Do., 09.08.2018

Fußball: Westfalenliga Knackiger Umbruch mit lernwilligen Talenten bei Preußen II

Marius Mause (r.) ist in der SCP-Abwehr eine Bank und trug zuletzt auch immer öfter die Kapitänsbinde.

Marius Mause (r.) ist in der SCP-Abwehr eine Bank und trug zuletzt auch immer öfter die Kapitänsbinde. Foto: Peter Leßmann

Münster - 

Viele wichtige Kräfte verließen die U 23 des SC Preußen in diesem Sommer. So muss sich erst eine neue Hierarchie bilden. Der neue Kader muss sich qualitativ nicht verstecken, doch in eine Favoritenrolle lässt sich der Vorjahresdritte nur schwerlich pressen.

Von Thomas Rellmann

Ein Umbruch ist für eine U 23 nichts Ungewöhnliches. Bei Preußen Münster II fiel der Cut in diesem Sommer allerdings drastisch aus. „Größer war er in meiner Zeit noch nie“, sagt Sören Weinfurtner, der immerhin in sein siebtes Trainerjahr geht. Der 38-Jährige hat das jüngste Team in dieser Amtsspanne beisammen, zehn Akteure gehen in ihr erstes Seniorenjahr, 14 sind neu im Kader.

Trotzdem wird der SCP als Vorjahresdritter in der Liga fast reflexartig zum Titelanwärter erklärt. „Ich halte meinen Kollegen zugute, dass sie etwas weiter weg sind und unsere Ausgangslage nicht genau kennen“, sagt Weinfurtner, der mit Keeper Stephan Tantow, Torjäger Luca Steinfeldt, Neu-Profi Jannik Borgmann, Routinier Mehmet Kara, Sechser Samy Benmbarek oder dem fürs Gefüge eminent wichtigen Frederic Böhmer eine ganze Achse verloren hat. Die neue Hierarchie sollen Marius Mause („Er überzeugt mit Leistung“), der Alterspräsident Ismail Budak, Neuling Jan Klauke („Er hat eine hohe Akzeptanz“), Mittelfeld-Dirigent Fabian Kerellaj oder Nils Burchardt, der oft im Drittliga-Kader trainiert, anführen. Ein Spezialauftrag ist die Integration von Adrian Knüver und Julian Conze, die trotz Drittliga-Vertrags zur Reserve abgegeben wurden und anfangs enttäuscht darüber waren. „Für solche Talente ist es gar nicht verkehrt, wenn sie bei uns viel Spielzeit kriegen“, sagt Weinfurtner. „Sie müssen lernen, die Härte anzunehmen. Da sehe ich gute Perspektiven.“ Gerade Knüver hat das Loch schon wieder verlassen.

Zur DNA der zweiten Mannschaft zählt seit jeher taktische Flexibilität, gerade in Systemfragen, aber auch das permanente Streben nach Ballbesitz. „All das braucht Zeit, auch wenn die Jungs viele Dinge schnell umsetzen“, so der Coach. „Wir haben eine spannende Mischung, viele haben sich auf dem Niveau noch nicht gezeigt. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Sie sind offen, haben Freude, hören zu. Die Mannschaft ist einfach lernwillig, motiviert, fußballerisch schon top.“

Klingt alles äußerst vielversprechend. Aber nein, die Favoritenrolle leitet Weinfurtner trotzdem nicht daraus ab. „Ob wir oben eingreifen können, liegt am Tempo der Entwicklung. Am 1. FC Gievenbeck hat man letztes Jahr gesehen, dass Eingespieltheit das große Plus ist. Da sehe ich Hiltrup oder Vreden zunächst deutlich besser gerüstet als uns. Was zählt, ist letztlich die Konstanz.“ Und die fehlte in der Vorsaison mit einer weitaus erfahreneren Truppe in den entscheidenden Phasen. Andererseits: Dem SCP täte ein Oberliga-Team längst mal gut, der Verein stünde voll dahinter. Die Konkurrenz in der Spitze schien in den vergangenen Jahren schon oft größer.

Kader SCP

: Marko Dedovic, Lukas Schnell : Marius Mause, Julian Conze, Jan Klauke, Julius Woitaschek, Nils Janßen, Jonas Ströker, Jeremy Mustapha Adrian Knüver, Ismail Budak, Jefferson Laiton Lesmes, Marius Lackmann, Dominik Klann, Fabian Kerellaj, Ali Ibraim, Leon Gensicke, André Born Kürsat Özmen, Sören Wald, Eduard Wegmann : Sören Weinfurtner (7. Jahr) – : Daniel Feldkamp



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5964349?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686217%2F2820606%2F