Mo., 06.08.2018

Fußball: 3. Liga Auf dem Weg in die Pfalz fährt der Frust nach der Jena-Pleite noch mit

Fußball: 3. Liga: Auf dem Weg in die Pfalz fährt der Frust nach der Jena-Pleite noch mit

Für Kämpfernatur Fabian Menig (r.) ist die Atmosphäre auf dem Betzenberg wie gemacht. Foto: Jürgen Peperhowe

Mit einer Kader-Änderung hat der Preußen-Tross am Montagmittag nach der morgendlichen Einheit den Weg in den ­Süden angetreten. Dominik Lanius, zuletzt nur Tribünenhocker beim 2:2 gegen Carl Zeiss Jena, ersetzt den angeschlagenen Lion Schweers. „Er hatte zwar keine Schmerzen mehr, aber wir wollten auch kein Risiko eingehen“, sagt Trainer Marco Ant­werpen.

Von Thomas Rellmann

Eine Sehnenzerrung am Knöchel behinderte den zuletzt formstarken Innenverteidiger. Logischer Ersatz am Dienstag (19 Uhr) beim 1. FC Kaiserslautern wäre Ole Kittner. „Natürlich ist er immer eine Alternative“, sagt der Coach. „Er ist schließlich ein guter Organisator.“

Dreierkette denkbar

Denkbar ist aber auch, dass der SCP auf dem Betzenberg mit einer Dreier­kette beginnt, dann kämen die Youngster Jannik Borgmann oder Lanius ins Spiel. „Ich habe nicht den Eindruck, dass sie das nicht können. Auch in diesem speziellen Stadion müssten sie da durch“, so Antwerpen, der auch mit dem Gedanken spielt, in der Englischen ­Woche die Belastung zu ver­teilen. „Wir achten darauf, wer noch Körner hat, aber wichtiger bei der Aufstellung sind andere Sachen“, sagt er.

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Nur mit Ballbesitz werden wir kein Spiel gewinnen.

Marco Antwerpen

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Zum Beispiel die Bereitschaft, gegen den Ball zu arbeiten. „Ich mache mir schon den Vorwurf, gegen Jena nicht die ausgesucht zu haben, die da Vollgas geben. Da müssen auch mal die Oberschenkel brennen, wir müssen die dreckigen Wege machen“, so der 46-Jährige. „Nur mit Ballbesitz werden wir kein Spiel gewinnen.“

Klare Worte und ein verstecktes Plädoyer

Klare Worte und ein verstecktes Plädoyer für Teamspieler Philipp Hoffmann, der am Samstag zur Pause reinkam. Er, vielleicht auch Tobias Rühle oder Tobias Warschewski sind die Optionen, die sich gerade in der Offensive anbieten.

Der Gedanke an die drei verlorenen Punkte fuhr jedenfalls mit in die Pfalz. „Der Gegner hat uns nicht an die Wand gespielt, er war noch harmloser als wir“, sagt Antwerpen. „Die zweite Hälfte haben wir ja sogar ge­wonnen, aber für ein Heimspiel war das zu wenig. Wir haben diese Partie einfach fahr­lässig abgegeben.“

Fotostrecke: Preußen Münster gegen Carl Zeiss Jena

FCK in der Pflicht

Nun steht der FCK zweifellos in der Pflicht, nicht die Preußen. „Die Drucksituation ist klar verteilt. Da muss ich gar nicht zurückhaltend sein, Lautern ist ein erklärter Meisterschaftsfavorit. Die Position ist gut für uns“, so Antwerpen. Den Zweitliga-Absteiger schon jetzt zu treffen, ist nach dessen scharfem Umbruch kein Nachteil, auch wenn Münsters Coach die „Saison allgemein noch für sehr offen“ hält.

„Mit dem Gegner will ich mich gar nicht befassen“, sagt er. „Es gibt bei uns genug zu verbessern und abzustellen. Die Defensive muss stehen. Wir haben, schon in der Vor­bereitung und in Köln, Tore bekommen, die nie fallen dürfen. Beim 0:2 gegen Jena ist nicht nur der Fehlpass von Sandrino Braun entscheidend, sondern auch das Verhalten danach.“ Nach mildernden Umständen angesichts von starker Hitze und ausgeprägtem Willen nach der Pause klingt das nicht.

SCP

Schnitzler – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Braun, Klingenburg – Rodrigues Pires – Hoffmann, Dadashov, Rühle

Gegner-Check

Ausgangslage: Der 1. FC Kaiserslautern ist noch ungeschlagen und liegt mit vier Punkten im Soll. Der Aufstieg ist Pflicht. Die bisherigen Auftritte waren sportlich eher unspektakulär.

Personal: Offensivtalent Dylan Esmel (20) fällt mit einem Kreuzbandriss aus. Er ist aktuell der einzige Fehlende im 25-köpfigen Aufgebot. Für Angreifer Timmy Thiele (Carl Zeiss Jena) sollen 400.000 Euro Ablöse geflossen sein.

Trainer: Michael Frontzeck setzt bislang auf eine 4-4-2 mit zwei zentralen defensiven Mittelfeldspielern. Der Ex-Mönchengladbacher kam im Februar als Ersatz für den erkrankten Jeff Strasser – das Schlusslicht konnte der 54-Jährige vor dem Abstieg nicht bewahren.

Kuriosum: Kaiserslautern steigt ab – und die Fans kaufen den Fan-Shop leer. Das neue rot-weiße Heimtrikot wurde schon öfter verkauft als das Heim-Dress der kompletten letzten Zweitliga-Saison.



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