Fußball: 3. Liga
Preußen-Coach Steffen setzt auf Qualität statt Quantität

Münster -

Noch haben die Preußen-Profis keinen Urlaub. Am Mittwoch steht die letzte Einheit an. Unterdessen werkeln die Verantwortlichen fleißig am Kader. Tobias Warschewski bleibt bis 2018, vielleicht ergibt sich sogar doch noch mal eine Chance bei Keeper Niklas Lomb.

Dienstag, 17.05.2016, 23:51 Uhr
Saisonende: Münsters Spielmacher Amaury Bischoff (links) in Aue.
Saisonende: Münsters Spielmacher Amaury Bischoff (links) in Aue. Foto: Sebastian Sanders

Auf diese zwei Übungseinheiten legte Horst Steffen Wert. Nach der 0:3-Niederlage in Aue flogen die Preußen nicht auseinander in aller Herren Länder, nein, der Coach setzte für Dienstag und Mittwoch zwei Trainingstage an. „Wir wollten die Jungs zusammenhalten, die Spieler bekommen Trainingspläne und Anweisungen für Krafteinheiten mit auf den Weg“, sagte der 47-Jährige und erwartet von den verbliebenen Akteuren, dass sie sich bei Trainingsstart am 19. Juni in einer guter Verfassung präsentieren.

Aktuell haben die Preußen 17 Spieler unter Vertrag. Allerdings dürften noch Gespräche mit Angreifer Cihan Özkara folgen, inwieweit eine Zusammenarbeit noch Sinn macht. Sein Vertrag endet im Sommer 2017, er war kein Faktor bei den Preußen in dieser Spielzeit.

Drängendste Frage ist die nach den Torleuten. Dass Niklas Lomb eine weitere Saison von Bayer Leverkusen ausgeliehen werden könnte, scheint nahezu ausgeschlossen. Hinter Stammkeeper Bernd Leno und dem vom FC Ingolstadt verpflichteten Österreicher Ramazan Özcan komplettiert Lomb das Trio der Torleute – aufgrund einer fehlenden U-23-Auswahl sind Lombs Praxischancen momentan gering. „Er wäre unsere Wunschlösung“, sagt SCP-Sportvorstand Carsten Gockel. Und: „Unser Interesse ist Manager Jonas Boldt bekannt. Auch Niklas kennt unsere Wertschätzung.“ Sollte sich die Tür für einen Transfer doch noch aufmachen, wäre Münster für ihn sicherlich eine der ersten Adressen.

Test eins in Mauritz

Am 19. Juni steigt der SC Preußen Münster wieder ins Training. Der erste Spieltag in der 3. Liga ist vom 27. bis 29. Juli geplant, also bleiben dem SCP gut sechs Wochen, um in Form zu kommen. Für die traditionelle Saison-Vorbereitung ist bislang noch kein hochkarätiger Gegner gefunden, diese Generalprobe dürfte am 23. Juli stattfinden. Erster Testspielgegner wird dagegen am 25. Juni der SV Mauritz sein. Der B-Kreisligist, aktuell Tabellenzweiter, wird Gastgeber sein.

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Zudem sucht der SCP einen Rechtsverteidiger mit ausgeprägten Qualitäten auch für andere Defensivpositionen. Und Ersatz für den Langzeitausfall Philipp Hoffmann müsste eigentlich her im Mittelfeld und in der Offensive vorne rechts.

Steffen hat jedenfalls, bevor er sich eine Woche Urlaub im Juni gönnen wird, noch einiges zu tun mit Sportvorstand Gockel. Er könne nicht über die Größe des zukünftigen Kaders sprechen, ihm gehe es um etwas anderes: „Ich brauche gute Spieler. Wir suchen nach Qualität.“ Lieber würde der SCP einen Akteur holen, der zwei Positionen spielen kann, als zwei Profis für zwei Stellen zu holen, von denen der Club aber nicht total überzeugt ist. Als Beispiel dafür führt Steffen Benjamin Schwarz an, der sowohl als Linksverteidiger wie auch in der Mittelfeldzentrale agieren kann. Gleiches gelte auch für Linksaußen Mehmet Kara, der auch im Mittelfeld auflaufen könnte. Daher sagt Steffen: „22 oder 25 Spieler – das ist aktuell nicht die Frage, sondern die Qualität, die wir holen.“

Aulbach in Rostock

Marco Aulbach (22), Reservetorwart des SCP, stellt sich bei Drittliga-Konkurrent Hansa Rostock im Training vor. Zudem überlegt Regionalligist FC Schalke 04 II, Verteidiger Marc Heitmeier zu verpflichten. Nach 57 Drittliga-Partien (2 Tore) für den SCP war sein Vertrag nicht verlängert worden. Bei Rechtsverteidiger Philipp Mwene (22/VfB Stuttgart II), den Münster haben wollte, könnte ein Umdenken einsetzen, wenn er ins Zweitliga-Aufgebot seines jetztigen Clubs rutscht.

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Am Dienstag wurde jedenfalls die Verpflichtung von Tobias Warschewski perfekt gemacht. Der 18-Jährige, der auch noch eine Saison in der A-Junioren-Bundesliga für die Preußen spielen kann, soll von einer Reihe von Erstligisten mit U-19-Bundesliga-Teams umgarnt worden sein. „Ich werte das als ein gutes Zeichen für uns, dass Tobias seine Chance in Münster unter Horst Steffen erkennt“, sagte Gockel, dieses Mal gewann der SCP mindestens gegen den FC Schalke 04 und Borussia Dortmund den Verhandlungspoker. Mit Warschewski sowie Lion Schweers und Lennart Stoll gehören drei Akteure aus dem eigenen Nachwuchs nun zum Drittliga-Kader der Preußen.

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