Do., 26.07.2018

Fußball: Libapokal in Gievenbeck Führungsspieler-Casting bei der Zweitvertretung von Preußen Münster

Fabian Kerellaj (r.), hier im Zweikampf mit Emsdettens Ibrahim Polat, deutete im ersten Durchgang an, dass er eine tragende Rolle bei der Reserve des SC Preußen einnehmen kann. Nach einem traumhaften Seitfallzieher-Tor in Durchgang eins blieb er jedoch zur Pause draußen, nachdem er von Malte Kohl böse umgesäbelt worden war.

Fabian Kerellaj (r.), hier im Zweikampf mit Emsdettens Ibrahim Polat, deutete im ersten Durchgang an, dass er eine tragende Rolle bei der Reserve des SC Preußen einnehmen kann. Nach einem traumhaften Seitfallzieher-Tor in Durchgang eins blieb er jedoch zur Pause draußen, nachdem er von Malte Kohl böse umgesäbelt worden war. Foto: Heimspiel/Christian Lehmann

Münster - 

Die Reserve des SC Preußen Münster ist heiß – kein Wunder bei dem Wetter. Aber das Team von Trainer Sören Weinfurtner hat tatsächlich Feuer. Derzeit feilt das Team noch am Feinschliff, das sieht aber schon ganz gut aus: Beim Libapokal landete das Team einen 5:1-Erfolg gegen Emsdetten.

Von Christian Lehmann

Liebend gerne hätten Kürsat Özmen und Jefferson Laiton Lesmes zum Einstieg in den Libapokal gegen ihre ehemaligen Kollegen von Emsdetten 05 gespielt. Daraus wurde jedoch nichts für die Neuzugänge des SC Preußen Münster II. Özmen ist derzeit noch im Urlaub, beim Kolumbianer Lesmes gibt es Probleme mit der Spielberechtigung und dem Visum. So hatten am Donnerstagabend andere die Möglichkeit, sich zu zeigen.

Die Phase der Vorbereitung, in der Kraft und Athletik im Vordergrund standen und der Schweiß in Bächen floss, ist vorüber. Vier bis fünfmal pro Woche schufteten die Adlerträger auf dem Trainingsplatz. Nun, knapp zwei Wochen vor dem Saisonstart gegen den SV Spexard, geht es für Sören Weinfurtners Team an den taktischen Feinschliff. Hier sieht der Trainer Nachholbedarf: „Wir hatten einen großen Umbruch. Dass das mit viel Arbeit verbunden ist, das ist doch klar.” Auf ein bevorzugtes Spielsystem mag sich das Trainerteam noch nicht festlegen, Varianten testete es zuhauf (3-5-2, 4-1-4-1, 3-1-4-2). Gegen Emsdetten 05 schickte Weinfurtner nun ein sehr offensiv ausgerichtetes 4-3-3 ins Rennen.

Nach dem Verlust fester Größen wie Luca Steinfeldt, Stephan Tantow, Mehmet Kara oder Samy Benmbarek müssen Führungsrollen neu verteilt werden. Jan Klauke könnte eine solche einnehmen. Der Innenverteidiger, der vom Regionalligisten SC Verl kam, dirigiert, eröffnet das Spiel, weist seine Mitspieler an. „Mit ihm haben wir einen guten Griff getan”, findet Weinfurtner. „Er tritt sehr klar auf, wird es aber nicht allein können.”

Preußen souverän – Gievenbeck kaltschnäuzig

Preußen Münster – Emsdetten 5:1Die Preußen mühten sich zu Beginn gegen einen bissigen Gegner. Die offensive Ausrichtung der Weinfurtner-Elf eröffnete Emsdetten Räume, die Fabio da Costa Pereira nach Treffern von André Born und Fabian Kerellaj zum zwischenzeitlichen 2:1 nutzte. Nach dem Wechsel fand der SCP eine bessere Balance und legte durch den agilen Born, Nils Janßen und Ali Ibrahim nach.1. FC Gievenbeck – Hammer SpVgg 3:1Effektiv spielte der Oberliga-Aufsteiger gegen den künftigen Ligarivalen. Aus zwei Chancen machte Luca de Angelis in Hälfte eins zwei Treffer. Nach der Pause hatte er nach desaströsem Fehlpass von Hamms Neuzugang Joel Grodowski das dritte Tor auf dem Schlappen. Nach der Parade von HSV-Torhüter Jarno Peters staubte Fabian Gerick zum 3:0 ab. Mit dem Schlusspfiff traf Ralf Schneider zum 3:1.

Mehr Verantwortung liegt nun auch auf den Schultern von Ismail Budak und Fabian Kerelaj. Während Budak, der just zum zweiten Mal Vater geworden ist, in Gievenbeck fehlte, deutete der einstige Straßenfußballer Kerellaj an, dass er taktisch gereift ist und inzwischen nicht nur häufiger den Nebenmann sucht, sondern auch Präsenz und eine klare Ansprache hat. „Er ist erwachsen geworden“, meinte Bodo Gadomski, der den Deutsch-Albaner in Altenberge trainiert hatte und als Kiebitz am Rand stand.

Weinfurtner, der sich auch Marius Mause (trug gegen Emsdetten die Kapitänsbinde) und Nils Burchhardt als mögliche Köpfe der neuen Gemeinschaft vorstellen kann, weiß: „Letztlich wird es sich über Leistung klären. Ich habe nichts dagegen, wenn sich ein junger Spieler hervortut.”

Im Tor hat Marko Dedovic derzeit gute Karten, nach zwei Jahren als Nummer zwei einen Stammplatz zwischen den Pfosten zu ergattern. Das Pech von Neuzugang Lukas Schell (Chemnitzer FC U19), dessen Vorseniorierung derzeit stockt, ist aktuell sein Glück. Die Mischung stimmt. Weinfurtner und sein Team wissen, dass nach den Aufstieg des 1. FC Gievenbeck und des SV Schermbeck die Erwartungshaltung an den Vorjahresdritten gestiegen ist. In die Rolle des Topfavoriten lassen sie sich aber nicht schubsen. „In der Mannschaft steckt viel, aber sie ist noch sehr jung und muss sich finden. Wir tun gut daran, nicht über Tabellenplätze zu reden.”



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5934663?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F