Fußball: 3. Liga
Schmelter will der 100 000-Euro-Mann der Preußen werden

Münster -

Alte Liebe rostet nicht. Und Alter schützt vor Weitsicht nicht. Zwei Sprichwörter, die auf Reinhold Schmelter zutreffen. Der Ex-Präsident des SC Preußen meldet sich jetzt, mit 83, zu Wort und verspricht im Falle der Ausgliederung eine Einlage von 100 000 Euro.

Freitag, 30.06.2017, 15:53 Uhr
Reinhold Schmelter war Ende der 70er Jahre Präsident der kriselnden Preußen.
Reinhold Schmelter war Ende der 70er Jahre Präsident der kriselnden Preußen. Foto: Jürgen Peperhowe

Den 100 000-Mark-Sturm hatten die Preußen schon, jetzt bietet sich ein 100 000-Euro-Mann an. Wenn man diesen Typen beschreiben will, der 1978 den SC Preußen Münster aus seiner vielleicht schwersten Krise geführt hat, dann kommt man um den Titel „Mann der Tat“ kaum vorbei. Reinhold Schmelter war zu Beginn des Jahres 1978 vor allem ein Fan des SCP, am Ende des Jahres war er dessen Präsident. Präsident eines Clubs, der durch rote Zahlen und schwarze Kassen vor dem wirtschaftlichen Ruin stand und jetzt dringend jemanden brauchte, der Kontakte hatte, gleichermaßen zur Politik und zur Geschäftswelt – und ohne zu zögern zur Sache ging, einen Mann der Tat also. Unternehmer Reinhold Schmelter übernahm die Mission und gilt noch heute als Sanierer „seines“ Vereins. „Ich bin damals losgegangen und habe in der Geschäftswelt getrommelt“, erinnert sich Schmelter. Sein Trommelwirbel spülte die 300 000 Mark in die Vereinskasse, die dem Club an der überlebenswichtigen Million als Vergleichszahlung an die Gläubiger noch fehlten. Münster war gerettet – und konnte knapp 40 Jahre später seinen 100. Geburtstag feiern.

Jetzt meldet sich Schmelter erneut zu Wort. Auch mit mittlerweile 83 Jahren ist er treuer Fan der Adlerträger geblieben und verfolgt das Schicksal des Vereins genau – auch abseits des Feldes. „Die Ausgliederung ist eine sehr gute Idee und längst überfällig“, sagt Schmelter zu den Plänen des neuen Vereinsvorstands, und verweist auf eine Referenzadresse am Borsigplatz. „Bei Borussia Dortmund sieht man doch, wie gut das einem Verein tun kann. Ich war schon lange dafür.“

Schmelter will nicht mehr trommeln gehen, diese Zeiten ist vorbei – aber für einen Paukenschlag ist er immer noch zu haben. „Ich wäre dabei. Bei einer Aktiengesellschaft der Preußen wäre ich der erste Kommanditist. Ich würde 100 000 Euro Kapital in die Kapitalgesellschaft stecken.“ Warum? Ja, sicher auch, weil er es kann – aber vor allem aus „Liebe zum Verein“. „Mein Vater war schon Mitglied, ich bin immer noch Mitglied und meine Söhne auch“, sagt Schmelter. Eine Kapitalgesellschaft sei, so Schmelter, ein ganz wichtiger Schritt in die Zukunft.

Beim SC Preußen Münster ist man diesen Schritt noch nicht final gegangen, erst müssen die Mitglieder überzeugt und begeistert werden. Sollte die Basis diesen Schritt mitgehen, stünde zumindest schon einmal der erste Kommanditist bereit, mit 100 000 Euro in den Taschen.

Unter der Woche stellte der SC Preußen jetzt sein fünftes Präsidiumsmitglied vor: Der Unternehmensberater Hans-Jürgen Eidecker soll sich vor allem und mit Nachdruck dem Projekt Ausgliederung der Profiabteilung widmen – die Ansage des 100 000-Euro-Manns kann dabei nur hilfreich sein. Vielleicht finden sich schnell Gleichgesinnte und Nachahmer.

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