der Systemwandel klappte nicht. Alle Chancen in der Tabelle wurden liegengelassen. Beispiel Würzburg: Die Kickers waren diejenigen, die gerade nach dem 3:0-Sieg über den SCP wie die Furien durch die 3. Liga pflügten. Beispiel Köln: Bei der Fortuna wurde der Anschluss durch eine 1:2-Pleite verpasst. Beispiel Osnabrück: Das 0:0 im Derby war eine gefühlte Niederlage für die Preußen, wieder kein Anschluss unter 0251...

Und nun? Sportvorstand Carsten Gockel steht unter Druck, mit weniger Geld einen schlagkräftigeren Kader auf die Beine zu stellen. Das zentrale Motto dieser Transferperiode: Mentalität finden – Darmstadt 98 oder Erzgebirge Aue heißen die Vorbilder. Trainer Steffen wird anders verfolgt als in den ersten fünf, sechs Monaten, denn die neue Preußen-Elf ist seine Elf. Rang neun, ganz ehrlich, passt nicht wirklich zum SCP. Es darf, es muss mehr sein.  

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