Fußball: 3. Liga
Preußen gegen Magdeburg in der Siegespflicht

Münster -

Ein Schritt vor, einen zurück. Auf den ersten Sieg folgte für die Preußen die vierte Niederlage. Drei Punkte sind daher zum Auftakt der englischen Woche Pflicht, wenn am Samstag der 1. FC Magdeburg an der Hammer Straße aufkreuzt.

Freitag, 16.09.2016, 15:01 Uhr aktualisiert: 16.09.2016, 16:15 Uhr
Hoch die Füße: Der Franzose Stéphane Tritz ist derzeit erste Wahl hinten rechts bei den Preußen.
Hoch die Füße: Der Franzose Stéphane Tritz ist derzeit erste Wahl hinten rechts bei den Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Die großen Augen und das ungläubige Kopfschütteln von Sportvorstand Carsten Gockel bei der vorsichtigen Frage an Trainer Horst Steffen , ob er sich auch Gedanken über seine eigene Situation mache, sprachen Bände. Nein, so schlecht der SC Preußen auch dastehen sein mag – der 47-Jährige steht nicht zur Debatte. Nicht mal im Ansatz. Das liegt weniger an der Finanzknappheit des Clubs oder am auf den Coach ausgerichteten Personal, sondern am großen Vertrauen, das dieser genießt. Er sagt: „Natürlich ist es nicht schön, wenn das aufkommt. Aber ich spüre intern Rückendeckung, wir tauschen uns oft aus und stimmen in vielem überein.“

Thema erledigt. Das würden die Münsteraner auch gern über den Fehlstart sagen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. „Ich hoffe, dass wir im Frühjahr irgendwann darüber sprechen, wie wir nach diesen Wochen die Wende hinbekommen haben“, sagt Steffen. Die Chance, diese einzuleiten, besteht am Samstag (14 Uhr) erneut. Zum dritten Mal hintereinander treffen die Preußen auf einen Gegner, dem es nicht viel besser geht. Im Heimspiel gegen Mainz II gelang der erste Sieg (1:0), beim Halleschen FC (1:2) stimmte zumindest die Leistung. „Wir werden uns auch diesmal an der Ausrichtung dieser Partien orientieren“, verrät Steffen.

Also rational, pragmatisch, effektiv statt versiert, spielerisch, leichtfüßig. „Der kämpferische Einsatz passte, das Abwehrverhalten auch. Viel haben wir nicht zugelassen in letzter Zeit. Aber wir können besseren Fußball zeigen, das Ballbesitzspiel hat nachgelassen“, analysiert der Coach. Trotz allem weiß er: Punkte gehen über alles. „Jede Niederlage verändert die Situation. Ich ignoriere keine Ergebnisse. Jetzt sind wir wieder unter Druck, der Leistungstrend interessiert keinen. Wir müssen sowieso jedes Spiel einzeln bewerten. Also müssen wir zeigen, was Sache ist, in welche Richtung es für uns weitergeht.“

SCP ist Becks Lieblingsgegner

Diese Umschreibung trifft auf die Begegnung mit den Magdeburgern, gegen die die Preußen auch dank der drei Tore von Stürmer Christian Beck in der Vorsaison zwei Mal verloren (0:3/1:2), erst recht zu. Vorletzter gegen Drittletzter – da ist alles gesagt. „Die Erwartungen waren auf beiden Seiten ähnlich“, sagt Steffen. „Entsprechend ist die Enttäuschung. Aber auch der FCM hatte einige Spiele, die er gewinnen kann. Das Niveau in dieser Liga ist unfassbar ausgeglichen. Kleinigkeiten können entscheiden, ob man jetzt elf oder vier Punkte hat.“ Zur zweiten Rubrik zählen nun mal der SCP und sein Gast.

Personell dürfte es wenige Änderungen geben. Sinan Tekerci (Oberschenkelprobleme) bangt noch um sein Mitwirken. Mehmet Kara könnte ihn notfalls vertreten, Amaury Bischoff noch nicht. Der Franzose ist wie Denis Mangafic noch immer nicht ins Training zurückgekehrt, an dem immerhin Ole Kittner wieder teilnimmt.

Die im Sommer als Schlüsselspieler identifizierten Tobias Rühle und Sandrino Braun hoffen, bald ihre Jokerrolle ablegen zu können. „Es ist schwer zu ergründen, warum es für sie noch nicht so läuft“, sagt Steffen und führt die „neue Umgebung“ an. Bei Rühle kommt hinzu, dass der Trainer ihn nicht im Zweiersturm neben Adriano Grimaldi sieht. „Ich kann mich da nur für einen entscheiden. Beide sind geradlinig, direkt zum Tor, haben wenig Richtungswechsel drin. Ein Jesse Weißenfels schleicht da besser nebenher.“ Klingt, als brauche auch der Ex-Großaspacher die Geduld, die die Preußen-Fans bisher aufbringen.

SCP: Schulze Niehues – Tritz, Schweers, Mai, Schwarz –  Wiebe – Jordanov, Rizzi, Tekerci – Weißenfels, Grimaldi

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