Fußball: 3. Liga
Möhlmann, Warschewski und Co. – viele Personalfragen bei den Preußen

Münster -

Auf der Mission Klassenerhalt ist der SC Preußen auf einem guten Weg. Doch es gibt im Hinblick auf die neue Saison weitere Fragezeichen. Die meisten Spieler-Verträge laufen aus. Auch die Trainerfrage ist noch nicht geklärt. Und was passiert mit dem frischgebackenen Junioren-Nationalspieler Tobias Warschewski?

Donnerstag, 23.03.2017, 17:18 Uhr aktualisiert: 24.03.2017, 17:06 Uhr
Juwel im Kader: Tobias Warschewski, hier mit den Zyprern Symeon Kkone (l.) und Marios Andreou, absolvierte am Donnerstag seinen ersten Einsatz für die U-19-Nationalelf.
Juwel im Kader: Tobias Warschewski, hier mit den Zyprern Symeon Kkone (l.) und Marios Andreou, absolvierte am Donnerstag seinen ersten Einsatz für die U-19-Nationalelf. Foto: imago

In wenigen Tagen wird Malte Metzelder in sein Amt als neuer starker Mann beim SC Preußen eingeführt. Dann ist die Lehrzeit beim Bundesligisten FC Ingolstadt für den Ex-Profi vorbei.

In Münster soll er federführend die Dinge in den Griff bekommen. Es gilt, eine Menge voranzutreiben, doch vermutlich dauert es, ehe die ersten Entscheidungen fallen: Nicht bevor der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, kann die Saison 2017/18 geplant werden. Alles ist bis dahin eingebremst.

Lizenz für drei Klassen beantragt

Der Drittligist hat für drei Klassen die Lizenz beantragt, auch für die 2. Liga, obwohl der Verein an 18 von 28 Spieltagen auf einem Abstiegsrang verweilte. Die Tabelle hat dennoch weiterhin Potenzial für Träumereien.

Aktuell hat die Elf von Trainer Benno Möhlmann aber vor allem sechs Zähler Vorsprung auf die „Todeszone“ und zudem ein recht gutes Torverhältnis.

„Vier Siege benötigen wir wohl noch, um sicher zu sein“, sagt Bernd Niewöhner aus dem Vorstand, der zwischen dem Amtsende von Carsten Gockel Ende November und dem Dienstantritt von Metzelder in der Geschäftsstelle viele Fäden zog. Dass das eingespielte Team eine Reihe von Abläufen verinnerlicht hatte, half in dieser Phase.

Wer ist in der nächsten Saison Trainer?

Vier Siege also noch, und dann stünde die dringendste Frage auf dem Programm: Wie heißt der Trainer in der 3. Liga, der wahrscheinlichsten Spielklasse für den SCP, in der nächsten Saison?

Benno Möhlmann, der Anfang Oktober den glück- und erfolglosen Horst Steffen ablöste, hat einen Kontrakt bis zum Saisonende. Fragen nach seiner Zukunftsplanung lehnt der 62-Jährige ab, er ist noch nicht am Ziel seiner aktuellen Mission – und wäre beim Liga-Erhalt fraglos die erste Option.

Verträge im Überblick

► Vertrag bis 30. Juni 2017, Tor: Max Schulze Niehues, Patrick Drewes (Leihe VfL Wolfsburg) – Abwehr: Lion Schweers, Simon Scherder, Ole Kittner, Bennet Eickhoff, Stephane Tritz, Denis Mangafic – Mittelfeld: Benjamin Schwarz, Sinan Tekerci (Leihe Dynamo Dresden), Christian Müller, Lennart Stoll – Angriff: Cihan Özkara, Mirkan Aydin, Martin Kobylanski – Trainerstab: Benno Möhlmann, Sreto Ristic (Assistent), Carsten Nulle (Torleute)

► Vertrag bis 30. Juni 2018, Tor: keiner – Abwehr: Sebastian Mai, Jeron Al-Hazaimeh – Mittelfeld: Sandrino Braun, Danilo Wiebe, Michele Rizzi, Philipp Hoffmann – Angriff: Mehmet Kara, Tobias Rühle, Adriano Grimaldi, Tobias Warschewski

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15 von 25 Verträgen laufen aus

Zweites großes Thema wird die Kaderzusammenstellung sein. Gleich 15 von 25 Verträgen laufen im Sommer aus. Das gilt für beide Torleute Max Schulze Niehues und Patrick Drewes sowie sechs von acht Abwehrspielern.

Alle drei Wintertransfers – Christian Müller, Mirkan Aydin und Martin Kobylanski (Ausleihe von Lech Danzig) – haben ebenfalls Halbjahreskontrakte unterzeichnet. Andererseits gibt es Spieler, deren Verträge sich bei einer gewissen Einsatzzahl automatisch verlängern. Wie zum Beispiel Benjamin Schwarz.

Auf der Habenseite hat der SCP zehn Aktive. davon sind Sebastian Mai, Jeron Al-Hazaimeh, Michele Rizzi, Tobias Rühle und Kapitän Adriano Grimaldi Stammkräfte, Danilo Wiebe ist zudem auf dem besten Weg dorthin.

Zudem ist mit dem 19 Jahre alten Angreifer Tobias Warschewski das „heißeste Transferobjekt“ bis 2018 an den Club gebunden. Der A-Junior schlug vor der Saison Angebote von Schalke 04 und Borussia Dortmund aus. Nun wurde er unter anderem von Erstligist RB Leipzig beobachtet. Beraten wird der gebürtige Dortmunder von Gerd vom Bruch. Der frühere Erstliga-Trainer riet ihm vor dieser Spielzeit zum Verbleib beim SCP.

Warschewski-Transfer würde Kasse füllen

Warschewski kam so zu Auftritten in der A-Junioren-Bundesliga und 20 Drittliga-Partien (vier Tore). Das spülte ihn in die U-19-Nationalelf – er dürfte auf den meisten Zetteln der Scouts stehen. Geht er im Sommer, dürfte der SCP mit einer Transfersumme im mittleren sechsstelligen Euro-Bereich rechnen.

Möglicherweise, und das ist die Hoffnung bei den Verantwortlichen, könnte der Stürmer auch beim SCP geparkt werden – wenn er denn schon geht. Zum Beispiel von einem Club wie Leipzig, der seine U-23-Auswahl auflöst und zunächst kaum Spielpraxis anbieten könnte.

Am Donnerstag gab das Talent sein Debüt in der U-19-Nationalmannschaft. Beim 2:1 (1:1) in der EM-Quali gegen Zypern wurde er in Rüsselsheim nach 67 Minuten eingewechselt.

Was mit Mehmet Kara (Vertrag bis 2018) passiert, dem der Verein schon in der Winterpause einen Wechsel nahelegte, ist unklar. „Er hat von der sportlichen Leitung eine Einschätzung erhalten, die sich nun bestätigt hat“, sagt Niewöhner. „Dribbel-Rastelli“ Kara ist aktuell weit hinten dran beim SCP.

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