Fußball: 3. Liga
Ex-Kapitän Bischoff verzichtet auf Reise mit Preußen nach Rostock

Münster -

Die Preußen Münster gastieren am zweiten Spieltag am Freitag bei Hansa Rostock. Allerdings ohne Amaury Bischoff, der bat Trainer Horst Steffen um Freistellung für das Duell im Ostseestadion. Wie es mit dem Franzosen weitergeht, ist völlig offen. Der Spieler hatte bereits das Amt des Vize-Kapitäns zuletzt abgelehnt.

Donnerstag, 04.08.2016, 14:37 Uhr aktualisiert: 04.08.2016, 19:52 Uhr
Hat den Kopf nicht frei und bleibt in Münster: Amaury Bischoff.
Hat den Kopf nicht frei und bleibt in Münster: Amaury Bischoff. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Name Amaury Bischoff fiel am häufigsten, wenn es um mögliche Änderungen im zweiten Preußen-Saisonspiel ging. Von einer Rückkehr in die Startelf ist der Franzose seit Donnerstagmittag jedoch weit entfernt. Im Gespräch direkt vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel bei Hansa Rostock (Freitag, 19 Uhr) teilte er Trainer Horst Steffen mit, er sehe sich mental nicht in der Verfassung zu spielen.

Die logische Konsequenz, nachdem er dies bereits in der „Bild“ angedeutet hatte: Der Ex-Kapitän, der in der Vorwoche nicht nur seinen Stammplatz, sondern auch die Binde verloren hatte und auf diese Geschehnisse verwies, blieb daheim. Der SCP reiste mit 17 Akteuren an die Ostsee. Wie es weiter geht mit dem Spielmacher? Völlig offen. Sportvorstand Carsten Gockel hält sich bewusst zurück: „Das alles ist nicht erfreulich. Wir nehmen seine Begründung ernst, er soll Hilfe bekommen und bald wieder spielfähig sein.“ Ob Bischoff einen Wechsel anstrebt? Widersetzen dürfte sich der Verein in diesem Fall angesichts der Finanzknappheit bei einem der Spitzenverdiener nicht.

Trainer will „kein Seelentröster“ sein

Wenige Minuten vor der Zusammenkunft hatte Steffen noch gesagt, er rede mit jedem, sei aber „kein Seelentröster“. Als Beispiel nannte er Patrick Drewes, der seine unerwartete Rolle als Nummer zwei hinnahm. „Wir wissen, was er normalerweise kann. Aber Max Schulze Niehues war in der Vorbereitung eben etwas besser.“

Harte Aufgabe in Rostock

Ein wenig nahm die Geschichte um Bischoff den Fokus von der harten Aufgabe in Rostock, wo Münster bereits mit einer Portion Druck aufläuft. Personelle Änderungen sind nicht zwingend zu erwarten, eher schon ein 4-3-3 wie nach der Pause gegen Osnabrück. Am ehesten darf Mehmet Kara aus der Reservistengarde auf den Zuschlag hoffen. „Ich vertraue grundsätzlich den Jungs, die in der Vorbereitung gute Leistungen abgerufen haben“, sagt Steffen.

„Hansa wird mehr attackieren als der VfL"

Priorität hat jedoch erneut die Erwartung an Spiel und Gegner. „Hansa wird mehr attackieren als der VfL und auch wohl kein 4-4-2 spielen“, so der Coach. Seine Analyse ergab: Der SCP fand keine spielerischen Lösungen im Derby und ließ sich zu sehr auf Zweikämpfe ein. „Das hätten wir besser machen können, das muss sich ändern. Weniger Langholz, mehr die Breite des Platzes nutzen, in die Zwischenräume gehen“, sagt Steffen.

Die Ausrichtung der kurzen Trainingswoche sah entsprechend aus. Dass der Gastgeber personell wenig verändert hat im Vergleich zur Rückrunde und dadurch eine gewisse Stabilität aufweist, wertet der 47-Jährige, der zuletzt auf neun Neue setzte, nicht als Nachteil. „Erzgebirge Aue war letztes Jahr auch nicht eingespielt.“

Die große Vorfreude nach Umbruch und Testspielerfolgen hat jedenfalls bei den Preußen einen schweren Dämpfer erhalten. „Jeder trug Euphorie in sich, jeder hoffte, dass es richtig durch die Decke geht“, sagt Steffen. „Aber wir wissen, was gefehlt hat – das haben wir thematisiert.“ Jetzt müssen es die Münsteraner eben nur noch besser machen.

SCP: Schulze Niehues – Mangafic, Schweers, Mai, Al-Hazaimeh – Braun, Rizzi, Jordanov – Rühle, Grimaldi, Tekerci.

► Jesse Weißenfels und Danilo Wiebe trainieren weiter individuell. Etwas weiter ist Benjamin Schwarz, der am Wochenende erneut in der U 23 Praxis sammeln soll.

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