Mi., 25.07.2018

Fußball: 3. Liga Trainerumfragen sehen Traditionsclubs als Favoriten – die Preußen aber nicht

Aufmerksamer Beobachter, aber kein Lautsprecher. Marco Antwerpen hält sich mit Zielsetzungen zurück.

Aufmerksamer Beobachter, aber kein Lautsprecher. Marco Antwerpen hält sich mit Zielsetzungen zurück. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Die Favoriten-Umfragen vor Saisonbeginn sind obligatorisch, und viel Fantasie gehört nicht dazu, zu erahnen, wer genannt wird. Natürlich die Zweitliga-Absteiger, dazu die finanzstarken Clubs und die, die zuletzt knapp scheiterten. Nicht auf dem Schirm haben die Drittliga-Trainer Preußen Münster.

Von Thomas Rellmann

Mindestens ein Drittliga-Trainer hatte in den vergangenen Jahren immer Preußen Münster auf dem Zettel, wenn es um die obligatorische Frage nach den Favoriten der anstehenden Saison ging. Diesmal ist das anders. Das Bundesliga-Gründungsmitglied blieb überall ohne Nennung. Vielleicht weil die eigenen Neuzugänge größtenteils eher aus niedrigeren Klassen kommen, vielleicht weil die Konkurrenz zu namhaft besetzt und finanziell ganz anders ausgestattet ist.

Die Agentur MSPW hörte sich wie jeden Sommer um und bekam vor allem die Zweitliga-Absteiger serviert. 17 Mal fiel der Name des 1. FC Kaiserslautern, 16 Mal der von Eintracht Braunschweig. Dahinter folgen die beiden teuer und prominent verstärkten Neulinge KFC Uerdingen (elf Nennungen) und TSV 1860 München (zehn). Genauso viele Stimmen wie die Löwen erhielt der Vorjahresdritte Karlsruher SC. Außerdem im Rennen sind offenbar Hansa Rostock (sechs) und der SV Wehen Wiesbaden (fünf). Einzig Uwe Koschinat (Fortuna Köln) hat die SpVgg Unterhaching erwähnt.

Das aus Osnabrück gesteuerte „Netzwerk 3. Liga“ stellte die Frage anders – nämlich wer außer den fünf meistgenannten Clubs ins Rennen eingreifen kann – da fallen dann natürlich vor allem die Namen Rostock und Wiesbaden. Argirios Giannikis (VfR Aalen) nannte Köln, Sascha Hildmann (SG Sonnenhof Großaspach) neben Haching noch den SV Meppen. Und Daniel Thioune vom VfL Osnabrück hofft sogar, dass sein eigenes Team oben reinrutschen kann. Hachings Claus Schromm erinnert an die Würzburger Kickers.

Gleichzeitig wurden die Fußballlehrer gebeten zu erzählen, wer es im Kampf um den Klassenerhalt schwer haben könnte. Allerdings ließen sich die wenigsten zu einem Urteil hinreißen. Allgemeiner Tenor ist: Dadurch, dass es erstmals vier Absteiger gibt und die Klasse ohnehin immer sehr ausgeglichen ist, werden viele Mannschaften permanent nach unten schauen müssen. Einzig Torsten Ziegner (Hallescher FC) lässt sich auf zwei Vereine ein, nämlich Großaspach und Meppen.

Preußen-Chefcoach Marco Antwerpen betont: „Einen Außenseiter, der da oben noch aufschlägt, sehe ich nicht.“ Seine Überzeugung lautet: „Kaiserslautern hat als Zweitliga-Absteiger wirtschaftlich ganz andere Möglichkeiten. Auch Uerdingen ist finanziell besser aufgestellt als viele Konkurrenten. Das ist schon an sämtlichen Transfers zu erkennen. Rostock hat selbst den Anspruch formuliert, oben mitzuspielen. Von daher gehe ich auch davon aus, dass es so kommt.“ Eine eigene Zielsetzung vermeidet er.



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