Fußball: 3. Liga
Neue Taktik beim SC Preußen: Das Team stürmt – der Trainer mauert

Münster -

Wann, wo und gegen wen der SC Preußen Münster seinen Drittliga-Auftakt bestreitet ist bekannt: Am Sonntag (14 Uhr) geht es im Preußenstadion gegen den VfL Osnabrück. Aber wer spielt? Wir haben den Trainer gefragt ...

Freitag, 29.07.2016, 18:02 Uhr aktualisiert: 29.07.2016, 18:57 Uhr
Trotz der Niederlage war das Spiel der Preußen gegen den FC Valencia der Höhepunkt der zehnteiligen Vorbereitungsserie. Gegen das spanische Top-Team deuteten die Preußen mehrfach ihr großes Potenzial an, das es am Sonntag gegen Osnabrück abzurufen gilt.
Trotz der Niederlage war das Spiel der Preußen gegen den FC Valencia der Höhepunkt der zehnteiligen Vorbereitungsserie. Gegen das spanische Top-Team deuteten die Preußen mehrfach ihr großes Potenzial an, das es am Sonntag gegen Osnabrück abzurufen gilt. Foto: Wilfried Hiegemann

Horst Steffen zeigt, wie es geht: Bei Fragen zur Mannschaftsaufstellung macht der Preußen-Trainer so dicht, wie er es sich von seiner Abwehrreihe auch auf dem Platz erhofft. Da wird jeder Versuch, die Mauer zu durchbrechen, im Keim erstickt – selbst seine Spieler, wissen noch nicht, wer von ihnen am Sonntag bei der Saisoneröffnung gegen den VfL Osnabrück darf. „Das teile ich ihnen rechtzeitig mit. Vertrauen Sie mir, es werden elf auflaufen“, sagt Horst Steffen – und erzählt frei von der Leber weg alles, was es über Gegner Osnabrück zu wissen gibt. In eigener Sache herrscht dagegen strikte Nachrichtensperre.

Preußen-Trainer Steffen im Interview

Steffen lässt sich ungern in die Karten schauen. Er verrät, dass Jesse Weißenfels noch nicht wieder fit ist, Danilo Wiebe noch seine Zeit braucht und Benjamin Schwarz knapp dran ist an einem Platz im Kader – vermutlich aber doch noch ein Spiel auf der Tribüne verbringen muss. Seine erste Wahl für den Platz zwischen den Pfosten hat Steffen getroffen, ob es Patrick Drewes sein wird oder doch Max Schulze-Niehues, die sich die zehn Vorbereitungsspiele brüderlich geteilt hatten, behält er aber für sich – bis Sonntagmittag. Dann werden viele Fragen beantwortet – auch die entscheidenden: Was war diese Vorbereitung wert, was kann die neu formierte Preußenelf, und wie geht sie mit dem Druck unter Wettkampfbedingungen um? „Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft gut eingespielt ist“, sagt Steffen im Vorfeld.

Attraktives Offensivspiel

Taktisch bleibt sich der Trainer treu, legt Wert auf attraktives Offensivspiel, ohne dabei die Abwehr zu vernachlässigen. Steffen ist überzeugt, die Spieler beisammen zu haben, die diesem System Leben einhauchen zu können: Mit Laufbereitschaft, Spielintelligenz und der Fähigkeit, taktische Anweisungen zeitnah umzusetzen.

Der Gegner: VfL Osnabrück

Die Ausgangslage : Der VfL gehört wie die Preußen zum Kreis der Mitfavoriten. Fehlen wird bei den Niedersachsen der frühere Münsteraner Addy Menga (Muskelfaserriss).Das Personal: Zwei neue Stürmer machen den Lila-Weißen Hoffnung: der erfahrene Rückkehrer Marc Heider, der von Holstein Kiel kam, und Kwasi Okyere Wriedt, der für den Regionalligisten Lüneburger SK immerhin 23 Saisontore erzielten. Nachdem sich Außenverteidiger Kim Falkenberg das Kreuzband gerissen hatte, wurde mit Mohamed El-Bouazzati (Borussia Dortmund II) zügig Ersatz verpflichtet. Routinier Bastian Schulz (VfL Wolfsburg II), Jules Reimerink (Viktoria Köln) und Torhüter Marius Gersbeck (Hertha BSC Berlin) sind weitere Neue, die direkt auflaufen sollen. Ex-Preuße Massimo Ornatelli ist zum FSV Frankfurt gegangen, der Altenberger Marcel Kandziora sucht noch einen neuen Club.Der Trainer: Joe Enochs gibt sich kampfeslustig: „Ich hoffe, dass alle Rädchen ineinandergreifen und wir von schweren Verletzungen verschont bleiben. Wir wollen wieder oben angreifen.“ Mit 388 Partien ist er Rekordspieler des VfL. Er war lange im Nachwuchsbereich als Coach tätig, im Spätsommer 2015 löste er Maik Walpurgis bei den Profis ab und sorgte für einen Aufschwung, der den Verein sogar vom Aufstieg träumen ließ.Das Kuriosum: Bis Freitag hatte Osnabrück keinen Trikotsponsor für die neue Serie. Zuletzt lief die Mannschaft mit dem Slogan „Wo das Herz schlägt.“ auf der Brust auf. Doch rechtzeitig kann ein neuer Trikotsatz beflockt werden – statt Herz mit Bier.

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Gesetzt dürfte dabei das juvenile Innenverteidiger-Duo mit Lion Schweers (20 Jahre) und Sebastian Mai (22) sein – jung, aber „genau die Brocken, die da stehen müssen“, wie Steffen betont. Rechts und links dürfen sich die Neuzugänge Denis Mangafic (FSV Frankfurt und da zuletzt in der Reserve) und Jeon Al-Hazaimeh (SF Lotte) Hoffnungen auf einen Starteinsatz machen. Beide zählen laut Steffen zu den positiven Überraschungen der Vorbereitung – und sollten, davon ist der Trainer überzeugt, den Klassensprung aus der Regionalliga in Liga drei problemlos meistern können. Der neue Kapitän Michele Rizzi wird die Fäden ziehen. Ob, und wenn ja, wo Kapitäns-Vorgänger Amaury Bischoff seinen Platz auf dem Platz finden wird, ließ Steffen – natürlich – offen.

Preußen (mögl. Aufstellung): Drewes – Mangfic, Schweers, Mai, Al Hazaimeh – Jordanov, Rizzi, Braun – Rühle, Grimaldi, Kara

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