So., 22.07.2018

Fußball: 3. Liga Preußen schüren gegen Heracles ein bisschen Vorfreude

Mächtig Luft in den Backen: Tobias Rühle rieb sich gerade vor der Pause, hier gegen Almelos Mohammed Osman (r.), massiv auf.

Mächtig Luft in den Backen: Tobias Rühle rieb sich gerade vor der Pause, hier gegen Almelos Mohammed Osman (r.), massiv auf. Foto: Sebastian Sanders

Billerbeck - 

Eine gute Schule bot Heracles Almelo dem SC Preußen mit Blick auf die Drittliga-Saison an. Der niederländische Testgegner ging hart zur Sache, doch die Münsteraner wussten sich beim 2:2 in Billerbeck durchaus zu wehren.

Von Thomas Rellmann

Etwas Eigeninitiative ist schon nötig, um den Preußen-Freunden in der Region die am Samstag beginnende Drittliga-Saison schmackhaft zu machen. Gesagt, getan. Vor 662 Zuschauern am Helker Berg lieferten die Münsteraner gegen Heracles Almelo den überzeugendsten Vortrag des Sommers. Das 2:2 (2:1) entsprach nicht den Spielanteilen.

Gerade vor der Pause hatte das Hand und Fuß, was der in gelb und rot gekleidete SCP (die Stadtfarben als Dritttrikot) anbot. Exemplarisch waren die beiden Treffer. Beim 1:0 gewann Niklas Heidemann am eigenen Sechzehner den Ball, Lucas Cueto initiierte den Konter, Kevin Rodrigues Pires spielte den Pass in die Schnittstelle, Tobias Warschewski vollendete durchsetzungsstark (9.). Das 2:0 entsprang nicht zufällig einer Pressing-Situation, als Fabian Menig Tobias Rühle bediente, der vor dem Kasten cool blieb (31.). Zuvor hatte der Angreifer massiv gehadert. Mit sich, mit Mitspielern, dem knüppelharten Gegner, dem Schiedsrichter, mit unglücklichen Abschlüssen. „Er muss sich aufreiben, das macht ihn stark“, sagte Trainer Marco Antwerpen. „Von dieser Sorte brauchen wir viel mehr.“

Drei Fragen an Kevin Rodrigues Pires

Kevin Rodrigues Pires sammelt fleißig Pluspunkte im Rennen um einen Startplatz.Wie bewerten Sie den letzten Auftritt vor dem Ernstfall in Köln?Rodrigues Pires: Das war eine Halbzeit lang sehr stark. Wir standen kompakt, haben aggressiv gepresst, oft den ersten Ball zugelassen, aber danach haben alle mitgemacht. Gegen uns kann es schwer sein, wenn jeder mitläuft. Denn wir haben alle einen Plan. Die zweite Hälfte war auch okay, wir hätten allerdings den Deckel drauf machen können.Sehen Sie sich als Zehner, Achter oder Sechser?Rodrigues Pires: Es ist meine Stärke, dass ich alles spielen kann. Ich bin kein klassischer Sechser, der vor der Abwehr abräumt, sondern kann auch aufbauen. Zweikämpfe scheue ich aber nie.Gehen Sie von einem Stammplatz aus?Rodrigues Pires: Ich bin zumindest hierher gekommen, um mich nicht zu verstecken, und biete mich an. In puncto Verantwortung habe ich mich in den letzten zwei, drei Jahren auch gesteigert.

Wenig kam vom niederländischen Erstligisten. Einmal, beim Distanzschuss von Jamiro Monteiro, musste Keeper Oliver Schnitzler eingreifen, ansonsten stand die Abwehr gut. Bis Simon Scherder einen langen Ball verfehlte, wodurch Adrian Dalmau freie Bahn hatte und zum 1:2 verkürzte (41.). Doch auch das brachte die Preußen nicht vom Weg ab. Der starke Lucas Cueto (54.), Warschewski (57./66.) und René Klingenburg (62.) hatten den dritten Treffer auf dem Fuß. Als sich das Team in der Schlussviertelstunde etwas zurückfallen ließ, brannte erst recht nichts an. Doch dann setzte Kristoffer Peterson aus 20 Metern an und traf ins Eck (85.). Fast hätte Martin Kobylanski per Freistoß die Antwort geliefert (90.), doch auch ohne das Siegtor blieb ein überzeugender Aufritt.

„Da waren viele gute Sachen dabei“, sagte Antwerpen, der auch registrierte, dass seine Schützlinge sich in einer teils ruppigen und nickeligen Partie (zum Beispiel zwei Ellbogenschläge gegen Philipp Hoffmann) zur Wehr setzte. „Wir haben dagegengehalten“, befand der Coach, der seine Mannschaft am Ende bewusst defensiv ausrichtete, allerdings erneut sah, dass nach dem Vierfachwechsel Mitte der zweiten Hälfte ein Bruch kam. „Das müssen wir analysieren. Allerdings sind beide Gegentore, so ärgerlich sie sind, aus dem Nichts gefallen.“ SCP: Schnitzler (46. Schulze Niehues) - Schweers, Scherder (65. Lanius), Borgmann - Menig, Klingenburg (65. Kobylanski), Rodrigues Pires, Heidemann - Rühle (69. Heinrich), Warschewski (65. Dadashov), Cueto (65. Hoffmann)



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