Fußball: A-Junioren-Bundesliga
Umbruch bei den Preußen-Talenten mitten in der Saison

Münster -

Die U 19 des SC Preußen spielte eine fabelhafte erste Halbserie in der Bundesliga. Nun muss sich das Überraschungsteam allerdings auf veränderte Gegebenheiten einstellen. Denn einige Top-Leute trainieren nur noch bei den Profis mit, der beste Torjäger ist gegangen. Aber es gibt auch Zuwachs.

Mittwoch, 24.01.2018, 15:26 Uhr aktualisiert: 25.01.2018, 14:02 Uhr
Während Julian Conze (l.) bei den Profis trainiert, befindet sich Soufian Guirhil in guter Frühform.
Während Julian Conze (l.) bei den Profis trainiert, befindet sich Soufian Guirhil in guter Frühform. Foto: fotoideen.com

Im Jugendfußball verschieben sich die Dinge manchmal schneller, als ein Trainer Anweisungen erteilen kann. Nach einer überragenden Hinserie in der A-Junioren-Bundesliga, die der U 19 des SC Preußen satte zehn Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge einbrachte, fehlt Cihan Tasdelen nun plötzlich eine vierköpfige Achse in seinen Einheiten.

Im Fall von Cyrill Akono, Adrian Knüver und Julian Conze, die inzwischen komplett mit den Profis trainieren, aber noch beim Nachwuchs spielen, solange sie „oben“ keine tragende Rolle spielen, ist der erhoffte Effekt von Jugendförderung eingetreten. Dass Justin Steinkötter nach 14 Toren in 13 Partien zum Tabellenvorletzten Borussia Mönchengladbach – pikanterweise am Sonntag (11 Uhr) Auftaktgegner im Nachholspiel – gewechselt ist, schmerzt dagegen. „Es ist interessant, wie schnell sich Spieler manchmal entwickeln. Man darf kein Talent zu früh abschreiben“, sagt Tasdelen dazu. „Seine Geschwindigkeit fehlt uns jetzt definitiv.“

In den Vorbereitungsspielen schlüpfte Soufian Guirhil plötzlich in die Steinkötter-Rolle mit sechs Treffern in vier Begegnungen. „Er ist technisch versiert, aber ein anderer Typ“, sagt Tasdelen über den Pendler aus Duisburg. „Schon vor der Winterpause hatte er eine steigende Leistungskurve.“ Mit den Testauftritten war der Coach völlig einverstanden. Vor dem 3:1 beim 1. FC Gievenbeck besiegte sein Team die Senioren von Vorwärts Wettringen (Bezirksliga) 6:0 und die U 19 von RW Ahlen 4:1. Sogar beim 1:4 gegen Nord/Ost-Bundesligist FC St. Pauli „waren wir eigentlich besser“, so der 42-Jährige. Personell hat sich einiges getan – vor allem bei den Abgängen. Auch Fabian Jenusch (Ahlen) und Ex-Internatsschüler Hüseyin Düzgün (nach erneuter schwerer Knieverletzung zurück nach Wien) sind weg. Mohammed El Gourari (Borussia Dortmund) ist der einzige Neue, er möchte in Münster wieder mehr Spielanteile generieren und alte Klasse nachweisen. Julian Niehues zeigt sich zwei Mal wöchentlich im Training, doch seine U 17 soll im Abstiegskampf nicht geschwächt werden.

„Die neue Situation mit neuer Hierarche und kleinerem Kader ist zweifellos eine Herausforderung“, sagt Tasdelen. „Aber wir haben nach unten nicht den Druck der letzten Jahre.“ Die Platzierung ist selbstredend nicht das einzige Kriterium. „Es geht auch um Weiterentwicklung. Oft haben wir davon gerade in der Rückrunde profitiert.“ Einen Einbruch hält er für unwahrscheinlich. Im Idealfall wächst seine Elf an der neuen Aufgabe.

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