Fußball: 3. Liga
Abschied von Krimphove und Bäumer bei den Preußen

Münster -

Der SC Preußen Münster wird sich eine neue Führungsspitze suchen müssen. So werden Thomas Bäumer, als Vorsitzender des Aufsichtsrates, sowie Georg Krimphove, der 20. Vereinspräsident seit 1906, nach Ablauf ihrer Mandate nicht mehr für diese oder weitere Ämter zur Verfügung stehen.

Freitag, 08.07.2016, 14:06 Uhr aktualisiert: 08.07.2016, 19:24 Uhr
Beenden ihre Tätigkeiten beim SCP: Präsident Georg Krimphove und Aufsichtsratschef Thomas Bäumer.
Beenden ihre Tätigkeiten beim SCP: Präsident Georg Krimphove und Aufsichtsratschef Thomas Bäumer. Foto: Jürgen Peperhowe

Bäumer beendet seine fünfte Amtszeit im Aufsichtsrat und als Vorsitzender seit 2003 am 31. Dezember 2016 vorzeitig. Krimphove war im April 2015 als Nachfolger von Dr. Marco de Angelis angetreten und wird im Januar 2017 abtreten, da läuft die Amtszeit des aktuellen Präsidiums turnusgemäß ab.

Damit bewahrheitete sich, was unsere Zeitung bereits Mitte Juni geschrieben hatte, dass der Abschied von Bäumer bevorstünde. Im Zuge des achtjährigen Vertrages mit Sportrechtevermarkter Lagardere Sports sieht der Unternehmer die Zukunft des Clubs abgesichert. Sein Rückzug aus der Entscheiderriege des Vereins war fast die logische Konsequenz. „Es ist so, wie ich es bei der Jahreshauptversammlung im Dezember gesagt habe, dass ich nicht die volle Amtszeit zur Verfügung stehen würde“, sagte Bäumer. Ob er amtsmüde sei? „Nein, aber ich glaube, alles hat seine Zeit“, sagt er, und geht.

Seit 26 Jahren gehört Bäumer mit seinem Unternehmen zu den Sponsoren des SCP , seit 13 Jahren ist Tuja Hauptsponsor. Weit über zehn Millionen Euro flossen dem Verein so zu. Das für die Club-Finanzen so wichtige Engagement im jährlich hohen sechsstelligen Euro-Bereich ist nach Informationen unserer Zeitung bis Sommer 2018 noch gesichert. Aber mit Bäumers persönlichem Ausstieg wird auch die Zeit des Trikotsponsors enden. Dem neuen Sportrechtevermarkter Lagardere fällt die schwierige Aufgabe zu, diese Lücke zu schließen.

Ab Februar des kommenden Jahres wird Thomas Bäumer, der sich vor allem bei seinen langjährigen präsidialen Mitstreitern Dr. Marco de Angelis und Georg Krimphove bedankte, aber auch alle anderen aus dem Umfeld am Freitag nicht vergessen wollte, nur noch als leidenschaftlicher Preußen-Fan sein. Auch als „normales“ Aufsichtsratsmitglied stehe er nicht mehr zur Verfügung.

Das gilt auch für Krimphove. „Ich bin im April 2015 praktisch in die Bresche gesprungen, als Marco de Angelis zurückgetreten war“, sagt er. Zuvor war er von 2004 an zehn Jahre lang bereits Vorstandsmitglied gewesen. Und: „Das war für mich fast ein Fulltime-Job, obwohl es ein Ehrenamt ist. In Absprache mit der Familie verzichte ich darauf, noch einmal drei Jahre dieses Amt ausüben zu wollen.“

Krimphove führt ein Bäckerei-Unternehmen mit über 200 Mitarbeitern, das ihn extrem fordert und auch mit nächtlichen Arbeitszeiten kein Zuckerschlecken ist. „Thomas und ich sind ungefähr gleich alt, wir hatten wohl die gleichen Gedanken. Abgesprochen war das nicht, aber der Entschluss ist der gleiche“, fasste der 51-Jährige die Dinge zusammen.

Der frühe Zeitpunkt der angekündigten Abschiede, ein Vorlauf von einem halben Jahr, soll die Kandidatensuche erleichtern. Der Aufsichtsrat, bis Ende 2017 gewählt, wird den Präsidenten satzungsgemäß berufen. Der wiederum seine Mannschaft benennen. Krimphove wird sich nicht einmischen, Bäumer auch nicht. Kandidaten gibt es bislang nicht, einzig der Name Walter Seinsch , der den FC Augsburg groß machte, schwebt weiter durch den Raum für ein Aufsichtsratsmandat. 

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