Fr., 27.07.2018

Fußball: 3. Liga Preußen erreichen mit Schauinsland-Reisen ihren Sponsoren-Zielwert

Frank Westermann, Andreas Rüttgers und Malte Metzelder präsentierten die weiße Trikot-Version.

Frank Westermann, Andreas Rüttgers und Malte Metzelder präsentierten die weiße Trikot-Version. Foto: Thomas Rellmann

Münster - 

Mindestens für ein Jahr ziert Schauinsland-Reisen aus Duisburg mit seinem Logo die Brust des SC Preußen. Auch wenn der Trikotdeal erst auf den letzten Drücker eingefädelt wurde, erreicht der Drittligist offenbar seinen Lizenz-Zielwert – und erhofft sich sogar positive Effekte fürs Stadion.

Von Thomas Rellmann

Der Begriff „Jamaika“ steht in Deutschland seit diesem Jahr politisch für nichts Gutes. Für Preußen Münster allerdings soll die Farbkombination Schwarz-Grün-Gelb hingegen ein Signal des Aufbruchs sein. Seit Freitag ist bekannt: Der neue Hauptsponsor des Drittligisten heißt Schauinsland-Reisen. Der Konzern aus Duisburg, der beim MSV seit 2013 auch Namensgeber der Arena ist und mit seinem Logo das Trikot ziert, hat sich zunächst für ein Jahr (ohne Option) verpflichtet. Wichtig aus Vereinssicht: Der in den Lizenzunterlagen angegebene Zielwert wird mit dem Deal trotz der bis ultimo ausgeschöpften Wartezeit erreicht, wie Aufsichtsratschef Frank Westermann betonte.

Allerdings bedeutet der Abschluss, der letztlich doch über den in die Kritik geratenen Vermarkter Lagardére abgewickelt wurde, nicht, dass nun am Kader noch mal nachgebessert werden kann. „Eine Shoppingtour ist nicht drin“, so Geschäftsführer Malte Metzelder. „Wir sind jetzt einfach happy, dass es noch geklappt hat“, so der 36-Jährige, der gleichzeitig ein großes Lob an alle Beteiligten aussprach. „Auch für mich hatten sich zuletzt die Prioritäten verlagert, gemeinsam haben wir es dann über die Ziellinie gebracht.“

Eine gewisse Nervosität hatte sich in den vergangenen Wochen an der Hammer Straße breitgemacht, das verhehlte niemand. Schließlich hatte die Konkurrenz in Gänze vorgelegt. „Es gab Alternativen“, sagte Westermann aber auch. „In den Gremien war das Votum dann aber einstimmig. Letztlich müssen wir die sehr gute Zusammenarbeit mit Lagardére hervorheben.“ Was wenig überraschend geheim blieb, waren Vertragsdetails. Natürlich ist der Preis durch die lange Suche gefallen, das ist allen klar. „Aber wir nähern uns dem über das Sponsoring geplanten Erlös an“, so Metzelder. Wann genau der Trikot-Verkauf für die Fans startet, ist noch offen. „Zeitnah“ solle das geschehen. Die Verantwortlichen gaben sich äußerst optimistisch, dass das Jersey ein Verkaufsschlager wird.

Auswärts in Köln in der Heimkluft

Seit 2006, länger als bei allen anderen Kontrahenten, dominierte das Tuja-Wappen auf der Arbeitskleidung und auch im Stadion. Nun folgt Schauinsland-Reisen mit seinen rund 1000 Mitarbeitern und 1,5 Millionen Kunden jährlich. Andreas Rüttgers, Executive Director im Konzern, war der Mann vor Ort und legte Wert auf das verbindende Element der Tradition. „Preußen, aber auch wir wollen gleichzeitig zukunftsorientiert arbeiten.“ Gleichzeitig stellte er heraus, dass sein Arbeitgeber weit mehr als nur ein „Elf gegen Elf“ sieht, sondern auch neben dem Platz für Inklusion oder Integration stehen möchte.

Auf Gewinnspiele des Urlaubsanbieters dürfen sich die Anhänger sicher auch freuen. „Fußballvereine sind für die Gesellschaft sozialer Klebstoff“, sagte Rüttgers, den Metzelder schon seit zehn Jahren kennt. „Wir haben in diesem Punkt gute Erfahrungen gemacht.“ Eine Einladung zum von Schauinsland-Reisen ausgerichteten „Cup der Traditionen“, der just am Samstag mit dem MSV, Athletic Bilbao, dem AC Florenz und dem FC Fulham stattfindet, sprach er für 2019 aus. Sofern sich die Zusammenarbeit bewährt.

Kommentar: Kurzes Aufatmen

Die Optik passt, der Preis ist okay, und die Chemie stimmt – zumindest vermittelten beide Seiten diesen Eindruck rund um den Trikotdeal. Die Preußen dürfen für den Moment aufatmen. Eine Sorge weniger. Doch die Finanzlage bleibt ernst. Der Erlös des Hauptsponsors war ja zu allergrößten Teilen schon verplant. Die nächsten Monate müssen zeigen, ob der erhoffte Positiveffekt dieser neuen Partnerschaft wirklich eintritt.

Währenddessen läuft der SCP in Köln erstmals mit den sonnigen Händen auf. Zunächst in der Heimkluft. Das Auswärtstrikot in weiß bezeichnet Rüttgers aber als seinen Favoriten. Bliebe die Frage, warum es am Ende eine Punktlandung wurde. „Entweder man betrachtet die Dinge rein wirtschaftlich, oder man möchte langfristig etwas aufbauen und sucht Partner, mit denen man sich identifiziert“, sagte Rüttgers. Westermann nickte neben ihm und merkte sogleich an, dass er dem neuen Sponsor versichert habe, das Dauer-Thema neues Stadion weiter mit Druck anzugehen.

Fotostrecke: Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts



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