Fußball: 3. Liga
Preußen-Verteidiger Scherder und der „Wolverine“-Torjubel

Münster -

Simon Scherder ist und bleibt in aller Munde beim SC Preußen. Der Innenverteidiger hat jetzt schon vier Saisontore auf dem Buckel – und neuerdings feiert er die Treffer mit einem „Wolverine“-Jubel. Wie es dazu kam? Nun, der Ursprung war wohl an der Playstation ...

Montag, 19.02.2018, 15:14 Uhr aktualisiert: 19.02.2018, 16:21 Uhr
Der neue Torjubel des Simon Scherder: Wie „Wolverine“ aus dem Mehrteiler „X-Men“.
Der neue Torjubel des Simon Scherder: Wie „Wolverine“ aus dem Mehrteiler „X-Men“. Foto: Jürgen Peperhowe

So viel Öffentlichkeit, so viel Aufmerksamkeit ist Simon Scherder ja gar nicht gewohnt. In seinen zwei Jahren Verletzungspause führte der gebürtige Dreierwalder ein geradezu zurückgezogenes Leben. Ab und an fragte mal einer nach seinem Befinden, dann quälte er sich immer ein Lächeln heraus, erteilte höflich und tapfer Auskunft. Und heute? Sein Comeback in der 3. Liga liegt schon mehr als sechs Monate zurück. Doch die triumphale Rückkehr des Preußen-Urgesteins hat offenbar noch immer nicht ihren Siedepunkt erreicht. Zuletzt gelangen dem Defensivspezialisten die Saisontore drei und vier binnen einer Woche.

Und die hatten es in sich. Bei der Führung in Magdeburg (Endstand 1:3) stand Scherder einfach richtig nach einem Freistoß , beim Kopfball zum 2:0-Endstand gegen Rostock am Freitag profitierte er nicht nur von seinem Instinkt, sondern auch vom Assist seines Abwehrkollegen Ole Kittner.

Saison 2017/18: 25. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock

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  • Saison 2017/18: 25. Spieltag: Preußen Münster - Hansa Rostock Foto: Jürgen Peperhowe
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Scherder in Superhelden-Manier

Was diese Tore von den ersten beiden (die gegen Chemnitz und Würzburg jeweils den 1:0-Sieg brachten) unterschied: vor allem der Torjubel. Denn der 24-Jährige feierte die Treffer ausgelassen in „Wolverine“-Manier. „Vielfraß“, so lautet die Übersetzung für den Namen dieses Comic-Superhelden aus der Reihe „X-Men“, der beide Unterarme überkreuz auf die Brust legt und dabei seine langen knöchernen Auswüchse in der Hand ausfährt.

Und sein Nachahmer spreizt eben die Finger. Passt ja zu Scherder, der ist offenbar auch nimmersatt, was Tore angeht. Zehn Mal hat er in 65 Drittliga-Partien geknipst. Ein Top-Wert für einen Mann, der meist in der Viererkette aufläuft. Scherder und „Wolverine“ – das ist ideal in Einklang zu bringen. Zumal der Figur noch eine spezielle Regenerationsfähigkeit zugesprochen wird, die jede Verletzung heilt. Auch zwei Kreuzbandrisse.

Meine Jungs haben auch alle richtig einen an der Klatsche.

Simon Scherder

Der Hintergrund ist aber ein anderer, wie der Profi verrät. Als er mit Kumpels in Rheine auf der Playstation „Fifa“ zockte, kam die Sprache auf die dort programmierten Torjubel. „Da gibt es so viele verschiedene Arten, die sind teilweise unfassbar lustig“, erzählt er. „Und meine Jungs haben auch alle richtig einen an der Klatsche.“

Das Thema ließ die Clique nicht los, vor drei Wochen überlegten sich die Freunde, dass auch ihr Preußen-Star ein unverwechselbares Ritual braucht. Sie gingen einige Varianten durch – und blieben bei „Wolverine“ hängen. „Davon waren alle begeistert. Es sollte einen Wiedererkennungswert haben – scheint ja zu klappen“, grinst Scherder. „Ich hätte nur nicht gedacht, dass ich die Geste so schnell so oft anwenden muss.“ Im Netz macht die Scherder-Show aber längst die Runde.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - FC Hansa Rostock

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  • Rechtsverteidiger Fabian Menig, Note 3, agierte dieses Mal als eine Mischung aus Abwehrspieler und Mittelfeldakteur. Ging keinem Zweikampf aus dem Weg, wie immer. Auf ihn ist Verlass.

    Foto: Peperhowe
  • Angreifer Adriano Grimaldi, Note 3, zeigte sich deutlich verbessert zum Einsatz in Magdeburg. Ihm fehlt ein Tor, ihm fehlen allerdings auch ein paar mehr Vorlagen, die ihm Mitspieler auflegen. In der Summe zeigt das Formbarometer wieder nach oben.

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  • Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh, Note 3, machte auf seiner Seite das vergleichbare Spiel wie Menig. Bei ihm ist immer etwas mehr Feuer und auch mehr Risiko in den Aktionen als bei anderen. Unter Trainer Antwerpen eine feste Größe bei den Preußen.

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  • Innenverteidiger Lion Schweers, Note 2,5, zeigte sich deutlich konzentrierter und entschlossener als zuletzt in Magdeburg. Da ging das 1:1 auf seine Kappe, dieses Mal fehlerlos. Ein wichtiger Schritt für Schweers.

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  • Ersatzspieler Lucas Cueto, keine Note, spielte die letzten 20 Minuten für Philipp Hoffmann. Der kleine Unbekannte, der die komplette Hinserie verletzt war, findet Stück für Stück den Anschluss. Er sorgt für Konkurrenzkampf bei den Preußen auf den Flügeln.

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  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 2, agierte wie ein freischaffender Künstler, lebte nach seinem 1:0 förmlich auf, gewann zudem so viele Zweikämpfe wie noch nie in dieser Saison. In dieser Verfassung ein Topspieler in der 3. Liga.

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  • Torwart Max Schulze Niehues, Note 3, hatte praktisch nichts zu tun, die paar paar Flanken griff er mühelos ab.

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  • Ersatzspieler Michele Rizzi, keine Note, kam in der 76. Minute für Kobylanski. Er war dieses Mal Leidtragender der überraschenden Wechselspiele beim SCP. Konnte sich nicht mehr groß in Szene setzen, stopfte einige Löcher im Mittelfeld.

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  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 2,5, überzeugte mit guten Zweikämpfen und gutem Stellungsspiel. Seine Vorlage zum 2:0 sicherte ihm einen Scorerpunkt. Immer Herr der Lage.

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  • Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, Note 2,5, kommt in der kurzen Ära Antwerpen immer besser zum Zuge. Er strahlt Gefahr aus, wagt Dribblings, ein Unruheherd, gut so.

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  • Mittelfeldspieler Sandrino Braun, Note 2, erlebt eine unglaubliche Achtbahnfahrt bei den Preußen, gerade ist er oben angekommen. Wer war das effektivste und laufstärkste zentrale Mittelfeldspieler? Braun, Sandrino, der die hochgehandelten Rostocker Amaury Bischoff und Bryan Hennings ausstach.

    Foto: Peperhowe
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 2, hatte tatsächlich zwei kleine Wackler im Spiel. Aber in Wirklichkeit hielt das Eigengewächs den Laden zusammen und markierte auch das vorentscheidende 2:0. Das muss wohl der beste Scherder in all den Preußenjahren sein.

    Foto: Peperhowe
  • Angreifer Tobias Rühle, Note 3, wirbelte und werkelte sich durch die Hansa-Reihen. Wie immer, ein echter Stör für die Gegner.

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  • Ersatzspieler Tobias Warschewski, keine Note, durfte die wenigen Minuten Einsatzzeit als Signal des Trainers werten. Nach vier Partien, wo es nicht einmal für den Spieltags-Kader reichte, dürfte das dem Angriffstalent einen kleinen Schub geben.

    Foto: Peperhowe
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