Fußball: 3. Liga
Noch reichlich Derby-Karten zu haben – Preußen wollen Kittner

Münster -

Nach einer Saison ohne Gäste-Fans sind zwischen Preußen Münster und dem VfL Osnabrück wieder Zuschauer der Auswärtsmannschaft zugelassen. Noch läuft der Verkauf etwas schleppend. Schnell kann es beim SCP dagegen bei der Verpflichtung von Innenverteidiger Ole Kittner gehen.

Montag, 25.07.2016, 17:35 Uhr aktualisiert: 26.07.2016, 14:59 Uhr
Ole Kittner (M.) könnte das Vakuum hinter den Innenverteidigern Lion Schweers (l.) und Sebastian Mai (nicht im Bild) schließen. Nun müssen sich Verein und Spieler nur noch vertraglich verständigen.
Ole Kittner (M.) könnte das Vakuum hinter den Innenverteidigern Lion Schweers (l.) und Sebastian Mai (nicht im Bild) schließen. Nun müssen sich Verein und Spieler nur noch vertraglich verständigen. Foto: Sebastian Sanders

Manchmal können Eindrücke auch täuschen. Die runderneuerte Preußen-Mannschaft hat die Vorbereitung sehr überzeugend über die Bühne gebracht, in zehn Partien acht Mal gewonnen und nur einmal (gegen den FC Valencia) verloren. Im Test gegen die Spanier kassierten die Münsteraner viel Applaus, der Geist scheint zu stimmen, die Neuen bringen frischen Wind. Und dann kommt am ersten Spieltag auch noch gleich Erzrivale VfL Osnabrück an die Hammer Straße – klingt doch alles nach überbordender Euphorie.

Nur die Verkaufszahlen für das Derby am Sonntag (14 Uhr) halten da noch nicht mit. 7300 Karten sind weg, darunter alle 1500, die den Gästen zur Verfügung stehen. 6400 warten noch auf Abnehmer. Allerdings ist die Tribüne dicht. Nur zehn Tage später ist im zweiten Heimspiel der MSV Duisburg zu Gast, also der zweitattraktivste Gegner. Für diese Partie sind 5000 Tickets vergriffen, davon sämtliche für den Auswärtsblock. 8700 Plätze sind noch frei, auch einige im Sitzplatzbereich.

In diesem Bereich ist also noch etwas Luft nach oben. Andererseits bewegen sich SCP und VfL auf dem Zuschauer-Sektor wieder Richtung Normalität. Nach einer Saison, in der für beide Aufeinandertreffen keine Gäste-Fans zugelassen waren, wurde dieses Verbot nun wieder aufgehoben. „Wir sind sehr froh, dass die Situation nun wieder entschärft werden konnte“, sagt Münsters Sportvorstand Carsten Gockel. Für beide Seiten gelten an der Hammer Straße die gleichen Einschränkungen, so sind größere Fan-Utensi­lien nicht zugelassen. Für das Rückspiel sollen dann die identischen Vorschriften Anwendung finden. „Den einzelnen Gruppen werden die Details nun mitgeteilt“, sagt Gockel, der gemeinsam mit Osnabrücker Club­vertretern, Veranstaltungsleiter, Sicherheitsbeauftragten, szenekundigen Beamten sowie Abgesandten von Polizei, Feuerwehr und Fan­projekten die obligatorische Besprechung hinter sich brachte. „Ich glaube, alle Beteiligten haben gesehen, dass der Ausschluss einmalig bleiben sollte“, sagt Gockel, der sich in diesem Punkt mit Geschäftsführerkollege Jürgen Wehlend einig war.

Einen sportlich bedeutenden Termin hatte der 43-jährige SCP-Vorstand zuvor mit Ole Kittner. Die sportliche Leitung würde den 28-Jährigen, der zuletzt in zwei Testspielen knapp 70 Minuten auf dem Feld stand und solide agierte, gern für die noch unterbesetzte Innenverteidigung verpflichten, der Spieler möchte sowieso seiner Karriere nach drei Jahren ohne Club wieder Fahrt verleihen. Knackpunkt bleiben also die finanziellen Möglichkeiten des Drittligisten. Der Etat ist ja eigentlich ausgeschöpft. „Wir müssen jetzt sehen, was wir darstellen können“, so Gockel, der zudem am Dienstag nach einem Medizin-Check eine Rückmeldung der Mannschaftsärzte erwartet. Klar ist: Bis Sonntag, wenn das erste Punktspiel anliegt, soll eine Entscheidung fallen. Da beide Seiten eigentlich dasselbe wollen, könnte es also auf einen schnellen Kompromiss hinauslaufen.

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