Do., 02.08.2018

Fußball: 3. Liga Preußen-Kapitän Scherder im Interview: „Ein kleines bisschen aufgeregter als sonst“

Mit Binde am Arm zum Jubeln in die Kurve: Simon Scherder (M.) feierte in Köln den 4:1-Sieg mit den Fans.

Mit Binde am Arm zum Jubeln in die Kurve: Simon Scherder (M.) feierte in Köln den 4:1-Sieg mit den Fans. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Eigengewächs, Publikumsliebling, Abwehrchef – und noch auch noch Kapitän. Simon Scherder, vor einem Jahr noch vorsichtiger Rückkehrer nach zweijähriger Verletzungspause, bewertet im Interview seinen persönlichen Start als Spielführer, aber auch den einer funktionierenden Mannschaft.

Von Thomas Rellmann

Der Pflichtspiel-Einstand als fester Kapitän hätte für Simon Scherder kaum besser laufen können. Mit Preußen Münster belegt der 25-Jährige nach dem Auftakt bei Fortuna Köln (4:1) Platz eins. Warum er passend zum ersten Spieltag seine Form wieder fand, was sich für ihn mit der Binde am Arm geändert hat und warum er am Samstag gegen Carl Zeiss Jena dringend auf einen Heimsieg hofft, schildert er im Interview mit unserem Redaktionsmitglied Thomas Rellmann.

Spitzenreiter SCP – ist es für die Mannschaft eine regelrechte Party-Woche?

Scherder: Nein, die Tabelle ist ja noch nicht aussagekräftig, das bleibt eine Momentaufnahme. Keiner hat sich dafür großartig abgefeiert. Im Training haben wir es nicht ruhiger angehen lassen, sondern genauso konzentriert wie immer gearbeitet. Auch wenn wir uns alle über die überzeugende Leistung gefreut haben.

Für Sie war es die Premiere als Stammkapitän der Preußen. Was war anders?

Scherder: Wenig. Ein ganz bisschen aufgeregter war ich. Aber ich habe kaum etwas anders gemacht als sonst. Ich bin als Erster aufs Feld gegangen, habe die Platzwahl gemacht und im Kreis eine kleine Ansprach gehalten. Das war’s.

Im Spiel selbst mussten Sie sich nicht umstellen?

Scherder: Nein, ich bin ja nicht der einzige, der die Dinge da ordnen muss. Andere wie Sandrino Braun, Lion Schweers oder René Klingenburg machen da hinten auch den Mund auf. Als Team machen wir einfach einen guten Job.

Klingenburg scheint Ihnen als Aggressiv-Leader reichlich Arbeit abzunehmen.

Scherder: Er ist vom Typ her so, genau so einen haben wir gebraucht. Einen, der dem Gegner auch mal ein paar Sätze sagt, wenn es sein muss, und mit seiner Körpersprache vorangeht.

In der Vorbereitung hatten Sie nicht nur gute Spiele. Waren Sie sich genauso sicher wie Trainer Marco Antwerpen, dass zum Liga-Start alles glatt läuft?

Scherder: Zwischendurch gab es schon Tage, an denen ich mit mir nicht zufrieden war. Nach dem 3:3 gegen Verl, als wir in den 20 Minuten mit mir noch ein 3:1 verspielt haben, kam ein Tief, auch wenn ich das nicht alleine war. Die Einheiten davor waren auch nicht gut – aber gegen Wattenscheid und trotz meines Bocks beim Anschlusstor auch gegen Almelo wurde es schon besser. In Köln hatte ich noch nicht die 100 Prozent, aber ich nähere mich ihnen an.

Denken Sie dabei an das Handspiel im Strafraum?

Scherder: Es gibt Schiedsrichter, die da Elfmeter geben. Etwas Glück war dabei. Aber ich habe im Fallen versucht, mich abzustützen. Absicht war das nicht.

Der Gegner hat sich nicht nur in der Szene beschwert.

Scherder: Und wir haben generell cool reagiert, uns nicht verrückt machen lassen und nicht von der Stimmung anstecken lassen.

War diese Cleverness ein Indiz dafür, dass vom SCP einige Überraschungen zu erwarten sind?

Scherder: Ich glaube schon. In der Vorbereitung haben wir schon gezeigt, wie es funktionieren kann. Gerade die beiden Tests in Billerbeck haben bewiesen, zu was wir in der Lage sind. Dass es wie am Samstag klappt, ist nicht selbstverständlich. Und wir werden nicht jede Woche so ein super Spiel anbieten – aber der Auftakt gibt uns schon mal ein gutes Gefühl.

Trikots im Verkauf

Wesentlich länger als gewohnt mussten die Preußen-Fans in diesem Sommer auf den Startschuss für den Trikotverkauf warten. Passend zum ersten Heimspiel können sie sich aber ab sofort eindecken. Nachdem vor genau einer Woche der neue Hauptsponsor (Schauinsland-Reisen) seinen Einstieg beim SC Preußen verkündet hatte, sind die Jerseys nun in drei Farben (schwarz-grün, weiß, gelb-rot) erhältlich – und zwar in den Fanshops an der Geschäftsstelle sowie in den Arkaden, bei Galeria Kaufhof, online sowie am Samstag an allen Verkaufsständen im Stadion. Der Preis pro Stück liegt bei 59,90 Euro (Größen S bis XXL). Kinder zahlen 49,90 Euro (Kindergrößen XS bis XL). Noch nicht im Handel ist das auffällig gemusterte Aufwärmshirt, da die Promotion-Ware nicht in entsprechender Menge vorliegt.

Die Zuschauer erwarten nun gegen Jena einen Heimsieg. Und Carl Zeiss gehört ja sicher zu den Mannschaften, die Preußen hinter sich lassen will.

Scherder: Stimmt beides. Wir wollen auf jeden Fall gewinnen. Auch wenn wir im März beim 2:2 im Heimspiel gegen die Jenaer lange Zeit nicht gut waren.

Besteht für Sie Hoffnung auf einen guten Zuspruch der Zuschauer?

Scherder: Es sind ja noch Schulferien, das macht die Sache schwieriger. Mehr als 7000 wären schon schön.



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