Fuball: 3. Liga
Würgegriff Abstiegskampf - Preußen wieder mit leeren Händen

Münster -

(Aktualisiert 17:50) Wieder nichts. Der SC Preußen Münster hat das Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg mit 2:3 (1:2) verloren. Während die Gäste damit Abstand zu den Abstiegsrängen gewinnen, rutschte der Fußball-Drittligist aus Münster auf den letzten Rang ab. Am Mittwoch steht nun das Kellerkinderduell beim Zweitliga-Absteiger FSV Frankfurt auf dem Programm.

Samstag, 17.09.2016, 15:28 Uhr aktualisiert: 17.09.2016, 17:52 Uhr
Fuball: 3. Liga  : Würgegriff Abstiegskampf - Preußen wieder mit leeren Händen
SC Preußen Münster - FC Magdeburg - Weissenfels gegen Felix Schiller Foto: Jürgen Peperhowe

"Es hört nicht auf, die Preußen haben die erste Saisonphase richtig in den Sand gesetzt. Diese 2:3 (1:2)-Heimniederlage des SC Preußen Münster gegen den 1. FC Magdeburg gehört dabei in die Kategorie „überflüssig und unnötig.“ Gut gespielt, gut gekämpft, Aufwärtstrend gezeigt, aber auch gefühlt um drei mögliche Elfmeter vom Schiedsrichter Timo Gerach (Landau) beraubt - das spielte keine Rolle am Ende. Wie beim 1:2 zuletzt in Halle wurde das Team von Trainer Horst Steffen vor 6382 Zuschauern nicht belohnt. Leere Hände, leere Köpfe, Schlusslicht nach sieben Spieltagen. Die Entwicklung beginnt dramatische Züge anzunehmen. Wieder eine Chance zur Aufholjagd verpasst.

„Fußballerisch war das auf einem guten Niveau, die Preußen haben eine gute Mannschaft. Es tut mir leid für die Preußen“, sagte Trainer Jens Härtel vom FCM wenig tröstend. „Wir haben an uns geglaubt. Nach dem 2:2 lief alles in unsere Richtung, wir haben Charakter gezeigt. Wir hätten uns belohnen können“, meinte SCP-Coach Horst Steffen.

Für Magdeburg trafen Christian Beck (6.) und Felix Schiller (24.) zum 2:0, wenig später sorgte Jesse Weißenfels (26.) für den Anschlusstreffer. Nach der Pause startete der SCP wie der Blitz durch das 2:2 von Adriano Grimaldi (47.), konnte aber die drückende Überlegenheit nicht konservieren. Vielmehr traf Christopher Handke (65.) für die Gäste zum Sieg.

Preußen Münster musste notgedrungen auf einer Position wechseln, weil die Oberschenkelverletzung von Sinan Tekerci nicht rechtzeitig behoben werden konnte. Dafür rückte Mehmet Kara als zentraler offensiver Mittelfeldspieler in die Startelf. Bei Magdeburg lief Marius Sowislo, der von 2006 bis 2009 beim SCP unter Vertrag stand, in der Mittelfeldzentrale auf. Münster hatte zuletzt 1:2 in Halle unglücklich verloren und war auf den vorletzten Rang der Tabelle abgerutscht . Aber auch Magdeburg hatte mit 0:1 in Mainz verloren und stand als Drittletzter vor der Partie nicht wirklich prächtig dar. Beide Parteien verkauften sich besser, als es die Platzierung in der Tabelle vermuten ließ.

Preußen Münster - 1.FC Magdeburg

1/14
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe
  • Preußen Münster - 1.FC Magdeburg Foto: Jürgen Peperhowe

Es war ein intensives Spiel vom ersten Moment an. Und wieder einmal geriet der SCP früh in Rückstand. Abwehrchef Sebastian Mai sah im Rücken Gegenspieler Manuel Ferrano-Pulido nicht, als er eine Situation klären wollte - und dabei den Magdeburger foulte. Nicht clever vom Münsteraner, Gäste-Angreifer Christian Beck ließ sich nicht lumpen und verlud Tormann Max Schulze Niehues, 0:1.

Die Preußen antworteten sofort, und wollten ebenfalls einen Strafstoß, nachdem Grimaldi mit einem Pressschlag den Ausgleich verpasst hatte. Aber Schiedsrichter Timo Gerach (Landau) wertete das Tackling von Niklas Brandt an Jesse Weißenfels nicht als Foul. Dann verpasste Mehmet Kara (11.) den möglichen Ausgleich nach einem Zuspiel von Weißenfels, Gästetormann Jan Glinker reagierte stark. Als der SCP auf dem besten Weg zum Ausgleich war, sorgte das Team aus Sachsen-Anhalt für die kalte Dusche. Nach einem Freistoß-Hammer von Nico Hammann aus gut und gerne 30 Metern, den Schulze Niehues spektakulär abwehrte, staubte der aufgerückte Linksverteidiger Felix Schiller (24.) ab.

Preußen Münster - 1.FC Magdeburg - die Einzelkritik

1/12
  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 2,5, hielt das, was zu halten war. Bei allen drei Gegentreffern machtlos.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Rechtsverteidiger Stephane Tritz, Note 3, erledigte seine Aufgaben kompromisslos und ohne große Patzer. Hatte einen Schlag auf den Fuß bekommen, hielt aber 90 Minuten durch.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 4, verursachte den Freistoß vor dem 2:3, wirkte phasenweise unsortiert, strahlte dieses Mal nicht die notwendige Souveränität  aus.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Innenverteidiger Sebastian Mai, Note 4,5, verursachte den Foulelfmeter nach sechs Minuten, nach der Pause mit einigen Fehlpässen, insgesamt ein Unsicherheitsfaktor in diesem Spiel. Für ihn ein Schritt zurück.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Linksverteidiger Benjamin Schwarz, Note 3, brachte viele Emotionen ins Spiel, bereitete das 2:2 mit vor, baute in der Schlussphase aber stark ab.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Mittelfeldspieler Michele Rizzi, Note 2, präsentierte sich endlich so, wie man es vom Ex-Großaspacher erwartet hatte. Der Kapitän bereitete beide Tore vor und überzeugte auf ganzer Linie.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Mittelfeldspieler Edisson Jordanov, Note 3, zeigte sich gut erholt von der Partie in Halle, gehörte zu den Aktivposten der Preußen.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Mittelfeldspieler Danilo Wiebe, Note 4, wurde in der defensiven Mittelfeldzentrale häufig allein gelassen, das Zusammenspiel mit den Innenverteidigern funktionierte in den entscheidenden Phasen nicht gut.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Mittelfeldspieler Mehmet Kara, Note 3,5, hatte gute Ansätze in der Vorwärtsbewegung, aber erneut Schwächen in der Rückwärtsbewegung und beim absichern seiner Region.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Angreifer Jesse Weißenfels, Note 3, erzielte mit Wucht sein zweites Saisontor, blieb aber in vielen Szenen ohne Fortune.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 2,5, belohnte sich selbst mit dem 2:2, stürzte sich in jedes mögliche Kopfballduell, beschäftige die Magdeburger Verteidigung. Am Ende gefrustet über die erneute Niederlage.

    Foto: Jürgen peperhowe
  • Ersatzspieler Tobias Warschewski, keine Note, kam spät für Kara und konnte sich nicht mehr entscheidend in Position bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Doch dann folgte der zweite Anlauf der Preußen auf einen Nackenschlag, dieses Mal passte es. Denn Michele Rizzi kratzte einen Ball von der Torauslinie und Weißenfels knallte den zurückgewonnenen Ball unter die Latte und ins Tor nach 27 Minuten. Dann übersah bei einem Konter Jordanov den besser postierten Adriano Grimaldi und spielte Kara an. Auch Rizzi (32.) zog gefährlich von der Strafraumgrenze ab, aber Glinker klärte. Das wäre es fast vor der Pause gewesen, hätte Müller(39.) nicht noch einmal eine Riesenchance gehabt, die erneut von Schulze Niehues bereinigt wurde. Und in der Nachspielzeit war es Grimaldi, der einen richtig guten Konter am Ende nicht mit einem vernünftigen Anspiel in die Mitte veredeln konnte. Die Preußen hatten ihre Chancen, lagen aber zur Pause mit 1:2 zurück - und lebten noch.

Und wie: Denn nach einem langen Flankenball von Benjamin Schwarz legte Rizzi auf Grimaldi ab, und es stand 2:2. Der SCP drückte nach der Pause mächtig, hatte nach Tacklings an Weßenfels (55.) und Jordanov (68.) die berechtigten Hoffnungen zwei und drei auf einen Strafstoß, Referee Gerach sah das ganz anders. Magdeburg hatte Glück und Glinker, der eine Flanke von Schwarz (60.) über die Latte lenkte. Das 2:3 aber kassierte der SCP, weil er im defensiven Zentrum nicht aggressiv genug zur Sache ging. Nach einem scheinbar schon geklärten Freistoß von Hammann war Handke zur Stelle und traf. Das literaische Duo Schiller und Handke, zwei der Magdeburger Torschützen, spielen in der Abwehr und waren zur Stelle, der SCP war darauf nicht ausreichend vorbereitet.

In der Schlussphase hatten die Gäste Pech mit einem Lattentreffer von Beck (82.), der SCP erholte sich nach dem dritten Gegentor nicht mehr und musste der temporeichen Spielweise Tribut zollen. War das am Samstag die Partie vom Vorletzten aus Münster gegen den Drittletzten aus Magdeburg, folgt am kommenden Mittwoch das Aufeinandertreffen von Schlusslicht Münster gegen den neuen Vorletzten FSV Frankfurt. Der Abstiegskampf nimmt die Preußen langsam aber sicher in den Würgegriff.

Münster: Schulze Niehues - Tritz, Schweers, Mai, Schwarz - Rizzi, Jordanov, Wiebe, Kara (77. Warschewski) - Weißenfels, Grimaldi. - Trainer: Steffen

Magdeburg: Glinker - Handke, Hammann, Schiller, - Butzen, Sowislo, Brandt, Müller (82. Düker), Ernst (57. Schweda)  - Beck, Farrona-Pulido (74. Chahed). - Trainer: Härtel

Tore: 0:1 Beck (6. Elfmeter, Mai an Farrona-Pulido), 0:2 Schiller (24.), 1:2 Weißenfels (27., Vorarbeit Rizzi), 2:2  Grimaldi (47., Vorarbeit Rizzi), 2:3 Handke (66., Pass von Hammann). - Zuschauer: 6382. - Schiedsrichter: Gerach (Landau). - Gelbe Karten: Schwarz, Schweers, Rizzi / Handke

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4309873?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F
Nachrichten-Ticker