Di., 21.08.2018

Fußball: 3. Liga Seitenwechsler Körber – letzte Saison Preußen, nun Osnabrück

Nils Körber bekam in den ersten Wochen im VfL-Tor trotz einer Mitschuld an einem Gegentreffer des Ex-Kollegen Adriano Grimaldi (jetzt 1860), gute Kritiken

Nils Körber bekam in den ersten Wochen im VfL-Tor trotz einer Mitschuld an einem Gegentreffer des Ex-Kollegen Adriano Grimaldi (jetzt 1860), gute Kritiken Foto: osnapix / Titgemeyer

Münster - 

Eine Halbserie lang hütete Nils Körber das Tor der Preußen. Nun spielt die Leihgabe von Hertha BSC beim Erzrivalen VfL Osnabrück und ist dort wie im Vorjahr in Münster ebenfalls gut gestartet. Vor dem Derby schildert er unter anderem die Unterschiede zwischen beiden Clubs.

Von Thomas Rellmann

Der Start in die neue Drittliga-Saison war für Nils Körber ähnlich positiv wie der in die vergangene. Einziger – und gravierender – Unterschied: 2017 stand er im Tor von Preußen Münster, nun heißt sein Club VfL Osnabrück. Am Samstag (14 Uhr) treffen die beiden Erzrivalen im Derby aufeinander. Und der Keeper, der sich ein zweites Mal von Hertha BSC ausleihen ließ, um Spielpraxis zu sammeln, steht dabei natürlich besonders im Mittelpunkt. „Ich hab‘ Bock auf die Partie“, sagt er.

Der SCP kommt als Tabellenführer, doch auch die Lila-Weißen sind super gestartet, haben acht von zwölf möglichen Zählern geholt und sind noch ungeschlagen. „Mal mussten wir uns Punkte hart erkämpfen, mal hatten wir auch Pech wie zuletzt in Großaspach“, sagt Körber. „Die Ausbeute passt soweit schon.“ Den Vergleich mit seinen ersten Begegnungen für die Preußen vor einem Jahr, als er unter anderem das Spiel in Würzburg (1:0) praktisch im Alleingang gewann, möchte der 21-Jährige nicht ziehen. „Klar, auch da lief’s super, aber man muss beide Phasen separat betrachten.“

Zumal er in Münster nach drei, vier guten Monaten seinen Stammplatz wieder verlor, auch bedingt durch muskuläre Probleme und einen Faserriss. „Ich habe mich aber zurückgearbeitet und war dann auch wieder zu 100 Prozent leistungsfähig“, sagt er. Den Vorzug erhielt am Ende trotzdem Max Schulze Niehues (der jetzt wiederum Oliver Schnitzler vor sich hat).

Wichtige Erfahrungen gesammelt

„Das Jahr bei Preußen war für mich sehr lehrreich“, sagt Körber. „Ich habe gesehen, wie schnell man ein gutes Standing bekommen kann, aber auch, wie schnell das wieder vergessen sein kann.“ Ein paar Unsicherheiten zum Ende der Hinrunde ließen erste leise Zweifel aufkommen, die Verletzung war aber letztlich ausschlaggeben, dass der damals neue Trainer Marco Antwerpen Konkurrenzkeeper Schulze Niehus zwischen den Pfosten beließ. Körbers Fazit: „Das Geschäft ist definitiv extrem schnelllebig.“

Positive SCP-Bilanz

Die Bilanz in den Drittliga-Derbys seit 2011 spricht für den SC Preußen. In 14 direkten Aufeinandertreffen kassierte Münster nur vier Niederlagen, gewann aber sieben Partien. Dass eine der beiden Mannschaften Spitzenreiter und die andere weit vorne platziert ist, gab es nicht so häufig. Als „Spitzenspiel“ durften vor allem die Partien in der Saison 2012/13 deklariert werden.

Damals gewann der SCP als Gast das Hinspiel am 9. Spieltag mit 2:0 vor 15 060 Zuschauern, Amaury Bischoff und Dimitrj Nazarov trafen. Osnabrück erwartete als Tabellenzweiter den Rangdritten aus Münster. Im Rückspiel am 2. März siegte der Vierte SCP gegen den Spitzenreiter vor 15 050 Zuschauern mit 4:1. Auch interessant: Münster war Zweiter, als Bischoff doppelt zum 2:0-Heimsieg über den VfL traf vor 14 300 Zuschauern traf, Osnabrück war am 7. Februar 2015 noch Rangachter.

Am 6. März 2015 gab es keine Tore in Münster vor „nur“ 10 077 Zuschauern, als Münster als Siebter auf den Dritten aus Niedersachsen traf. Die jüngsten drei Aufeinandertreffer waren davon gekennzeichnet, dass beide Vereine versuchten, aus dem Tabellenkeller zu kommen. Zweistellige Platzierungen waren zuletzt beiderorts an der Tagesordnung. 

Insgesamt 181 124 Menschen sahen die letzten 14 Partien zwischen Münster und Osnabrück in der 3. Liga, im Schnitt waren das 12 937 Besucher. Das Stadion in Münster war dabei drei Mal ausverkauft (2012, 2013 und 2015), zuletzt zwei Mal nicht mehr.

Deshalb vermeidet er es auch, sich einen Karriereplan zurechtzulegen. „Ich muss eine gute Saison hinlegen und mich empfehlen.“ In der Hauptstadt hat er seinen Vertrag bis 2020 verlängert. Ob und wie genau die Berliner im nächsten Jahr mit dem früheren U-21-Nationaltorwart planen, ist natürlich schwer absehbar.

Positive Grundstimmung an der Bremer Brücke

Zwar wohnt er mittlerweile in Osnabrück, das steht gelegentlichen Treffen mit den ehemalige Kollegen aber nicht im Weg. Mit Lucas Cueto, Tobias Warschewski, Moritz Heinrich, aber auch vielen anderen besteht weiter Kontakt. „Ich habe mich eigentlich mit der ganzen Mannschaft gut verstanden“, sagt Körber. Bliebe die Frage, nach den Unterschieden zwischen VfL und Preußen. „Ich würde nie etwas Schlechtes über die Preußen-Fans sagen. Aber es war manchmal alles etwas negativ angehaucht. Wenn wir 1:0 oder 2:0 geführt und den Ball nur noch laufen lassen haben, kamen schon mal Pfiffe. Hier wird es im Stadion nicht so schnell negativ, das gibt es so nicht. Die Grundstimmung ist immer positiv, das hat uns in den Heimspielen auch schon geholfen.“

Überhaupt sei der Stellenwert des Derbys in Osnabrück noch ein bisschen höher. „Das hat man schon beim Duell mit Meppen gemerkt. Und jetzt zu Hause gegen Münster bei dieser Tabellensituation – das kann ein cooles Spiel werden“, sagt Körber.



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