Do., 02.08.2018

Fußball: 3. Liga Profitiert auch Spitzenreiter Preußen vom Zuschauer-Boom?

Der dritthöchste Besuch in einem Drittliga-Spiel: 41 324 Zuschauer sahen das 1:0 des 1. FC Kaiserslautern gegen 1860 München am vergangenen Samstag. In Münster wird nur ein Bruchteil dessen gegen Jena erwartet.

Der dritthöchste Besuch in einem Drittliga-Spiel: 41 324 Zuschauer sahen das 1:0 des 1. FC Kaiserslautern gegen 1860 München am vergangenen Samstag. In Münster wird nur ein Bruchteil dessen gegen Jena erwartet. Foto: imago/Jan Huebner

Münster - 

Der 3. Liga boomt, das belegten schon die Zuschauerzahlen des ersten Spieltags. Ob Preußen Münster auf dieser Welle mitschwimmen kann? Trotz Tabellenführung geben sich die Verantwortlichen bezüglich der am Samstag gegen Jena erwarteten Fans zurückhaltend.

Von Alexander Heflik

Die Zuschauerzahlen am 1. Spieltag der 3. Liga waren fast schon als sensationell zu bezeichnen. Insgesamt 112 799 Besucher wollten die zehn Partien zum Auftakt sehen, der Betzenberg in Kaiserslautern wurde von 41 324 Menschen bevölkert, als der Deutsche Meister von 1998 aus der Pfalz auf den Deutschen Meister von 1966, den TSV 1860 München, traf. Auch der zweite Spieltag garantiert fünfstellige Kulissen bei den Heimpartien von Hansa Rostock (gegen Eintracht Braunschweig), der Löwen (gegen die SF Lotte), des Karlsruher SC (gegen den FSV Zwickau) und des SV Meppen (gegen den VfL Osnabrück).

Währenddessen wird die Mechatronik-Arena der SG Sonnenhof Großaspach bei der Partie gegen die Lauterer mit 10 200 Besuchern ausverkauft sein, erstmals seit 2015 bei einem Fußballspiel. Das gelingt an gleicher Stelle sonst nur Schlagersängerin Andrea Berg gleich zwei Mal in der Saison beim „Heimspiel“ – das war vor gut einer Woche. Dabei passten sogar 15 000 Besucher in das dann umgebaute Rund.

Bierpreise gestiegen

Die Bierpreise im Preußenstadion erhöhen sich mit dem ersten Heimspiel für die 0,5-Liter-Becher von 4 auf 4,30 Euro. Caterer Bröker Eventservice begründet das mit stetig steigenden Personalkosten. Softgetränke (3,50 Euro) und Wasser (3 Euro) bleiben gleich teuer. Bei hohen Temperaturen, wie gegen Jena am Samstag zu erwarten, gibt es vergünstigtes Wasser. Neu ist ein Bierwagen auf dem Stadionvorplatz.

Zurück zum Sport: Der SC Preußen wurde Tabellenführer durch das 4:1 bei Fortuna Köln, allerdings vor der Spieltags-Minuskulisse von 3201 Zuschauern. Am Samstag im Heim-Auftakt gegen Carl Zeiss Jena hofft der Club, dass der gelungene Start sich in den Zuschauerzahlen niederschlägt. In der 3. Liga, in der der SCP seit 2011 spielt, waren es im schlechtesten Fall 6623 Besucher beim ersten Heimspiel der Saison, aber es kamen auch schon 12 000 Besucher zu einem Saisondebüt an der Hammer Straße.

„Oberhalb von 7000 Zuschauern – das würde uns schon freuen“, sagt Sportchef Malte Metzelder. Die reguläre Erwartung an die Partie gegen Jena hat sich aber bei 6500 Zuschauern eingependelt. Aber, so Metzelder: „Mit zwei positiven Steps im Rücken und bei schönstem Fußballwetter hoffen wir auch auf einen guten Besuch.“ Münster gewann zum Saisonstart in Köln, Münster hat einen neuen Hauptsponsor, aller guten Dinge sind drei und vier, als da wären eine gute Kulisse am Samstag und natürlich als Zugabe ein Heimsieg.

Hier ein Rückblick auf die ersten Heimspiele in den sieben Drittliga-Spielzeiten:►  2011: 7465 Besucher sehen ein 1:1 des Aufsteigers gegen SpVgg. Unterhaching.►  2012: 7121 Zuschauer verfolgen den 1:0-Heimsieg der Preußen am zweiten Spieltag über den Chemnitzer FC, Matthew Taylor trifft zum Sieg und damit Platz eins. Zum Saisonstart hatte Münster bei Wacker Burghausen bereits mit 2:0 gewonnen. Am Ende der Saison wird Münster Vierter.►  2013: 8043 Zuschauer sehen das 3:0 über Wacker Burghausen. Taylor, Fabian Hergesell und Amaury Bischoff treffen. Erneut ist der SCP Tabellenführer, am Ende der Saison Sechster.►  2014: 12 000 Zuschauer erleben ein Spektakel, allerdings verliert Münster mi 3:4 gegen Hansa Rostock. Dominik Schmidt, Marcus Piossek und Marcel Reichwein markieren dabei die Treffer für die Hausherren.►  2015 : 6623 Zuschauer bilden eine schwache Kulisse beim 1:1 gegen Großaspach. Abdenour Amachaibou trifft erst spät zum Ausgleich.►  2016: 11 530 Besucher erleben das Derby mit dem VfL Osnabrück zum Saisonstart, Münster verliert mit 0:1.►  2017: 9130 Zuschauer begleiten den zweiten Spieltag des SCP, der den Aufsteiger SV Meppen mit 3:0 in die Schranken weist, weil Adriano Grimaldi, Martin Kobylanski und Jeron Al-Hazaimeh treffen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5946996?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F