Mi., 06.06.2018

Fußball: 3. Liga Finanzspritzen sorgen für Ärger – nicht nur bei Preußen Münster

Die Lizenz ist da: SCP-Sportchef Malte Metzelder sieht aber die Zweit­liga-Absteiger deutlich bevorteilt.

Die Lizenz ist da: SCP-Sportchef Malte Metzelder sieht aber die Zweit­liga-Absteiger deutlich bevorteilt. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Alle 20 Vereine der 3. Liga, die sich sportlich qualifiziert haben, werden auch vom Deutschen Fußball-Bund die Lizenz erhalten. Das gilt auch für Drittliga-Stammgast Preußen Münster. Dagegen sorgen Subventionen für die Zweitliga-Absteiger von jeweils rund 1,1, Millionen Euro für schlechte Stimmung.

Von Alexander Heflik

Kurz vor Feierabend kam die erlösenden Nachricht. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat allen sportlich qualifizierten 20 Vereinen die Lizenz für die Saison 2018/19 erteilt. Preußen Münster, seit 2011 in Liga drei dabei, wird den detaillierten Lizenzvertrag in den nächsten Tagen erhalten, offenbar gibt es keine Auflagen und Bedingungen für den SCP – außer die üblichen Nachweise von noch zu ratifizierenden Sponsorenverträgen. Münster bekommt dabei neue Gegner mit den Aufsteigern Energie Cottbus, KFC Uerdingen und 1860 München sowie den Zweitliga-Absteigern 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig.

Zuschauermagneten

Einerseits ist die Vorfreude über die beiden Zuschauermagneten 1. FC Kaiserslautern und Eintracht Braunschweig groß. Die beiden Absteiger werden ihren Anhang auch für die Auswärtsspiele mobilisieren können. Andererseits gelten Spiele gegen die beiden Ex-Erstligisten per se als Zuschauermagneten.

Allerdings sorgen zwei Geldspritzen für die beiden Clubs bei den anderen 18 Drittligisten für einen gewissen Unmut. „Ich sehe das als Wettbewerbsverzerrung an“, sagte Christian Hock, Sportchef beim SV Wehen Wiesbaden. „Ja, sehe ich auch so“, sagt Münsters Sportchef Malte Metzelder. Und lacht darüber. Es spielt etwas Galgenhumor mit, denn Kaiserslautern und Braunschweig erhalten zunächst 500 000 Euro aus dem sogenannten Rettungsschirm der Deutschen Fußball-Liga. Dabei geben die Vereine die Zusage, ihre Nachwuchs-Leistungszentren weiter zu betreiben – trotz des Abstiegs. Allerdings wird davon nur ein überschaubarer Anteil benötigt, der Rest ist eine Art Umwegfinanzierung für den Kader 2018/19 der Absteiger.

1,1 Millionen Euro

Und die restlichen Zweitligisten überweisen aus solidarischen Gründen weitere 600 000 Euro ohne Verpflichtung an den FCK und die Eintracht. 1,1 Millionen Euro also, die andere Drittligisten nicht bekommen. Natürlich erhalten die Absteiger die garantierten 1,2 Millionen Euro aus dem Vermarktungstopf der 3. Liga.

Am Betzenberg in Kaiserslautern schrumpft der Zweitliga-Etat von 40 Millionen Euro auf nun 15 Millionen Euro – und ist damit doppelt so hoch wie der des SC Preußen. Metzelder würde sich die Hände reiben, hätte er die daraus resultierende Summe für sein Personal. Münster muss mit rund sieben Millionen Euro planen, rund 3,2 Millionen Euro gehen dabei ins kickende Personal sowie Trainerstab.

Delta wird größer

„Kaiserslautern und Braunschweig können so sehr aktiv auf dem Transfermarkt sein und Ablösen zahlen, wenn sie einen Spieler im Kopf haben. Das geht bei uns so nicht“, sagt Metzelder. Durch die Finanzspritzen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass die Absteiger auch direkt wieder aufsteigen. „Dadurch können 1. und 2. Bundesliga geschlossene Gesellschaften werden, die Durchlässigkeit verschwindet für die Drittligisten“, befürchtet Metzelder. Das wirtschaftliche Delta zwischen den Ligen wird immer größer.



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