Fußball: 3. Liga
Preußen präsentieren gegen Wattenscheid Casting-Show statt Generalprobe

Münster -

Am Samstag war eine Gesandtschaft des SC Preußen zu Besuch beim VfL Osnabrück, am Sonntag folgte der Gegenbesuch beim letzten Test der Preußen in Gievenbeck gegen die SG Wattenscheid 09. Der Erkenntnisgewinn blieb an beiden Tagen jedoch eher übersichtlich.

Sonntag, 24.07.2016, 18:19 Uhr aktualisiert: 25.07.2016, 12:01 Uhr
Mehmet Kara (r.), hier mit Vorbereiter Tobias Rühle, traf drei Mal und riss seinen Trainer zu einer ausgelassenen Jubel-Einlage hin – ob er deswegen am kommenden Sonntag in der Startelf stehen wird, wurde an diesem Sonntag noch nicht verraten.
Mehmet Kara (r.), hier mit Vorbereiter Tobias Rühle, traf drei Mal und riss seinen Trainer zu einer ausgelassenen Jubel-Einlage hin – ob er deswegen am kommenden Sonntag in der Startelf stehen wird, wurde an diesem Sonntag noch nicht verraten. Foto: Wilfried Hiegemann

Joe Enochs, Trainer des VfL Osnabrück, war gestern einer von 600 Zuschauern im Gievenbecker Sportpark und sah das letzte von zehn Vorbereitungsspielen des SC Preußen Münster. Er sah einen über weite Strecken überzeugenden 5:0 (2:0)-Erfolg gegen den Regionalligisten Wattenscheid 09, er sah zwei Tore von Preußens U-19-Stürmer Tobias Warschewski vor der Pause und drei Treffer von Routinier Mehmet Kara nach dem Wechsel. Er sah Innenverteidiger Ole Kittner in der Startelf und Max Schulze Niehues 90 Minuten lang im Kasten.

All das und vieles mehr wird der Trainer des ersten Pflichtspielgegners der Preußen pflichtgemäß notiert haben – was er mit diesem dicht beschriebenen Zettel allerdings anfangen soll, ist hingegen schwer zu beantworten. „Er wird da schon seine Kenntnisse draus ziehen“, sagt Preußen-Trainer Horst Steffen lächelnd – wie weit die dann die Preußen-Elf betreffen werden, die am 31. Juli gegen den VfL Osnabrück auf dem Platz stehen wird, lässt Steffen bewusst offen. Statt einer Generalprobe für den Saisonstart, stand die letzte Castingshow auf dem Programm, wer zum Recall am kommenden Sonntag geladen wird, das weiß aktuell nur Horst Steffen.

Ole Kittner beispielsweise lief nach wie vor mit Gastspielerlizenz auf, ob er bis zum Saisonauftakt überhaupt ein Preuße sein wird, entscheidet sich möglicherweise an diesem Montag im Gespräch mit Sportvorstand Carsten Gockel. „Ein ergebnisoffenes Gespräch“, sagt Gockel, „Ole ist ein gestandener Spieler in der Innenverteidigung, das hat er gezeigt, aber auch die fehlende Spielpraxis ist noch spürbar.“

Vier Fragen an Tobias Warschewski

Zwei Tore im letzten Test vor dem Meisterschaftsstart. Besser kann es kaum laufen. Es scheint, du fühlst dich wohl im Team.Tobias Warschewski: Absolut. Die Jungs haben mich super aufgenommen. Sie geben mir Tipps, was ich besser machen kann und soll. Das macht richtig Spaß.Aber der Unterschied zur U-19-Bundesliga ...Warschewski: ... ist schon deutlich. Hier ist alles viel körperlicher und einen Tick schneller.Aber die Nervosität hat man dir heute nicht angemerkt.Warschewski: Man muss mit Mut drangehen, wenn man was erreichen will. Und heute hat das geklappt.Und wie nahe hast du dich heute an die Startelf vom kommenden Sonntag geschossen?Warschewski: Nahe, hoffe ich. Aber ich spiele überall gerne Fußball. Auch in der U 19 ...

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In Halbzeit eins spielte Kittner noch an der Seite des etatmäßigen Außenverteidigers Jeron Al-Hazaimeh, in Durchgang zwei besetzten Sebastian Mai und Lion Schweers die zentrale Abwehrbastion – und bildeten damit die wohl wahrscheinlichere Variante für den Saisonauftakt. Doppeltorschütze Warschewski glänzte zunächst nach Vorarbeit von Lennart Stoll (17.) und später nach präzisem Zuspiel von Tobias Rühle (41.) – ob er deswegen gegen Osnabrück auflaufen wird, ist fraglich. Auch der Hattrick von Mehmet Kara, der nach 60 Minuten per Strafstoß auf 3:0 erhöhte und dann im Dreiminuten-Rhythmus die Treffer vier (63.) und fünf (67.) folgen ließ, sorgte für beste Laune beim Trainer, nicht jedoch zu voreiligen Schlüssen für den nächsten Sonntag. Auch wenn er nach dem zweiten Kara-Treffer begeistert beide Arme in die Höhe riss. Der ballgewandte Linksaußen war nach innen gezogen, hatte dabei zwei Gegner als Statisten engagiert und schließlich aus 16 Metern platziert und unhaltbar für Torhüter Edin Sancaktar den Ball versenkt. „Ich finde es toll, wenn das, was wir im Training machen, im Spiel funktioniert“, so Steffen. „Ich sehe die Tore, ich freue mich für Tobias und besonders für Mehmet, aber dieses Spiel ist nur eins von zehn Testspielen. Was das für den nächsten Sonntag bedeutet, das wird man am nächsten Sonntag sehen.“ Steffen lässt sich, das kennt man von ihm, nicht in die Karten schauen. Am Sonntag ließ er einmal mehr alle 19 gesunden Feldspieler von der Leine – und stellte fest, „das wir in ganz unterschiedlichen Kombinationen gut miteinander spielen können.“ Eine, möglicherweise die wichtigste, Botschaft dieser schwindelerregenden Wechselspiele aus der zehnteiligen Vorbereitungsserie ist vor allem diese: „Wir haben viele Möglichkeiten, das haben wir auch heute wieder gezeigt. Auch die, die gegen Osnabrück am Sonntag starten werden, müssen wissen, dass das nicht für die gesamte Saison gelten muss.“

Preußen Münster: Schulze-Niehues – Tritz (75. Schwarz), Kittner (46. Mai), Al-Hazaimeh (46. Schwers), Mangafic (46. Eickhoff) – Braun, Bischoff (79. Rizzi), Stoll (Tekerci) – Warschewski (70. Weissenfels), Rühle (70. Grimaldi), Jordanov (46. Kara)

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