Fußball: 3. Liga
Euphorie-Blase in Münster platzt beim ersten Stresstest

Münster -

Die Vorfreude auf den ersten Spieltag war groß – und genauso groß dürfte jetzt der Kater sein. Preußen Münster verliert den Ligaauftakt gegen den VfL Osnabück mit 0:1 – und auch das Vertrauen in die neue Elf, die sich in der Vorbereitung doch so achtbar geschlagen hatte.

Sonntag, 31.07.2016, 22:00 Uhr
Ende schlecht – nicht alles schlecht: Trainer Horst Steffen war bemüht, seine Schützlinge – hier Sandrino Braun – moralisch wieder aufzurichten.
Ende schlecht – nicht alles schlecht: Trainer Horst Steffen war bemüht, seine Schützlinge – hier Sandrino Braun – moralisch wieder aufzurichten. Foto: Jürgen Peperhowe

Beim großen Kehraus nach der Liga-Premiere des SC Preußen Münster in der neuen Spielzeit musste das Reinigungskommando neben dem handelsüblichen Unrat nach einem Drittligaspiel auch die Fetzen einer stattlichen Euphorieblase zusammenfegen. Die hatte sich Cheftrainer Horst Steffen und sein Team mit einer mehr als ordentlichen Saisonvorbereitung erarbeitet – doch schon beim ersten Stresstest am Sonntagnachmittag entwich zunächst langsam pfeifend die Luft, ehe das ganze Konstrukt mit dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Dennis Aytekin komplett zerplatzte. Mit 0:1 (0:1) verloren die Preußen ihre Punktspielpremiere ausgerechnet gegen den VfL Osnabrück. Das war die eine schlechte Nachricht, die zweite: Die Niederlage war verdient.

„Wir hatten am Ende unsere Chancen – aber Osnabrück auch. Unter dem Strich hat Osnabrück hier verdient gewonnen“, teilte auch Steffen diesen Eindruck und schlussfolgerte: „Es wächst eben doch erst zusammen, wenn es um Punkte geht.“ Und da steht den Preußen wohl ein längerer Weg bevor als erhofft: „Auch wenn man das nach der Vorbereitung glauben konnte: Aber so was funktioniert nicht von heute auf morgen.“

Immerhin schickte Steffen gleich acht neue Feldspieler ins Rennen, lediglich Adriano Grimaldi, Lion Schweers und Keeper Max Schulze Niehoff waren bereits im Vorjahr Teil der Preußenfamilie. Amaury Bischoff und Mehmet Kara mussten auf der Bank Platz nehmen. Mutig? Vogelwild? Falsch? Fragen, denen sich Steffen im Nachgang tapfer stellte: „Wenn man verliert, dann können nicht alle Entscheidungen richtig gewesen sein.“

15 Minuten lang sah der Trainer ein Spiel nach seinen Vorstellungen, ehe die Partie langsam Gefälle in die falsche Richtung bekam – mit Fehlerquellen in nahezu allen Mannschaftsteilen: Tobias Rühle und Adriano Grimaldi waren in der Spitze stets bemüht, lange Zeit jedoch chancenlos, in der Mitte klaffte meist ein übergroßes Loch, das Neu-Kapitän Michele Rizzi nicht zu stopfen vermochte, und in der Abwehr leisteten sich alle Beteiligten immer wieder kleinere bis hin zu gravierenden Unzulänglichkeiten. Eine davon führte nach 22 Minuten zum Tor des Tages, als der aufgerückte Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh den Ball gegen Marc Heider vertändelte und der Ex-Kieler schließlich VfL-Kapitän Halil Savran maßgerecht bediente. Der präzise Kopfball war dann auch vom tadellosen Schlussmann Schulze Niehues nicht zu parieren.

„Der Gegentreffer hat uns geschockt“, so Steffen. „Das kann passieren, aber nach ein paar Minuten muss die Spielkontrolle wiederkommen.“ Tat sie nicht, erst ab der 60. Minute baute sich spürbarer Druck auf – in einer Phase, als auch die alten Haudegen Bischoff und Kara wieder auf dem Platz standen. Da hatte Münster auch die beste Gelegenheit der Partie, als Kara Denis Mangafic bediente, der das Leder aus spitzen Winkel an den Innenpfosten bugsierte - der Abpraller wurde dann aber letztinstanzlich von der VfL-Abwehr aus der Gefahrenzone gedroschen. Kein Zufall, wie Steffen zugestand, aber auch nicht das Zugeständnis eines kollektiven Scheiterns. „Heute hat die beste Elf auf dem Platz gestanden, die sich in der Vorbereitung angeboten hat. Aber wir müssen eben noch vieles besser machen.“

Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Freitag. Um 19 Uhr wird die Partie beim SC Hansa Rostock angepfiffen – mit weniger Euphorie, aber mit dem erklärten Willen zur Wiedergutmachung: „Wenn das so läuft wie heute, dann wird es rein zufällig sein, ob wir Spiele gewinnen oder verlieren. Das muss sich ändern.“

Fotostrecke: 3. Liga-Derby: SC Preußen Münster - VfL Osnabrück

3. Liga-Derby: SC Preußen Münster - VfL Osnabrück

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  • Jordanov gegen Christian Groß

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  • Rizzi

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  • Rühle gegen Pisot

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  • Kara und Bischoff auf der Auswechselbank

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  • Ultras mit Pyrotechnik

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  • Rühle gegen Pisot

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  • Kara und Bischoff auf der Auswechselbank

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  • Grimaldi und Rühle gegen Anthony Syhre

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  • Kara und Bischoff auf der Auswechselbank

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  • Grimaldi gegen Alexander Dercho

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  • Tim Hartwig und Matthias Hase mit Rühle

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  • Tekerci

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  • Al-Hazaimeh gegen Kwasi Wriedt

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  • Mai

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  • Rühle gegen Alexander Dercho

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  • Grimaldi und Rühle gegen Anthony Syhre

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  • Rizzi gegen Bastian Schulz

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  • Braun

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  • Braun und Steffen

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  • Rizzi, Jordanov und Mangafic

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  • Schulze Niehues

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  • Joe Enochs

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  • Rühle, Rizzi, Jordanov, Tritz, Warschewski, Tekerci

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  • Bischoff

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  • Warschewski

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  • Al-Hazaimeh gegen El Bouazzati

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  • Schweers gegen Bashkim Renneke

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  • Schweers

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  • Bischoff

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  • Mai gegen Anthony Syhre

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  • Joe Enochs

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  • Kara gegen Marc Heider

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  • Schweers gegen Halil Savran

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  • Joedanov und Bischoff

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  • Al-Hazaimeh

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  • Grimaldi gegen Pisot

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  • Horst Steffen

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  • Horst Steffen

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  • Rühle gegen Anthony Syhre

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  • Horst Steffen

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  • Mai gegen Kwasi Wriedt

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  • 3. Liga-Derby: SC Preußen Münster - VfL Osnabrück Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3. Liga-Derby: SC Preußen Münster - VfL Osnabrück Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tekerci gegen David Pisot

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  • 1:0 für Osnabrück durch Halil Savran

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  • Rauchtöpfe im Stadion an der Hammerstraße

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  • 1:0 für Osnabrück durch Halil Savran

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  • Rauchtöpfe im Preußenstadion

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