Fußball: 3. Liga
Preußen-Verteidiger Menig über seinen Stil: „Ich kann gar nicht anders“

Münster -

Einer der Besten in der Rückrunde ist beim SC Preußen Fabian Menig. Sein persönlicher Aufschwung hat genauso gute Gründe wie der des Teams. Und genau die erläutert der 23-Jährige, der vor allem für seine Einstellung gelobt wird, im Interview.

Mittwoch, 21.02.2018, 16:00 Uhr aktualisiert: 21.02.2018, 18:52 Uhr
Immer am Limit und drüber hinweg: Fabian Menig (M.) scheut keine Zweikämpfe, auch nicht mit zwei Kontrahenten. Oft muss er dafür den Preis bezahlen. „Kopf offen“, wie er selbst grinsend sagt.
Immer am Limit und drüber hinweg: Fabian Menig (M.) scheut keine Zweikämpfe, auch nicht mit zwei Kontrahenten. Oft muss er dafür den Preis bezahlen. „Kopf offen“, wie er selbst grinsend sagt. Foto: Jürgen Peperhowe

Zwei freie Tage am Stück sind selten für Profi-Kicker. Den Preußen war diese Zeit zum Durchatmen aber nach dem 2:0 über Rostock mal vergönnt. Verteidiger Fabian Menig, einer der Besten in den vergangenen Wochen, sparte sich zwar die Fahrt ins heimische Allgäu, ausgelastet war er dennoch ganz gut. Am Sonntag sah er mit dem Kollegen Lennart Stoll beim Bundesliga-Knaller Gladbach gegen Dortmund seinem Kumpel und Ex-Mitspieler aus Freiburger Zeiten, Matthias Ginter, zu. Am Montag stand dann Wohnungsputz an. Warum der 23-Jährige nach dem Trainerwechsel aufblüht und wie er sich ständig Verletzungen holt, erzählt der durchgehend fröhliche Allrounder im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Thomas Rellmann.

Kurz die Beine hochlegen und über den Lauf nachdenken – tat das mal gut am Sonntag und Montag?

Menig: Na klar, zurzeit ist es richtig cool. Natürlich hatten wir gehofft, so in die Rückrunde zu kommen. Aber wenn wir uns jetzt unseren funktionierenden Plan ansehen und dazu noch die Ergebnisse, dann ist das schon nicht schlecht.

Alle sprechen vom neuen „Plan“. Wie genau sieht der denn jetzt aus?

Menig: Es ist ja durchaus auffällig, dass wir hoch anlaufen und die gegnerische Viererkette unter Druck setzen. Die Reihen dahinter müssen natürlich immer nachschieben, aber so haben die anderen keinen Raum, um ihr Spiel aufzuziehen. Das ist auch schon der größte Unterschied.

Sie waren in der Hinrunde als Neuzugang links in der Kette zwar unangefochtene Stammkraft, jedoch nie am Limit. Unter Coach Marco Antwerpen gehören Sie auf der rechten Seite zu den Besten. Wie kommt das?

Menig: Ich war persönlich nicht ganz unzufrieden mit dem Verlauf der ersten Halbserie, aber es stimmt, dass das noch nicht das Maximum war. Letztes Jahr beim VfR Aalen hatte ich links meine besten Spiele, jetzt aber passen die Abläufe mit meinem Vordermann Philipp Hoffmann auch einfach. Hinzu kommt, dass mein rechter Fuß etwas stärker ist. Da kann ich auch beim Flanken mehr einbringen.

Hätten Sie denn gedacht, dass Antwerpens Vorgaben so schnell zünden?

Menig: Warum nicht? Er hat erst mal die Karten neu gemischt und so automatisch neuen Schwung reingebracht. Seine Ausrichtung, dass wir aggressiv nach vorn spielen, kitzelt uns natürlich auch. Er hat uns aufgezeigt, was alles geht und uns gleichzeitig stark geredet.

Der Trainer hebt sie quasi seit seinem ersten Tag als eine Art „Vorzeige-Kampfschwein“ und „Mentalitätsspieler“ hervor. Wird das Ihrem Image, das Sie bisher gepflegt haben, gerecht?

Menig: Irgendwie schon. Ich habe ja von Anfang an hier gesagt, dass ich immer 100 Prozent raushaue, auch im Training an die Grenzen gehe. Ich führe jeden Zweikampf und kann auch gar nicht anders. Dafür lasse ich eher selten vier, fünf Gegenspieler stehen wie Hoffmann oder Tobias Rühle.

Die Konsequenz Ihrer Spielweise ist, dass Sie in jedem zweiten Spiel behandelt werden müssen und Blessuren am ganzen Körper davontragen ...

Menig: Das ist wohl so. Gegen Rostock hatte ich auch wieder den Kopf offen. Da musste nach einem Zusammenprall in der Halbzeit erst mal ein Sprühpflaster auf die Stelle. Die schlimmste Verletzung diese Saison ist mir gegen Karlsruhe passiert. Da musste ich wegen einer Platzwunde an der Augenbraue mit acht Stichen genäht werden. In Magdeburg ist letztens nach einem Pressschlag der Fuß extrem angeschwollen. Es wäre vernünftiger gewesen runterzugehen. Aber wir hatten schon drei Mal gewechselt. So ist das bei mir. Wenn ich sehe, dass ich eine gefährliche Situation verhindern kann, dann gehe ich da auch rein oder hin.

Acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze aktuell und vor allem die Form sprechen gegen einen langen Verbleib im Keller. Setzen Sie sich bald schon neue Ziele für die Restsaison beim SCP?

Menig: Schwer zu sagen. Wir reden ja in erster Linie davon, Spiele gewinnen zu wollen. Die Folge davon wäre, dass wir den Klassenerhalt im Sack haben. Aber Platz vier oder mehr ist natürlich völlig unrealistisch. Die oben werden ja auch ihre Siege holen, während bei uns auswärts auch immer noch Konstanz fehlt. Das wäre ein Ziel, auch in der Fremde diese Selbstverständlichkeit reinzubringen.

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